Jahrgang 
1887
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Und heute gar: wer möchte bange zagen, Nun aber schmückt die neue Kaiserkrone Dem dieses Tages Feier heilig ist, Noch herrlicher des Friedens Blütenreis. Wenn stolzer alle deutschen Herzen schlagen Nun sinnet er, wie er dem Landmann lohne, Und scheu erstirbt Parteienhaß und-Zwist? Dem letzten Bürger, für der Hände Fleiß, Fühlt sich der Letzte nicht emporgetragen, Daß überall ein holder Segen wohne, Daß er des Lebens Not und Drang vergißt? Der tücht'gen Arbeit wohlverdienter Preis; Wie braust es jubelnd durch die deutschen Gauen: Und selbst an weitentlegnen fremden Küsten Heil unsrem Kaiser! Ihm laßt uns vertrauen! Seht ihr sein Volk sich rühren nun und rüsten! Ja, hebt den Blick zu ihm, dem Siegesreichen, Ihn selber seht: Auf hoher Reicheswarte In froher stolzer Zuversicht empor! Steht er, der Schirmherr, wachsam, stark und treu; Ein Held ist's, hehr und herrlich ohne Gleichen, Sein greises Haupt umflattert die Standarte, Den uns zum Heil der Himmel selbst erkor! Die einst zum Kampf geführt den Schlachtenleu; Sein Ruhmesglanz wird nimmermehr erbleichen, Das Volk, wie wenn es seines Winkes harrte, Wie flücht'ger Flammenschein dem Meteor: Schaut auf, gespannten Blicks mit frommer Scheu: Hellleuchtend wie des Himmels ew'ge Sterne Da hebt er segnend, grüßend seine Hände Strahlt er hinaus in aller Zeiten Ferne! Und es erbraust ein Jubel ohne Ende!

Gedenkt deß wohl: daß wieder auferstanden So laßt uns denn sein Bild im Herzen tragen Durch ihn des deutschen Reiches Herrlichkeit! Voll treuen Danks und frommer Zuversicht! Er schuf es mitten uns in Feindeslanden Ob auch der Schluß von seinen Erdentagen Als Siegespreis nach blut'gem Völkerstreit; Uns nah und näher rückt: Der Kaiser stirbt uns nicht! Er machte fremden Haß und Hohn zuschanden, Und ob auch Stürme drohn: Wer wollte zagen? Er bändigt kraftvoll racherfüllten Neid; Den Kaiser und sein Werk verläßt Gott nicht! Und auch das Schwerste ist ihm wohlgelungen: So laßt uns bauen auf des Himmels Walten Der deutsche Stammeshader ist bezwungen! Und jubelnd hoch des Reiches Banner halten!

Der Gesundheitszustand bei Lehrern und Schülerinnen.

Wenn es auch in der Natur der Sache liegt, daß in den großen Lehrerkollegien vorüber- gehende Störungen des Gesundheitszustandes einzelner Mitglieder nicht zu den Seltenheiten ge- hören, so hat doch das verflossene Jahr außer diesen auch eine Reihe ernsterer Fälle, welche sogar den Tod herbeiführten, leider mit sich gebracht.

Fräulein von Holbach war die erste, deren Tod wir zu beklagen hatten. Ihr hoffnungs- loser Zustand, welcher schon am Schlusse des vorigen Schuljahres den Wunsch aufkommen ließ, daß ibre Leiden bald ein Ziel finden möchten, fand endlich seine Erlösung durch den Tod. Sie starb am Charfreitage, den 23. April 1886. Leider war das Kollegium nur zu einem kleinen Teile hier anwesend, um sie zu Grabe zu geleiten; das Andenken an ihre, über das Maß ihrer Kräfte hinausgehende Pflichttreue wird unter uns in Ehren bleiben.

Herr Turninspektor Danneberg sollte im letzten Winter uns ebenfalls durch den Tod entrissen werden. Schon während des Sommersemesters mußte er sich wiederholt beurlauben lassen. um seinen, wie er meinte, hartnäckigen Kartarrh von einer milderen Luft heilen zu lassen. Am 26. Oktober betrat er unsere Schule zu letztenmal; dann wurde er auf ein schweres Kran- kenlager gezwungen, welches seine letzten Kräfte rasch verzehrte. Am 20. Januar wurde er von seinem Leiden erlöst, und am 23. standen wir an seinem Grabe. An der allgemeinen Trauer, welche dem in seiner Schlichtheit tüchtigen Manne folgte, nimmt auch die Elisabethenschule auf- richtigen Anteil. Ausgestattet mit reicher Erfahrung und klarem Blicke hat er unserem Turn-