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heimlicher Begeisterung für den Lehrer zu arbeiten; jede Gelegenheit wird benutzt, diesen falschen ldeengang zu bekämpfen; und doch lassen wir es geschehen, daß eine noch viel gefährlichere Instanz substituirt wird, um endgiltig zu entscheiden, ob das Maß des erworbenen Wissens nach Ausdehnung und Gehalt ausreichend sei? das Urteil des Lehrers ist doch noch sachcompetent und ehrlich; und die sogenannte Gesellschaft? hat sie das persönliche, warme Interesse an der heranblühenden Jungfräulichkeit, um eine maßvolle und wahre Kritik zu üben? muß das nicht zu einer unwahren Schmeichelei auf der einen, und zu einer selbstüberschätzenden Eitelkeit auf der anderen Seite führen? fürwahr, kaum irgendwo erscheint eine moderne Gefahr in einer drohenderen Gestalt, als hier; die Metamorphose der weiblichen Empfindung geht so geräuschlos und versteckt vor sich, daßz wir den Umschwung kaum bemerken; von der in sich erschauernden Angstlichkeit vor der Kritik, von der schamerrötenden Schüchternheit leiht die affektirte Naivetät das Gewand; kindlich möchte die berechnete Gefallsucht noch erscheinen gegenüber einer aner- kannten Überlegenheit des Mannes; bald genug verrät sich das Doppelspiel in dem rücksichts- losesten Gebrauche der Waffen, wenn sie die Überlegenheit auf ihrer Seite weiß und sich be- rechtigt glaubt, dieselbe unter dem Schutze der gesellschaftlichen Sitte geltend zu machen.
Soweit können wir also der Behauptung, daß die Mädchen zu viel lernten, unsere Beistimmung nicht versagen; nicht so den zur Unterstützung angeführten Gründen.
Wir gehen sogar noch einen Schritt weiter und behaupten, daß für das Mädchen eine die Ruhe und das Glück ihres gauzen künftigen Lebens bedrohende Gefahr aus ihrer Geistes- kultur erwachsen kann, wenn dieselbe bis zu einer Höhe geführt worden ist, daß sie zu ihrer bisherigen und künftigen bürgerlichen Stellung in keinem gesunden Verhältnisse mehr steht. Will sie auf Ehe und Familienstand Verzicht leisten und dafür in einer anderen gesellschaftlichen Sphäre eine selbständige Stellung sich erringen, welche ihr die Zukunft sichert, so mag es wohl sein. Anders jedoch steht es, wenn sie dem natürlichen Zuge ihres Geschlechtes folgt und einem Manne die Hand reicht zum Bunde für das Leben. Tritt sie damit nicht in andere, günstigere Verhältnisse über, so bietet sich ihr fernerhin kaum die Gelegenheit, das Gelerute zu verwerten; es bildet also für die Fran einen Luxus; dieser stellt indessen auch seine Ansprüche; er will genährt sein. Bietet ihr nun die Ehe nicht die zureichenden Mittel, dem geistigen Nahrungs- bedürfnisse zu genügen, hat sie dann die Kraft zu entsagen? liegt nicht die Gefahr vor ihr, daß sie geistig wird darben müssen? Und schlösse sie den Lebensbund mit einem Manne, der noch so tüchtig, mit Herz und Sinn bereit wäre alles mit seiner Lebensgefährtin zu teilen, er stände aber geistig unter ihr, wird sie es über sich gewinnen, ihn dies nicht fühlen zu lassen? zu alledem gehört eine Selbstüberwindung, welche dem weiblichen Geschlechte nicht von Natur schon eigen ist. Und wenn sie nun genötigt ist, den gewohnten geistigen Genüssen gauz zu entsagen; wenn sie durch Haus und Familie so in Anspruch genommen wird, daß der Vergleich zwischen Einst und Jetzt sich alltäglich ihr aufdrängt, läuft sie dann nicht Gefahr, bitter zu werden, und das Glück, welches sie au der Seite eines tüchtigen und ehrbaren Mannes sollte finden können, dauernd zu schädigen? Man wende nicht ein, daß gerade ihre höhere geistige Stellung sie behüten müsse, in solche trübe, niederdrückende Vergleiche sich zu verirren. Es ist schon schlimm genug, wenn auch nur zeitweise solche Stimmungen durchbrechen und zu Worte kommen; die ehrliche Denkweise eines klugen und redlichen Mannes verträgt viel; aber wer vermag die Tragweite eines bitteren Wortes zu ermessen, das in einem unbewachten Momente den Lippen entschlüpft und scheinbar ohne Nachhall verklingt; es dringt vielleicht gerade darum


