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II. Schulnachrichten.
1. Zur Geschichte der Schule.
Was wir in unserer Einladungschrift des vorigen Jahres als gewisse Hoffnung aus- sprachen, wird mit dem neuen Schuljahre zur Thatsache werden; die Seminarklasse C. wird mit Beginn des Sommersemesters die lange erstrebte Teilung erfahren. Dieselbe wird in der Weise erfolgen, daß diejenigen Schülerinnen, welche sich auf das Examen vorbereiten, in der Klasse verbleiben; die anderen dagegen, welche ihre Schulbildung in einem zehnten Schuljahre zu ver- vollständigen und abzurunden beabsichtigen, werden in einer neu zu bildenden Klasse vereinigt werden; dieselbe wird den Namen Selekta führen. Bei der Feststellung des Lehrplanes dieser neuen Klasse ließen wir uns von zwei Voraussetzungen leiten: die Unterrichtszeit sollte möglichst knapp bemessen werden und die Unterrichtsstunden sollten sämtlich in den Vormittag fallen. Unter den Unterrichtsfächern, welche aufzunehmen waren, stehen voran die drei Sprachen mit je vier Stunden. Lektüre, Litteratur und besonders der mündliche Gebrauch der fremden Sprachen sollen vorzugsweise gepflegt werden, schriftliche Übungen dagegen möglichst eingeschränkt bleiben. Kunstgeschichte, Weltgeschichte und Zeichuen sollen mit je zwei Stunden vertreten sein. Natur- peschreibung und Geographie wurden mit je einer Stunde aufgenommen; in beiden Fächern soll der Unterricht nicht sowohl darauf ausgehen, Neues heranzuziehen, als vielmehr in Bildern aus dem Gesammtgebiete das Bekannte repetitorisch zu erweitern und zu vertiefen. Die wöchentliche Stundenzahl soll also die Gesamtsumme von 20 Stunden nicht überschreiten. Durch die Or- ganisation der Selekta hoffen wir die Elisabethenschule in den Stand gesetzt zu sehen, datz sie die nach Maßgabe der jetzigen Ansprüche gewünschte Ausbildung unserer Schülerinnen bis zum Abschlusse wird bieten können.
Daß die Seminarklasse C. nunmehr ausschließlich der Vorbereitung zum Examen wird dienen können, also der Unterrichtsstoff auf drei Jahrgänge verteilt ist, wird unseren Seminaristinnen eine gewünschte Erleichterung gewähren, die wir ihnen um so lieber zugestehen, als sie bisher an der Last der Arbeit häufig recht schwer zu tragen hatten.
Eine zweite Anderung unseres seitherigen Unterrichtsplanes wird darin bestehen, daß auf Grund der Beschlüsse unserer hiesigen Schulbehörde der Turnunterricht, welcher bis jetzt mit, der III. Klasse abschloß, durch sämtliche Klassen der Schule und des Seminars soll fortgesetzt werden. Wir verkennen die Schwierigkeiten nicht, welche bei dieser Durchführung werden zu überwinden sein; die Erfahrungen, welche man an auderen großen Mädchenschulen Deutsch-


