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lands auf diesem Gebiete gesammelt hat, werden wir nicht ungenützt lassen und dürfen die Zuversicht hegen, in der Pflege des körperlichen Gedeibens unserer Schuljugend einen wesent- lichen Schritt voran zu schreiten. So lange es nicht ausführbar erscheint die Zahl der täg-— lichen Unterrichtsstunden zu reduzieren, muß die Schule bestrebt sein durch die systematische Förderung der körperlichen Kraft und Flastizität der Mädchen ein Gegengewicht zu schaffen. Wenn auch der Turnunterricht dies Mittel nicht in erschöpfendem Maße zu bieten vermag, So liegt es doch in seiner Macht der Erschlaffung der Muskulatur und der aus ihr folgenden zu- sammengesunkenen Körperhaltung wesentlich entgegen zu wirken. Die Erfahrung hat uns ge- lehrt, wie überraschend schnell die Frische und Gewandtheit der körperlichen Bewegung bei der Mehrzahl der Mädchen zu schwindeu pflegen, sobald der Turnunterricht abgeschlossen ist. Dieser Stillstand trat seither gerade an derjenigen Stelle ein, wo der Übergang zur körper- lichen Vollreife eine Anregung zu kräftiger und doch maßvoller Bewegung besonders dringend erforderlich gewesen wäre. Diese Bewegung verschafft die mäunliche Jugend sich unaufgefordert; die weibliche hingegen muß dazu angehalten werden. Nimmt man in Betracht, daß hierorts die Mädchen bei gleichem Lebensalter die Knaben an körperlicher Entwickelung und Größe zu überholen pflegen, so geht daraus hervor, wie dringend notwendig eine systematisch geregelte Übung der Körperkräfte für unsere Schülerinnen ist.
Einen weiteren Gegenstand eingehender Besprechungen unter uns bildeten die Besuchs- tage. Da dieselben in den letzten Jahren nur vierteljährlich einmal anberaumt wurden, ging uns deß- wegen mancher Ausdruck des Bedauerns zu. Eine öffentliche Rechenschaft ist darum geboten über die Gründe, welche die seltenere Wiederholung der Besuchstage herbeiführten. Dieselben hatten ursprünglich den Zweck den Eltern Gelegenheit zu bieten in die Art und Methode des Unterrichts einen Einblick zu gewinnen; für den Fall einer häuslichen Nachhülfe sollte diese gewonnene Einsicht einen Anhalt bieten. Zu diesem ersten Zweck gesellte sich jedoch bald ungebeten ein Zweiter: die Besuchstage wurden von den Eltern vorzugsweise dazu benutzt, um bei Lehrer und Lebrerinnen direkte Erkundigungen über die Töchter einzuziehen. Hierzu wurden die Pausen in Anspruch genommen; oft sollte in knapp zehn Minuten über 15 bis 20 Kinder Auskunft gegeben werden. Es liegt auf der Hand, daß diese beiden Zwecke sich absolut nicht mit einander vereinigen lassen. Jede Unterrichtsstunde in Gegenwart von bis zu 30 Zuhörern wird eine äußerst angestrengte; folgen deren an einem Vormittag vier aufeinander und werden die Pausen durch Privaterkundigungen ausgefüllt, so übersteigt das die Kraft nament- lich der Lehrerinnen und die Folgen der Uberanstrengung bleiben nicht aus. Die bisherige Form der Besuchstage hat darum als unhaltbar anerkannt werden müssen. Da wir jedoch das Förderliche der gauzen Einrichtung gerne aufrecht erhalten möchten, werden wir eine andere Form für dieselben aufzufinden suchen, welche uns in den Stand setzen soll die Besucher unserer Unterrichtsstunden gern und freudig empfangen zu können.
2. Das Schuljahr, seine Ferien, besondere Tage und Ereignisse.
Montag den 17. April wurde das Schuljahr in hergebrachter Weise mit der Prüfung der neuaufzunehmenden Schülerinnen eröffuet. Außer 51 kleinen, welche in die IXa traten, wurden noch 18 größere in die mittleren und oberen Schulklassen eingereiht; zahlreiche Ammel- dungen mußten wir wegen Platzmangels wieder abweisen. Der regelmäßige Gang des Unter-


