Tertia. Klassenlehrer: Herr Professor Dr. Sonntag.
1. Religionslehre(2 St.). a. Evangelisch. Wiederholung und Abschluls des Katechismus. Bibelkunde des alten Testaments nach Noack,§ 1— 30. Geographie von Palästina. Ausgewählte Abschnitte, besonders aus den geschichtlichen Büchern, wurden gelesen und erklärt; Bibelsprüche, Kirchenlieder und einzelne Liederstrophen gelernt. Krügern.
b. Katholisch(vereinigt mit I und II).
2. Deutsch(3 St.). Gelesen: Stücke aus, Hopf u. Paulsiek f. Unter-Tertia“, sowie ausgewählte Ge- dichte von Uhland(Ausg. Velhagen und Klasing). Wiederholung des grammatischen Lehrstoffes. Ab-
schliefsende Behandlung des zusammengesetzten Satzes. Interpunktionslehre. Anleitung zur Auf-
findung der Gliederung des Gelesenen. Alle vier Wochen ein Aufsatz, aufserdem eine Anzahl von Diktaten und kleineren Klassenarbeiten aus den verschiedenen Unterrichtsfächern. Erlernung einer Anzahl von Gedichten. Wiederholung früher ge- lernter Gedichte. Im Sommer: Junken.
8„ Winter: Krügen.
3. Französisch(6 St.). Gelesen: Récits et entretiens familiers sur l'Histoire de France jusqu'en 1328 par Ernest Lavisse(Ausgabe von H. Bret- schneider), daneben aus Kühns Lesebuch: Du Gues- elin, Jeanne Darc und Bayard. Im Anschlufs an die Lektüre fanden Sprechübungen statt, die ebenso bei der Wiederholung der Hölzelschen Bilder über die Jahreszeiten zur Anwendung kamen. Die früher gelernten Gedichte und Lieder wurden wiederholt, einzelne, zum Teil singbare, neu gelernt. Grammatik: Wiederholung und Erweiterung der Formenlehre nach Kühns Grammatik. Gebrauch der Zeiten und Moden unter steter Beziehung auf den Lesestoff. Monatlich zwei Klassenarbeiten: Beantwortung von Fragen, Inhaltsangaben, Beschreibung, der Anschau- ungsbilder, Diktate, grammatische Ubungen, freie Wiedergabe vorgetragener französischer u. deutscher Erzählungen. Merz.
4. Englisch(5 St.). a. Mündliche UÜbungen:
Lautliche Schulung an der Hand des Sprach- stoffes unter Benutzung von Lauttafeln. Im zweiten Vierteljahr Ubergang zur gewöhnlichen Orthographie. Erlernung von Gedichten, die zum Teil auch gesungen wurden; Verarbeitung von Lesestücken durch Fragestellen und Nach- erzühlen. Sprechübungen im Anschlufs an die Umgebung und das Leben des Schülers in Haus und Schule, unter gleichzeitiger Ver- wertung der Hölzelschen Bilder der Jahres- zeiten.— Sichtung des grammatischen Stoffes auf Grund des durchgearbeiteten Sprach-
und Lesestoffes. Die wichtigsten Gesetze der Formenlehre wurden auf induktivem Wege ge- wonnen und durch UÜbungen an und in der fremden Sprache befestigt. b. Schriftliche Ubungen:
Vom 2. Vierteljahr ab alle 8— 14 Tage eine Klassenarbeit: Niederschrift von auswendig Ge- lerntem, Beschreibung der Anschauungsbilder, Beantwortung von englisch gestellten Fragen, Diktate und grammatische UÜbungen. Junken.
5. Geschichte(2 St.). Kurzer UÜberblick über
die weströmische Kaisergeschichte; deutsche Ge- schichte bis zum Ausgange des Mittelalters. Deskau.
6. Erdkunde(2 St.). Wiederholung und Ver- tiefung der Grundbegriffe der mathematischen und physikalischen Erdkunde. Die aufsereuropäischen Erdteile aufser den deutschen Kolonien. Entwerfen von einfachen Karten-Skizzen an der Wandtafel und in Heften. Deskau.
7. Mathematik(6 St.). a. Geometrie (3 St.). Die Lehre vom Kreise; Flächenvergleichung, Verwandlungs- und Teilungsaufgaben, Inhaltsberech- nungen. Kambly,§ 82— 127. UÜbungen im Lösen von Lehrsätzen und Konstruktionsaufgaben, geometrische Zeichnungen.
b. Algebra(38t.). Die vier Spezies; Zerlegung in Faktoren; das Kürzen der Brüche; die Propor- tionen und die Gleichungen ersten Grades mit einer Unbekannten nebst Anwendungen. Bardey
I— X, XIX bis No. 300 und XX mit Auswahl. Auf-
gaben aus den bürgerlichen Rechnungsarten. 15 Klassenarbeiten. Sonntag.
S. Naturbeschreibung(2 St.). Dm Sommer: Botanik, schwierigere Blütenpflanzen, besonders Kompositen. Anordnung nach dem natürlichen System; Wiederholung der früher besprochenen Pflanzen. Beobachtungen im botanischen Garten. Im Winter: Zoologie: Grundformen der Glieder- tiere. Schematische Zeichnungen wichtiger gesehener morphologischer und anatomischer Präpardte.
Grede.
9. Turnen(3 St.). Die Übungen und Spiele der 3. Turnklasse in Dannebergs Leitfaden. Marsch- und Exerzierübungen. Knebel.
10. Freihandzeichnen(2 St.). Im Sommer: Zeichnen nach geometrischen Körpermodellen, Ge- räten und Gefäfsen unter Besprechung der hierbei in betracht kommenden perspektivischen Gesetze. Im Winter: Einführung in das Zeichnen nach Gipsmodellen unter Besprechung der Beleuchtungs- erscheinungen. Knebel.


