Jahrgang 
1883
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zu den Forderungen der Schule einem Einklange der beiden zum Zusammenwirken be- stimmten Faktoren weiche.*).

Es ist nicht die Meinung der Oberschulbehörde gewesen, daſs die revidirten Lehr- pläne sofort im ganzen Umfange eintreten, und so haben wir uns auch für das laufende Schuljahr verschiedene Abweichungen erlaubt, die leicht aus dem nachfolgenden Lehrbericht zu erkennen sind und die sich hauptsächlich auf den naturwissenschaftlichen Unterricht erstrecken. Mit Beginn des nächsten Schuljahres beabsichtigen wir übrigens streng nach dem Normalplan zu arbeiten.

2. Bis zum Beginn des laufenden Schuljahres war dem Turnen bzw. den Turnspielen in den beiden unteren Vorklassen kein Raum gegeben. Den Bedürfnissen der Jugend und den Wünschen des Lehrerkollegiums entsprechend, wurden nun auch von Ostern vorigen Jahres an je 2 Std. Turnen genannten Schulabteilungen zugesichert. Der Nor- malplan der Vorschulklassen gestaltet sich darum wie folgt:

Vorschule.

Gegenstände Sa.

1. Religion 2 2 2 6 2. Deutsche Sprache resp. Schreiben 10 10 11 31 3. Anschauungsunterricht resp. Heimatskunde 3 2 2 7 4. Rechnen 5 6 6 17 5. Schreiben 3 4 7 6. Gesang 1 1 2 7. Turnen 2 2 2 6 Summa 22 3 26 28 76

3. Neben der sog. Überbürdungsfrage hat die Frage der Leibesübungen bzw. Körper- pflege durch Turnübungen, Turnspiele, Spiele überhaupt, soweit die Schuljugend daran

*) Von den vielen günstigen Urteilen über die preufsischen Lehrpläne teilen wir nur ein ganz kurzes mit. Ein süddeutscher Schulmann E. v. Sollwürk schreibt(Litteraturblatt für germ. und rom. Philologie IV No. 2 p. 76):Den neuen preulsischen Lehrplänen ist es offenbar um eine festere, gleich- mälsige Ordnung des ganzen höheren Schulwesens vorzüglich zu tun, wie denn auch in dem Text der ganzen Verordnung eine musterbafte Gleichförmigkeit und Klarheit herrscht. Die Rücksicht auf Ent- lastung ist dabei oft mafsgebend gewesen etc. etc. Dals die Meinungen in der Beurteilung der neuen Pläne vielfach auseinandergehen, kann uns nicht wundernehmen. Allen es recht machen, ist nicht mög- lich und so sind z. B. nicht alle Freunde des Gymnasiums einverstanden mit den Kürzungen, welche dort der altsprachliche Unterricht erfahren mufste und den meisten Interessenten des Realgymnaslums ist ja schon jede Kenderung des Lehrplans recht, wenn nur die akademischen Berechtigungen ihrer Anstalt so werden, wie dort am Gymnasium. Die meiste Billigung haben ohne Zweifel die Pläne der Oberreal- schulen, Realschulen und höh. Bürgerschulen erfahren, freilich mehr noch so die stille Billigung; denn diese Anstalten sind immer noch sehr weit davon entfernt, als solonfähig angesehen zu werden, und da ist es wenig vornehm, viel von denselben zu sprechen.

Das schönste Lob, welches den neuen Lehrplänen nachgesagt werden kann, ist, daſs sie in ächt konservativem Geiste aufgestellt worden sind. Das Gute, was in den alten Einrichtungen sich vorfand, ist mit Sorgfalt und Umsicht gehütet, unächte Triebe sind mit Schonung entfernt worden. Man hat nichts durchaus Neues und vom Alten Verschiedenes geben wollen, sondern man hat bestehenden Einrichtungen nur die durch die Zeit notwendig gewordenen Um- und Weiterbildungen angedeihen lassen und ver- schwommene Umrisse durch scharfe Grenzen ersetzt.