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Luft, welche frisch von Aufsen durch weite Kanäle in die Heizkammer tritt, erwärmt und mit den erforderlichen Wasserdämpfen versehen, durch Zuführungsröhren in die Zimmer geleitet und von hier nach erfolgter Abkühlung und Ausnutzung durch besondere Abfüh- rungskanäle zurück ins Freie geführt wird, sodass eine fortwährende und mög- lichst vollständige Lufterneuerung in den geheizten Räumen statt- findet.
Heute, nach dreiwintrigem Gebrauch dieser Zentralheizung und nach den verschie- densten absichtlichen und zufälligen Experimenten mit derselben dürfen wir sagen, dass sie sich im Groſsen und Ganzen bewährt hat und ihren Zweck erfüllt. Störungen im Betriebe derselben sind im Laufe des letzten Winters vorgekommen, aber die hatten nichts mit der Anlage an und für sich zu tun. Zweimaliger Pedellenwechsel, damit verbundene fehlerhafte Handhabung des Apparats dürfte wol in jedem Falle mangelhafter Heizung der Lehrsäle die nähere Erklärung abgeben. Und wenn sich bei besonders starkem Ost- winde 2 oder 3 Säle weniger gefügig zeigten, so wird hier eine kleine Verbesserung, resp. Veränderung der Fenstereinrichtung die nötige Remedur schaffen. Unsere Zentralheizungs- anlage verlangt, wie jede andere, eine aufmerksame, pünktliche Bedienung. Ist diese vor- handen, so werden unsere Schüler bei jeder noch so grolsen Winterkälte genügend er- wärmte Lehrsäle antreffen und werden sich woler befinden, als bei Lokalfeuerung, da unsere Zentralfeuerung, verbunden mit der Ventilationseinrichtung
1. den Zimmern eine gute, die nötige Feuchtigkeit enthaltende und nach Belieben wechselnde Luft erhält;
2. Eine gleichmäſsige nicht schwankende, im Raume gleichmäſsig verteilte Wärme erzeugt;
3. pressende Wärme vermeidet und leichte Wärmeregulirung eines jeden Raumes gestattet.
Dabei ist die Bedienung eine einfache und leicht verständliche, verlangt nur, wie schon angedeutet, einen pünktlichen, umsichtigen Pedellen. Frage: Geht Lokal-Ofen- feurung bei nachlässiger Bedienung?
Ueber die Zusammensetzung der durch Zentralheizungen in Schulen erzeugten Luft, deren Mangel an Feuchtigkeit, Mitführen von Kohlenstaub, Ruſs etc. und die dadurch bedingte üble Einwirkung auf die Gesundheit der Zimmerinsassen ist vielfach geklagt worden. Uebelstände der Art haben sich bei uns nur selten oder gar nicht eingestellt, und besonders ist der Gesundheitszustand unserer Schüler im letzten Winter ein ganz vortrefflicher gewesen. Wenn vom Lehrerkollegium nicht ganz dasselbe gesagt werden kann, so ist davon nachweislich die Zentralheizung nicht die Ursache. Zudem befanden sich die Lehrer während der zwei vorhergehenden Winter bei demselben Heizsystem recht wol.— Berichterstatter selbst steht von Morgen bis Abend unter dem Einfluss der Luft- heizung und erfreut sich dabei der besten Gesundheit. Die Erfahrung glaubt derselbe indessen gemacht zu haben, dass bei der durch jene bewirkte gleichmäſsigen Verteilung der Wärme im Raume eine Temperatur von+ 12 bis 13 ⁰ R. für das körperliche Wolsein und die geistige Frische von Lehrern und Schülern vollständig genügt oder gar am zu- träglichsten ist. Bei+ 150 R. hat es Berichterstatter persönlich während des Unterrichts nicht länger aushalten mögen und auch bei den Schülern glaubte derselbe bei dieser
„Ich bin überzeugt, dass der allgemeine Gebrauch der Kamine unsere Gesundheitsverhältnisse beträchtlich verbessern und die in erschreckendem Malse herrschende Phthisis vermindern würde.“ Und bezüglich der eisernen Oefen heiſst es dort p. 83:„In ein gesundes Haus soll man keinen eisernen Ofen stellen.“ Ferner:„Aus den eisernen Oefen entweichen infolge verschiedener Ursachen fortwährend auch schädliche Gase, welche Kopfschmerzen, Schwindel und andere Uebel verursachen.“


