Jahrgang 
1914
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wiſſen Einſchränkungen ohne erhebliche Störungen durchgeführt worden, ſo daß wir im ganzen auf befriedigende Unterrichtsergebniſſe zurückblicken dürfen. Wie früher, ſo wurden auch im abgelaufenen Schuljahr die außerhalb des lehrplanmäßigen Unterrichts liegenden Bildungsgelegenhei⸗ ten fleißig benutzt. Die Schüler der oberen Klaſſen beſuchten unter Lei⸗ tung des Herrn Grupe wiederholt den ſtädtiſchen Schulgarten und unter⸗ nahmen eine Reihe naturkundlicher Ausflüge in die Umgebung der Stadt. Auch ihrer kriegeriſchen Stimmung wurde Rechnung getragen, u. a. durch einige Märſche nach dem Vilbeler Exerzierplatz, wo ſie Belehrungen über den Felddienſt erhielten und militäriſche Ordnungsübungen vornahmen. Am 7. Juni wohnten 75 Knaben und Mödchen der I. und II. Klaſſen einer Schülervorſtellung vonZar und Zimmermann bei, und am 16. Juni ſtattete die Schule der völkerkundlichen Schauſtellung der Menſchenraſſen des Niltals einen Beſuch ab. Die Mädchen der I. Klaſſe beſuchten außer⸗ dem noch die Vorſtellungen vonGötz von Berlichingen,Wilhelm Tell, Glaube und Heimat und einen Lichtbildervortrag über Japan. Daß auch die hieſigen Sehenswürdigkeiten durch Beſichtigungen der einzelnen Klaſſen dem Unterricht vielfach dienſtbar gemacht wurden, ſoll hier nur angedeutet werden. Endlich ſei noch erwähnt, daß Herr Bellaire aus Paris von Oſtern bis zu den Sommerferien wöchentlich drei franzöſiſche Konverſa⸗ tionsſtunden an der Schule erteilte.

In das Lehrerkollegium traten mit Beginn des neuen Schuljahres Frl. Elſe Ochler von der Hufnagel⸗Mittelſchule und Frl. Frieda Keller von der Schwarzburgſchule neu ein. Eine unbeſetzte Lehrerinnenſtelle wurde bis zu den Sommerferien von der Schulamtsbewerberin Frl. Rabe verſehen und am 1. Juli mit Frl. Eliſabeth Troch beſetzt. Die Erteilung von 20 Überſtunden übernahm wie im vorigen Schuljahr Frl. Eliſabeth Dilcher. Die Neueingetretenen berichten über ihren ſeitherigen Lebens⸗ und Bil⸗ dungsgang folgendes:

Elſe Schler, geboren 1878 zu Frankfurt a. M., beſuchte die hieſige Humboldt⸗ ſchule und legte nach privater Vorbereitung im Jahre 1900 vor der Königl. Prü⸗ fungskommiſſion in Wiesbaden die Prüfung für Volksſchulen, ein Jahr ſpäter ebenda die Prüfung für mittlere und höhere Mädchenſchulen ab. Nach einjähriger Vertretungszeit wurde ſie Oſtern 1901 an der Karmeliterſchule angeſtellt, war ſpäter je zwei Jahre an der Weſtend⸗ und der Hufnagel⸗Mittelſchule tätig, bis ſie Oſtern 1914 auf ihren Antrag an die Bethmann⸗Mittelſchule verſetzt wurde.

Frieda Keller wurde am 22. November 1887 zu Freiburg i. B. geboren, wo ſie die höhere Mädchenſchule durchmachte. In Frankfurt a. M. beſuchte ſie das Seminar und ging nach der Lehrerinnenprüfung Oſtern 1907 nach England, wo ſie 1 ¼ Jahre an einer Privatſchule tätig war. Darauf wurde ſie zu verſchiedenen Vertretungen herangezogen, bis ſie am 1. Oktober 1912 endgültige Anſtellung er hielt. Oſtern 1914 wurde ſie dann an die Bethmannſchule verſetzt.

Eliſabeth Troch, geboren am 24. Juni 1889 zu Frankfurt a. d. Oder. beſuchte nach der Verſetzung ihres Vaters nach Frankfurt a. M. die Humboldtſchule