Angeregt durch das engere Arbeitsgebiet er- wuchsen ferner Berichte über Politik und Wirt- schaft in neuerer Zeit, Individualismus, Kos-
mopolitismus und Sozialismus; ferner über 3. KUNSTTECHNISCHE Außer Papierschnitt, Linoleumschnitt und
-druck wurde ein neues Arbeitsfeld erschlossen, das„Formen und Gießen“, von den Schü-
Kosmospolitismus und Nationalbewußtsein, Ge- setzgebung nach den Verfassungen des Frank- furter Parlaments, Bismarcks und von Weimar.
ARBEITSGEMEINSCHAFT.
lern kurzweg als„Gipsen“ bezeichnet.(Nähe- res s. S. 21.)
4. BIOLOGISCHE ARBEITSGEMEINSCHAFT.
Im I. Teil wurde mit Hilfe des Mikroskopes das Süßwasserplankton, d. h. die im Wasser schwebende und meist passiv bewegte mikros- kopisch kleine Tier- und Pflanzenwelt unter- sucht. Das Untersuchungsmaterial wurde mit dem Planktonnetz aus den stehenden und flie- Benden Gewässern des engeren und weiteren Frankfurter Stadtgebietes gewonnen und bot Gelegenheit, die wichtigsten Gruppen jener Lebe-
wesen mit ihren oft wundervollen Formen ken- nen zu lernen.
Im II. Teil wurden Anatomie und Physiologie des Frosches studiert, vor allem die verschiedenen Reflexe am lebenden und enthaupteten Tier. Ferner wurde das Problem„Leben und Tod“ am enthaupteten Frosch, sowie am isolierten, überlebenden Organ, insbesondere am Herzen, an Nerven und Muskeln untersucht.
5. BIOLOGISCH-CHEMISCHE ARBEITSGEMEINSCHAPT.
Es wurden untersucht die Nährstoffe und Nahrungsmittel des Menschen.
Besichtigungen: 1. Frankfurter Gasfabrik Ost- hafen; 2. Molkerei Osthafen.
h) Die Einrichtung des künstlerischen und technischen Unterricht 1. MUSIKUNTERRICHT.
VI und V.(Singen.) Erst Sprechen— dann Singen.— Musik in der deutschen Sprache als Ton, als Rhythmus.— Notenlesen und Inter- vallmessen. Melodie in graphischer Darstellung und Noten. Der Rhythmus wurde durch Klopfen, Taktieren, Sprechen und Marschieren eingeübt. — Ein- und zweistimmige Melodieführungen, Dur und Moll bildeten den Stoff zur Gehörbildung.
IV— UI.(Musik.) Im Mittelpunkt’stand die- ses Jahr Schubert mit seinen Liedern.(In allen Klassen.)
Aus der Musikgeschichte wurden J. S. Bach, Haydn, Mozart und Beethoven besprochen.— Das Lied im Gottesdienst als Choral oder als geistliches Volkslied, das Volkslied als National- lied, historisches, Marsch-, Naturlied wurde auf allen Stufen gepflegt.
In UIII kamen die aus dem deutschen Unter-
richt bekannten Lieder aus dem germanischen Sagenkreis zur Besprechung.
In OIII fand man Zeit besonders das histori- sche Lied und den Minnesang zu behandeln.
In UII waren es die Lieder der Freiheitsbewe- gung, welche mehr Beachtung fanden.
In OII und UI bildeten das geistliche Volkslied und der Meistersang den Stoff zur musikalischen Vertiefung.
In der Instrumentallehre wurden das Klavier, der menschliche Stimmapparat und das Orche- ster besprochen.
IV—UI(Chorgesang.) Im kleinen Chor singen die besten Sänger von VI— UI. Der große Chor setzt sich aus allen Sängern der Klassen IV— UI zusammen.(Schulorchester.) Ein kleines Schulorchester aus Violinen, Klavier und Har- monium betätigt sich bei Schulfeiern.
2. KURZSCHRIFT.
Es wurden zwei Anfängerlehrgänge in Ein- heitskurzschrift abgehalten. Durchgearbeitet wurde die Verkehrsschrift nach dem Lehrbuch
von M. Winkler: Lehr- und Ubungsbuch der Einheitskurzschrift.
3. LEIBESUBUNGEN.
Turnen. Von den 11 Turnabteilungen zählte die größte 53 Schüler(OII), die kleinste 22 Schü- ler(OIIIb).— Sowohl bei der Pflege der volks- tümlichen UÜbungen(Frühjahr bis Herbst) als
auch beim Geräteturnen(Winter) waren wir be- strebt, die Masse der Schüler, stets unter Be- rücksichtigung ihrer Körperkonstitution, durch systematischen Aufbau der UÜbungen und plan-
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