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werden lassen. Immer wird es aber vor allem dabei bleiben müssen, daß jedes Opfer gebracht und dem Führer unbedingtes Vertrauen gezollt und unter allen Umständen Folge geleistet
werde. Das wollen wir uns gesagt sein lassen und damit auf die Opfer kommen, die uns die Zeit nahelegt.
Unsere Tapferen vor dem Feinde bedürfen der Kraft und Stärke. Da können sie nicht alles aus sich selbst heraus aufbringen. Wir müssen ihnen zeigen, daß wir auch dabei sind. Und da wollen wir auch in den Schulen und zumal in der unsern nicht zurückbleiben hinter anderen. Und wenn wir deshalb von Zeit zu Zeit an euch herankommen mit unseren Wünschen, so ist das nicht ein Verlangen nach dem Geldbeutel eurer Eltern: nein, ihr selbst sollt einen Angriff auf eure eigenen Sparkassen machen in dieser Zeit, da es auf Weihnachten zugeht. Wie viele Väter, Brüder, Söhne sind da fort von zu Hause, wenn das wärmste Familienfest des Jahres gefeiert zu werden pflegt. Ihrer gilt es beizeiten zu gedenken, und jetzt wird es höchste Zeit, wenn das Christkind vor dem Feind zur rechten Zeit eintreffen soll. Nur der Angriff zur rechten Zeit führt ja auch die Kämpfenden zum Ziel. Und wie schwer überall gekämpft wird,— brauche ich das euch hier noch zu sagen?— Ja, doch! Aus Briefen, die uns persönlich angehen! Auch die Reihe unserer Toten ist größer geworden.“
Es folgten dann Mitteilungen aus Briefen und Karten alter Schüler und über die in der letzten Zeit Gefallenen, deren Zahl sich leider immer vermehrt.— Weiterhin wurde von den Sammelbüchsen der Kriegsfürsorge gesprochen, die an den Treppen des Schulgebäudes hingen, von dem Vertrieb der Schriften, den die Schule übernommen hatte, von dem für das Regiment 223 geplanten Konzert und zum Schluß in ausführlicher Darlegung über unser Be- gehren beim täglichen Brot und das Bescheiden, das auf diesem Gebiet jetzt nötig geworden ist. Es wurde den Schülern gezeigt, wie jeder einzelne von ihnen hier mitzuwirken habe und mitwirken könne— als ganz Kleiner schon— an der Erhaltung des Staates, an dem weitern Gedeihen des großen Ganzen in seinem Innern, von dem ja auch der Erfolg nach außen, ein Durchhalten bis zum Niederringen des Feindes so sehr abhängig ist.
Vier Wochen darauf, am 18. Dezember, trafen in den Morgenstunden genauere Nach- richten ein über die gewaltigen Ereignisse, Kämpfe und Erfolge, um Lodz. Nach der 4. Stunde stand die Schule in der Turnhalle vor dem Direktor, der aus der Fülle des Geschehenen ein Gesamtbild zu entwerfen suchte, aus dem die Größe des obersten Befehlshabers, der überlegene und sieghafte Geist, die Genialität Hindenburgs hervorleuchten sollte und die todesverachtende Durchschlagskraft aller ihm unterstellten Truppen, denen ja die Heerführer so gern alles Ver- dienst beimessen wollen. Mahnend erhob aber der Direktor seine Stimme, als er immer und immer wieder betonte, daß doch in aller Zukunft kein Deutscher jemals vergessen möchte, wie hier den Millionen von Leibern Halt geboten wurde durch die Erfindungsgabe des Einzelnen, wie hier die Masse, die Materie unterliegen mußte dem Geiste, wie auch unter den Kämpfern nicht die äußere, zahlenmäßig auch noch so große Uberlegenheit den Sieg behielt, sondern die innere Kraft, der Wille zum Sieg. Unsere Feierstunde von Lodz in der Turnhalle dürfte uns allen in guter Erinnerung bleiben.
Jetzt stand Weihnachten vor der Türe. In der üblichen Stunde der Christandacht vor dem Auseinandergehen am 23. Dezember hielt der Direktor in dem Festsaal der Schule die folgende Ansprache:
Nach den Kämpfen um Lodz.
Vor Weih- nachten.


