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friedlichen letzten Cbungen für den Sedantag abzuhalten pflegen, zu einer Art Heereslager wurde, und die Tage werden euch wohl im Leben unvergeßlich bleiben, an denen ihr selbst da mit Hand anlegen durftet.
Und dann auf einmal: Lüttich in deutschen Händen! So erscholl es schon wenige Tage nach unserem Auszug, und das durfte nicht anders sein, wenn unser Ziel erreicht, wenn unser Schlag geführt
werden sollte, so wie es gerade die ersten Wochen erforderten. Nach der geführlichsten Seite, gegen.
Frankreich, mußte ohne Zögern im Anfang die überwiegende Masse unserer Streitkräfte geworfen werden. Und mit welcher Bestimmtheit, Sicherheit und Wucht das geschehen und gelungen ist, das beweisen alle die ununterbrochenen Erfolge, die auf die Einnahme von Lüttich folgten, auf jene helden- und opfer- mütige Tat, die als eine gute Vorbedeutung an der Spitze steht.„Wie die Panther werden sich die Deutschen auf uns stürzen“, soll ein englischer Schriftsteller gesagt haben, der voraussichtiger war, als seine Landsleute. Bei Lüttich müssen sich in der Tat unsere braven Krieger gleich zu Beginn so gezeigt haben, schon also, als es nur galt, den Willen eines Gegners zu brechen, der sich uns ja nur in den Weg gestellt hatte in seiner Verblendung, und mit dem wir ja eigentlich garnichts vorhatten. Alles war ihm im voraus verbürgt, wenn er uns unbehelligt durch sein Land ziehen lassen wollte. Er hat es anders gewollt, und er hat es nun teuer bezahlen müssen. Lüttich, Brüssel, Namur, Mecheln, auch Antwerpen schon und Löwen, alle Orte sind Zeugen geworden von dem Löwenmut, der Löwenkraft unserer deutschen Heere. Und alles das, was sich da zugetragen hat, war doch nur die Einleitung, der Auftakt zu den Hauptereignissen im Feindesland.
Soll ich von all den Großtaten sprechen in West und Ost? Denn auch hier gegen den russischen
Einbrecher haben wir nun schon entscheidende Schlüge geführt in den letzten Tagen, so daß jetzt Osten
und Westen in edlem Wetteifer miteinander stehen. 30 000 Russen gefangen! Das ist doch wahrlich auch kein zu verachtender Tag! Und dann hatte man sich gar verrechnet, und es waren am Ende gar 60 000,
ja 70 000, die als Beute nach und nach mit den Hunderten von Kanonen und Feldzeichen eingebracht
wurden, ganz abgesehen von der entsprechenden Zahl der in der männermordenden Feldschlacht Gebliebenen. Da sind wir in der Tat nicht mehr weit entfernt von der Zahl, die uns der 2. September 1870 nach der Schlacht bei Sedan eingetragen hat. Und jetzt war es, wohl gemerkt, eine offene Feldschlacht, wo alles gefangen wurde, keine Festung, wie 1870!
Wichtiger aber als solche Masse der Gefangenen ist die Säuberung unserer geliebten deutschen Lande von den Armeen der Feinde, und die ist in gleichem Maße jetzt gelungen im Osten wie im Westen, und dabei hat sich namentlich im Westen eine Schlacht entwickelt an der Grenze entlang von einer Ausdehnung, wie sie unsere Geschichte noch nicht kannte. Hierzu trägt aber auch die moderne Kriegs- führung und zumal Gefechtsweise mit der aufgelösten Kampfeslinie bei, wie sie jetzt auch zum erstenmal von uns zur Anwendung gebracht wird. Und dass wir auch darin vollkommen bereit waren und auf der Höhe sind, das haben wir ohne Zweifel in allen unseren Kämpfen gezeigt gegen Belgier, Franzosen, Russen und die Engländer, deren Niederlagen und Hiebe, die sie von uns bekommen haben, uns alle gewiß mit ganz besonderer Genugtuung und Freude erfüllt haben. Mit ihren Schiffen fahren sie derweilen in der Welt umher, aber meist nur dann und da, wann und wo wir nicht zu finden sind, und nehmen uns unsere schier offen daliegenden Ansiedelungen in der Fremde weg, wenn sie es nicht vorziehen, auch dies Geschäft noch von anderen besorgen zu lassen. Gebe Gott, daß es uns gelingen möchte, auch auf dem Wasser wenigstens einigermaßen ihnen das garstige Handwerk zu legen! Unterdessen wollen wir aber mit unseren glänzenden Erfolgen auf dem Lande zufrieden sein und uns dabei immer ganz besonders freuen über jedes neue Bataillon, das wir den neidischen, gierigen Krämerseelen entzwei schlagen oder nehmen können.
Die allergrößte Genugtuung und Freude wird aber in uns auftauchen, wenn wir uns nun gzum Schluß die Frage zu beantworten suchen, wie es denn möglich geworden ist, daß wir in so kurzer Zeit— es sind jetzt vierundeinhalbe Woche seit dem Tage der Mobilmachung— zu solch glänzenden Erfolgen gelangen konnten. Und da möchte ich die Antwort wieder mit dem einen Worte geben, das ihr schon so oft aus meinem Munde gehört habt, wenn das Geheimnis zu erschließen war für allen Erfolg, für alle Erfolge auf dieser Erde: Die Treue ist es, die uns auch jetzt sowunderbar weit, so wunderbar hoch geführt hat, die Treue in jedem Betracht, die Treue nicht nur, die wir unserm Verbündeten gehalten haben,— denn zu ihr hielt uns ja auch der Wille der Selbsterhaltung an— nein, weit mehr noch die Treue gegen uns selbst, die Treue gegen die deutsche Art, gegen das deutsche Wesen, davon es heißt, an ihm solle noch einmal dereinst die Welt genesen. Sollte die Stunde hierzu nicht vielleicht jetzt gekommen


