Jahrgang 
1915
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Besorgung von Zähler- mappen.

Wert des Zusammen- wirkens.

Im Monat August.

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18. An der Personenstandsaufnahme, die von der Stadt Frankfurt veranstaltet wurde, um die Brot- und Mehlverteilung unter die Einwohner zu regeln, beteiligte sich die Adler- flychtschule durch Besorgung der 18 Zählermappen, die ihr zugewiesen wurden. Hierdurch zuletzt aber nicht am wenigsten bewies die Schule, daß sie nicht hinter anderen zurückzustehen wünscht, wenn es gilt, das Interesse zu bekunden, das der Einzelne für die Gesamtheit haben muß, wenn die Gesamtheit fortbestehen und gedeihen soll.

Noch einmal sei zum Schluß dieses Kapitels mit allem Nachdruck hervorgehoben, was schon oben unter Nr. 1 kurz angedeutet wurde, daß solches Zusammenwirken, zumal in schwerer Zeit, wie es sich bei allen hier aufgezählten Anlässen einstellte, mehr als alle und jede Unterweisung geeignet ist, den werdenden Menschen für die Aufgaben des Lebens und die Pflichten des Staatsbürgers vorzubereiten, die in der Zukunft an ihn herantreten werden. Auch der Krieg hat sein Gutes, so teuer es immer erkauft wird.

III. Unsere Feierstunden.

Zu gemeisamer Andacht versammelten sich wie üblich die Schüler am Anfang und Ende eines jeden Vierteljahres in der Aula, wo der Direktor zugleich die der Gesamtheit gelten- den Mitteilungen machte..

Seit Beginn des Krieges aber war es eine andere Art Andacht, war es nicht mehr An- qacht als Zweck, sondern Andacht als Ergebnis, war es das andauernde gemeinschaftliche Erleben und die darin wurzelnde Andacht, das Bedürfnis gemeinsamer Erhebung, das sich von selbst einstellende Nachdenken und Verlangen nach Aussprache über all das Große, UÜber- wältigende, das sich zutrug, was immer wieder Lehrer und Schüler zusammenführte, sei es nun in dem Festsaal der Schule oder, da dieser in den seltensten Fällen geheizt war und die Ereig- nisse meist ganz überraschend zur Kenntnis kamen, in der Turnhalle oder auch bei kürzeren An- sprachen auf dem Schulhofe. Wie ein Sturmwind brausten ja die wuchtigen Großtaten des Monats August durchs Land, sodaß der eine Tag den Menschen manchmal kaum zur Besinnung über das Geschehene kommen ließ vor dem, was der nächste und übernächste brachten. Von der Erstürmung Lüttichs am 7. August, die kaum eine Woche nach der Kriegserklärung aller Welt verkündete, daß und wie die Deutschen noch zu siegen vermõögen, über die Schlacht bei Mülhausen, deren Opfer uns daran erinnerten, wie schwer sich seinerzeit Bismarck entschloß, den Franzosen Belfort zu lassen, über den großen Sieg auf der ganzen Linie in Lothringen von Saarburg bis Metz, über die wagemutige Bewährung der Breslau und Goeben im Mittelmeer, mit ihrem alles Vorausliegende krönenden Durchbruch, über die Einnahme von Namur, über die gewaltige Niederwerfung der Russen in Ostpreußen durch Hindenburg und sein tapferes Heer, über die Besitzergreifung des stärksten französischen Sperrforts Manonvillers und fassen wir zusammen alle die glänzenden Erfolge unserer Führer und Waffen nach dem vollendeten Aufmarsch unserer 7 Armeen im Westen, einem Aufmarsch, wie er in der Weltgeschichte noch nicht dagewesen war, namentlich dem Zurückwerfen 10 französischer Armeekorps zwischen Verdun und Reims, über alles dies hinaus bis zu dem Augenblick, da nach dem kampflosen Einzug in die von den Franzosen verlassene Festung Reims der Marsch auf Paris kein Festungs- hindernis mehr hatte und am 4. September die Nachricht eintraf, daß die Kavallerie des General- obersten von Kluck bis vor Paris streife, welch ein Monat, wie ihn das Leben des Deutschen Volkes zu keiner Zeit zuvor gehabt hat! Es war fast betäubend und ließ den Miterlebenden