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1814 vorüber, von der Schlacht bei Jena bis zum Ende bei Waterloo. Napoleons dämonische Gestalt beherrscht die Schlachtfelder, durchschreitet die eroberten Städte, führt zahllose Heere von Sieg zu Sieg, wird vom Brande Moskaus beleuchtet, fährt, in düsteres Brüten versunken, fliehend durch die Schneewüsten Rußlands, erhebt sich von neuem zu furchtbarer Höhe in dem Völkerringen um Leipzig, steht wie eine düstere Wolke über dem einsamen Felsen von Elba, treibt zum letzten Male die Krieger in das Morden von Waterloo und schreitet dann hinaus auf das Weltmeer, dem Blicke für immer entzogen.
Da ist der Bauernheld Andreas Hofer, die begeisterte Jugend Norddeutschlands, da sind. die haßsprühenden Gestalten der Freischarenoffiziere, die edle Königin, die Denker und die Tat- menschen der eisernen Zeit, die großen Heerführer, die Fürsten, das opferbereite Volk, die marschierenden Truppen, der Ubergang über den vereisten Strom, die zerschossenen Städte, die Schlachtfelder voller Arbeit, Leiden und Ruhm.
Napoleon ist bezwungen, die heimkehrenden Truppen sind durch das Brandenburger Tor gezogen. Die große Zeit ist vorübergerauscht. Da erscheint die mächtige Silhouette des großen Denkmals am gewitterigen Abendhimmel auf der Leinwand.
Es ragt auf, gewaltig und trotzig, nicht ein Siegesdenkmal, sondern der ernste Widerhall des großen, schweren Ringens von ganz Europa.
Die Szene wechselt. Im hellen Mittagsschein liegt das Denkmal. An seinem Sockel erwarten die Fürsten und die Leiter der Eilbotenläufe die Ankunft der Läufer. Die Augen der
Schüler nehmen das Bild auf. Ein kurzes Stutzen— und dann ein spontanes, nicht endendes Beifallsklatschen. Erstarrt hält der Vortragende inne. Wie geht gerade von diesem Bilde eine solche Wirkung aus?— Die Schüler haben ihren Turnlehrer unter den Gästen am Sockel des
Denkmals entdeckt. Und nun wenden sich alle Blicke von dem Bilde weg zu dem Manne, der lebendig unter ihnen weilt. Das letzte Eild wird zum lebendigen Bild und gibt allem Gesehenen größere Wirklichkeit. Aber noch lebendiger soll dieser Eindruck werden. Die Reihe der Bilder setzt sich jetzt in Handlung und Wirklichkeit fort, als der Direktor dem Manne, der dort im Bilde steht, hier im Leben vor aller Augen als Anerkennung seiner Verdienste um die Bodenläufe im Namen des Königs den Kronenorden 4. Klasse überreicht. Erneut erhebt sich lebhaftes, begeistertes Beifallsklatschen der Schüler.
Wohl selten ist die Verleihung eines Ordens unter gleich eindrucksvollen Umständen erfolgt wie diese, die der Zufall in so seltsamer Steigerung zu Wege gebracht hat. Hatte doch niemand eine Ahnung, daß auf der Leinwand gerade dies Bild erscheinen werde, und hatte doch der Direktor den Orden gerade eine Stunde vorher aus der Hand des Postboten genommen. Dem Empfänger des Ordens wird die Erinnerung an diese Stunde so wertvoll sein wie die Ehrung selbst.
Das schöne Wetter lockte, und am 10. Februar zogen die Schüler der Klassen Sexta bis Untersekunda, die sich regelmäßig an den Turnspielen beteiligt hatten, mit einer größeren Anzahl ihrer Lehrer zu gemeinsamer Turnfahrt in die Winterlandschaft des schnee- bedeckten Feldbergs im Taunus hinauf.
Der Hitze wegen brauchte in dem verflossenen Schuljahre keine Unterrichtsstunde auszufallen. Zum Schlittschuhlaufen wurden die Nachmittage des 16. Januar und 6. Februar freigegeben.
Mehr und mehr ist die Schule bestrebt, unter den Vorgängen der durch die Be- stimmungen gebotenen sogenannten Schlußprüfung die Fortführung des planmäßigen Unter- richts bis zum Ende nicht leiden zu lassen. Die Schüler der obersten Klassen sollen sich bemühen, allen anderen Klassen mit dem guten Beispiel voranzugehen und durch gewissen- haften Fleiß und unausgesetzte Aufmerksamkeit von Anbeginn des Jahres das Aufrücken in die nächsthöhere Klasse der Vollanstalt zu erreichen. Wie ist es zu bedauern, wenn leistungsfähige Schüler erst im letzten Vierteljahr sich an die Arbeit machen! Wie viel könnte gelernt sein, und wie anders stände dann die Sache am Ende, wenn sie das ganze
Turnfahrt.
Hitzeferien und Eisferien.
Versetzung in die Obersekunda.


