Jahrgang 
1914
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Erhaltung und Stärkung unserer Wehrkraft zu danken sei, der Wilhelm II. unablässig seine beste Kraft widme, und daß er dabei zum Schöpfer unserer mächtigen Kriegsflotte geworden sei, die in jenem Wettkampf der Völker Europas und der Welt, wie der Kaiser rechtzeitig erkannt habe, nicht zu entbehren sei. Zur Festrede kam Gesang und Vortrag aus der deutschen Dichtung hinzu, und zum Schluß verteilte der Direktor die Bücher, die auf Erlaß des Herrn Ministers zur Verfügung gestellt worden waren, um würdigen Schülern am Tage des Regierungsjubiläums seiner Majestät als Preise gegeben zu werden. Die Ansprache, mit der diese Verteilung eingeleitet wurde, pries im wesentlichen den Gefeierten des Tages, den Deutschen Kaiser, als Arbeiter, als einen Arbeiter, um den uns die Welt beneidet. Die deutsche Jugend soll wissen, daß der Höchste im Staate in der Arbeit allen seinen Staatsbürgern und auch der Jungmannschaft auf der Schule als leuchtendes Vorbild voran- steht. Wem das noch nicht bekannt oder vertraut war, der konnte es, so führte der Direktor aus, an dem oben erwähnten Frankfurter Sängerwettstreit zu Pfingsten 1913 hier erleben. Für jeden, dem nicht alle Beobachtungsgabe fehlt, war es geradezu erstaunlich, zu sehen, wie da der Tag ausgekauft wurde, mit welch höchster, innerster Teilnahme, frischer und froher, des Humors nicht entbehrender Lebhaftigkeit der Hohe Schutzherr auch des Gesanges vom ersten bis zum letzten Augenblick vor- und nachmittags meist stehend alle Darbietungen verfolgte und verdienten Beifall spendete. Das war kein Vergnügen mehr im Sinne eines gewöhnlichen Konzertbesuches, es war Arbeit, aber Arbeit die gern getan wurde, so wie jeder rechte Arbeiter seine Arbeit tut. Und wenn das über drei Tage hinaus geschah, so drängte sich einem zunächst die Frage auf, wieviele Menschen denn wohl solches leisten oder aushalten könnten, und darauf die Antwort: Leichter wird es jedenfalls allen denen, die ihre Arbeit mit innerer Anteilnahme, also gern tun, die in dem, was sie nun immer treiben, jedesmal ganz bei der Sache sind. Die Leistung mußte man als umso größer anerkennen, wenn man wußte, daß seine Majestät den Sängerwett- streit von Wiesbaden aus mitmachte, morgens nach Frankfurt und abends wieder zurück- fahrend, und daß in der Frühe des Tages vor der Her- und am Abend nach der Rückfahrt auch noch anderes erledigt wurde, alles in allem so recht ein Beispiel, an dem man aus eigener Anschauung Klarheit darüber gewinnen konnte, woher der Erfolg stammt: Wie die Sache hier betrieben wurde, so hat unser Kaiser vor 25 Jahren sein Werk aufge- nommen, und so hat er es ohne Ruh und Rast bis zu diesem Tage durchgeführt. Wo wäre auf dem weiten Erdeurund heute ein Mensch, der sein Wollen, der die getane Arbeit nicht anerkennen wollte? An Kraft und Entschiedenheit hat es auch nimmer gefehlt. Ohne sie taugt alles Wollen nicht viel. Jede Mattigkeit, jede Halbheit nimmt diesem den Wert und den Zweck. Mühe und Arbeit ist unseres Kaisers Leben unausgesetzt gewesen in diesem ersten Vierteljahrhundert seiner Regierung; darum ist es fürwahr so köstlich gewesen. Ein hochstehender Mensch, auch in gewaltiger Arbeit mitten drin stehend, hat einmal gesagt:Zweck der Arbeit soll das Gemeinwohl sein; dann bringt Arbeit Segen, dann ist die Arbeit Gebet. Nun, in diesem Sinne ist die Arbeit Wilhelms II. wahrlich Gebet. Und darin können es ihm garnicht genug Menschen nachtun. In diesem Sinne wurde denn auch den Schülern, die Preise bekamen, zur Erinnerung an den Gefeierten des Jubiläumstages in die Bücher geschriebenOra et labora!Bete und arbeite!. Es waren die Schüler Paul Bauer(UIII*), Willy Bräutigam(UIIb), Jean Briehl(IV 5) Hans Engel(O IIIa), Friedrich Fischer(O III*), Hermann Hecklau(0 IIIb), Gustav