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die Freundlichkeit, uns im evangelischen Religionsunterricht auszuhelfen, mit dem wir immer in Not kommen, sobald einer der zwei wissenschaftlichen Lehrer für evangelische Religion, die die Adlerflychtschule hat, aus irgendwelchem Grunde fehlt, und das kommt öfter vor, da Herr Oberlehrer Schroeder Offizier ist und immer einmal zu einer militärischen Dienst- leistung herangezogen wird. Allen den Herren, die uns in unseren Vertretungsnõten ge- holfen haben, sei an dieser Stelle für die guten Dienste, die sie der Schule geleistet haben, öffentlich der gebührende Dank ausgesprochen.
Die Gesundheitsverhältnisse bei den Schülern gaben zu besonderen Klagen keinen Anlaß. Aber auch dieses Schuljahr ist nicht vorübergegangen, ohne daß wir den Verlust eines unserer Angehörigen durch den Tod zu beklagen gehabt hätten. Walter Lange war erst zu Ostern 1913 in die unterste Vorschulklasse aufgenommen worden. Aller Anfang, der schwer ist, war gemacht, und der Weg durch die Schule war angetreten. Da erkrankte in der Weihnachtszeit der körperlich frische Junge an Diphtheritis und erlag nach wenigen Tagen der tückischen Krankheit, die auch jetzt ihre Schrecken noch nicht verloren hat. Die Schule, soweit sie den Kleinen kannte, wird ihm ein freundliches Andenken bewahren.
Das Gebäude der Adlerflychtschule hatte diesmal im wesentlichen ein Ruhejahr. Große-Veränderungen wurden nicht vorgenommen. Wir mußten zur Einführung der er- sehnten elektrischen Beleuchtung der benachbarten Humboldtschule zunächst den Vortritt lassen. Die den beiden Schulen gemeinsame Aula wurde aber in die Neuanlage schon mit einbezogen, und so haben wir— des Dankes voll— die berechtigte Hoffnung, daß man 1914 diesseits des Festsaales mit der Arbeit fortfahren und mehr Licht oder wenigstens besseres Licht auch in die Adlerflychtschule bringen wird. Einstweilen hat man uns im letzten Vierteljahr mit einer Anzahl feuerfester Türen bedacht, die hoffentlich niemals ihren Zweck zu erfüllen haben werden. Indessen auch für sie sind wir wie für alles gern dankbar.
Zu gemeinsamer Andacht versammelten sich wie üblich die Schüler am Anfang und Ende eines jeden Vierteljahres in der Aula, wo der Direktor zugleich die der Gesamt- heit geltenden Mitteilungen machte.
Weit mehr als sonst hat uns aber in dem ablaufenden Schuljahre der Festsaal vereinigt aus besonderem, aus festlichem Anlasse. Hat es sich doch die Schule nicht nehmen lassen, mit einzustimmen in den Dank, den das Jahr 1913 im ganzen deutschen Vaterlande wachgerufen hat durch die Erinnerung an die Zeit vor 100 Jahren, miteinzu- stimmen jedoch in diesen freudigen Dank des Jubeljahres namentlich aus dem ernsten Empfinden heraus, daß aufrichtiger Dank, daß echte Dankbarkeit auch Verpflichtungen auferlegt, und daß es gilt, die heiligen Pflichten, die daraus erwachsen, nie zu vergessen, auch in den Tagen des Jubels nicht, wenn anders der Jubel darnach nicht zuschanden werden soll. In mehrfachem Sinne war das Jahr 1913 ein Jubeljahr, und hell durfte wahrlich unser deutscher Jubel nach mancher Richtung sein. Verjubelt aber wären alle Feste, wenn sie nicht auch starke Mahnungen uns tief ins Herz hinein gepflanzt hätten. In dieser Hinsicht hätte gleich bei der ersten Gedenkfeier, die wir begingen, garnicht würdiger und eindrucksvoller gesprochen werden können, als durch die Festrede des Tages geschah. Ich meine die Feier, die am 10. März 1913 abgehalten wurde, am Gedenktage der Stiftung des Eisernen Kreuzes und Geburtstages der Königin Luise, zur Erinnerung an die vor 100 Jahren erfolgte ruhmreiche Erhebung der Nation, die Stiftung des Eisernen
Gesundheits- verhältnisse.
Schul- gebände.
Andachten und Schulfeste.
Der 10. Mär⸗z 1913.


