Der Frühlings- ausflug.
Hitz- und Eisferien.
Revisionen.
Die Schluss- prüfung.
— 29— kurz Halt gemacht, und jeder Rodelkünstler, jede Rodelkünstlerin, jedes Rodelpaar, das herankam, wurde mit Spannung erwartet, mit dem bekannten Schülerjubel begrüßt, und
A.
vielleicht war hier und da in der mitfühlenden Brust auch noch so ein ganz klein bißchen
ein anderes Empfinden oder Wünschen vorhanden,— von solchem Treiben kann nun einmal die Jugend nicht genug bekommen. Aber der Zug wurde nicht versäumt, und kurz nach 5 Uhr fuhren wir wieder in Frankfurt ein.— Die Stimmung hatte zuletzt nicht
wenig gelitten infolge eines Unfalls, den ein Schüler der Sexta bei seiner und seiner. Kameraden fröhlicher Ausgelassenheit gehabt hatte. Dergleichen Vorkommnisse werden sich nie ganz vermeiden lassen; das weiß jeder Vater und jede Mutter, weiß jeder Mensch, der einmal mit einer Schar froher Kinder draußen gewesen ist. Man sollte daher Einsicht zeigen, wie es die Eltern unseres verletzt heimgekehrten Sextaners in anerkennenswerter Weise getan haben, man sollte die Schule nicht gleich anklagen, die sich ihrer Pflichten wohl bewußt ist und an ihrer Verantwortung schon ohnehin schwer genug trägt, man sollte vielmehr bereit sein, ihre Freude zu teilen, wenn keine dauernden übelen Folgen zurückbleiben und, wie es in unserem Falle geschehen ist, die Heilung dem Erwarten gemäß verläuft.
Auch der Frühlingsausflug, das sogenannte Maifest, machte diesmal so recht seinem Namen Ehre: Mitten im Wonnemonat, am 14. Mai, konnte beim schönsten Wetter das Sehnen und Drängen der Jugend gestillt werden. Nach allen Seiten hin fuhren bezw. zogen die Klassen bis zu den Kleinen der zweiten Vorschulklasse herab mit ihren Lehrern davon. Taunus und Frankfurter Wald waren heuer die bevorzugten Ziele. Aber beide sind ja groß, und wenn auch noch andere Schulen sich den gleichen Tag ausgesucht hatten, so litt doch niemand darunter; es war nichts Unerfreuliches zu berichten, und mit voller Befriedigung kehrten die Teilnehmer am nächsten Morgen zur Arbeit zurück.
Der Hitze wegen mußte der Unterricht am 6. August nachmittags und am 15. August von 11 Uhr ab ausgesetzt werden. Zum Schlittschuhlaufen wurden die Nachmittage des 14. und 24. Januar freigegeben.
Am 14. November wohnte der Vortragende Rat im Ministerium Herr Geheimrat Dr. Jansen dem Gesangunterrichte der Anstalt bei und hatte im Anschluß daran mit dem Direktor und den Lehrern des Gesangs eine eingehende Besprechung, in der die Bedeutung dieses Unterrichtsgegenstandes für alle Schüler erörtert wurde. Die Planmäßigkeit des Unterrichts an der Adlerflychtschule wurde anerkannt und des weiteren ausgeführt, auf welchem Wege eine richtig verstandene Förderung des bedeutsamen Lehrzweiges zu erzielen sei. Am 14. Januar hörte auch Herr Geheimrat Dr. Kaiser, der Dezernent für die Adlerflychtschule im Königlichen Provinzial-Schulkollegium zu Cassel, eine Stunde dem
Gesang einer Sexta zu.
Mehr und mehr ist die Schule bestrebt, unter den Vorgängen der durch die Be- stimmungen gebotenen sogenannten Schlußprüfung die Fortführung des planmäßigen Unterrichts bis zum Ende nicht leiden zu lassen. Die Schüler der obersten Klasse sollen sich bemühen, allen anderen Klassen mit dem guten Beispiel voranzugehen und durch gewissenhaften Fleiß und unausgesetzte Aufmerksamkeit von Anbeginn des Jahres das Aufrücken in die nächsthöhere Klasse der Vollanstalt zu erreichen. Wie ist es zu bedauern, wenn leistungsfähige Schüler erst im letzten Vierteljahr sich an die Arbeit machen! Wie


