Jahrgang 
1908
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Turnspiele.

Der 25.September.

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derselben Klassen U. III bis U. II an 7 Barren und 3 Pferden. Unter der bewährten sichern Leitung des Herrn Volze und unter der Mitwirkung der übrigen Turnlehrer verlief alles aufs beste. Von neuem war der Beweis erbracht, daß der Turnunterricht an der Adlerflychtschule in guten Händen ist. Mit Worten der Anerkennung dankte zum Schluß der Direktor für das Gebotene, und mit Kaiserhoch und Nationalhymne ging die Feier gegen 9 ½ Uhr zu Ende.

In seinem Schlußwort brachte der Direktor auch immer wieder den schon mehrfach aufgefrischten Wunsch vor, daß sich die Schüler und, um auf sie zu wirken, auch das Elternhaus doch mehr und allgemeiner, als es bis jetzt noch der Fall war, die Sache der allwöchentlichen Turnspiele möchten angelegen sein lassen. Immer reger werden doch von Jahr zu Jahr in der großen breiten ffentlichkeit alle jene Bestrebungen und Bemühungen, die sich in irgend einer Weise mit der Gesundheitspflege im Volke befassen, mit der Stählung des Leibes für die Arbeit des Lebens; erst vor wenigen Wochen hat das Haus der Abgeordneten wieder aufs eingehendste die Sache verhandelt. Wodurch könnte aber auch besser auf die Erhaltung und Kräftigung der Gesundheit unserer Jugend abgezielt werden, als wenn wir den Kindern und Jünglingen für Gelegenheit sorgen, sich stundenlang draußen bei munterem Spiel in frischer Luft mit ihresgleichen herumzutummeln. Und auch indirekt ist gewiß schon manches Heil aus solcher Hingabe an die Freuden des Spielplatzes ent- sprungen. Der Wind, der da kräftig um Nase und Ohren pfeift, hält den jungen Menschen von so manchen gesundheitsschädlichen Dinflüssen und Einwirkungen fern, wie denn über- haupt das Sportleben unserer Tage unzweifelhaft viel Gutes in dieser Beziehung wirkt, und deshalb in seiner Bedeutung für das Aufkommen eines an Leib und Seele gesunden Nachwuchses nicht hoch genug geschätzt werden kann. Die Ausschreitungen des Sportes werden trotz Gewährung jeder möglichen Freiheit auf dem Spielplatz fern gehalten. Darum sollte aber auch das Elternhaus alle Bedenken beiseite setzen, die sich vielleicht noch hier und da regen, und nicht nur das: Es sollten auch alle Schwierigkéeiten aus dem Wege geräumt werden, die sich denr Besuche der Turnspiele entgegenstellen; der von der Schule für diese freigehaltene Nachmittag sollte durch keinerlei andere Nebenbeschäftigungen in Anspruch genommen werden. Gilt es doch hier kein geringeres Gut als die Gesundheit des heranwachsenden Menschen, dem man gzumal in der Grofßstadt keine Gelegenheit vorenthalten sollte, die sich zur Betätigung seiner Bewegungsfreiheit bietet. Das Verlangen nach öffentlichen Spielplätzen, das immer vernehmlicher jetzt an das Ohr der Behörden dringt, ist doch wahrlich Zeugnis genug. Da sollten denn aber auch die Spielplätze, die vorhanden sind, von denen, für die sie geschaffen wurden, nach Gebühr benutzt werden. Ich habe während der Jahre meines Aufenthalts in England die Spielplätze der englischen Jugend kennen gelernt und habe mich gar manchmal des Treibens auf ihnen gefreut. Die Auswüchse brauchen wir nicht nachzuahmen, aber das Gute sollten wir nehmen, wo wir es finden; und es sollte mich freuen, wenn ich an der mir nun in meinem Vaterlande anvertrauten Schule auf diesem Felde einen höheren Aufschwung erlebte als bisher.

Immerhin sind wir auch im Sommer des ablaufenden Schuljahres wieder eifrig auf dem Plane gewesen und haben mit gutem Erfolge an den Turnspielen teilgenommen. Das Wettturnen der Schüler der höheren Lehranstalten, das alljährlich im Herbst auf dem Altaracker stattzufinden pffegt, fiel diesmal aus zugunsten des Schauturnens der sämt- lichen Frankfurter Schulen, das zur Vorbereitung der Teilnahme an dem bevorstehenden Allgemeinen Deutschen Turnfest auf jenem Spielplatz abgehalten wurde: Dazu war der