Jahrgang 
1888
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beginnt das Disponieren der gelesenen Stücke, sowohl der prosaischen als der poetischen, besonders der zum Memorieren bestimmten. Lesestücke gleichen oder ähnlichen Inhalts werden dabei zur Vergleichung herange- zogen. Memoriert werden in dieser Klasse: Paldamus Lesebuch, 4. Teil, 10, 14, 44, 79, 98, 118, 157, 159, 162.

2. Alle 14 Tage wird abwechselnd ein Diktat oder ein Aufsatz geschrieben. In der Orthographie wird zunächst eine Wiederholung und Befestigung des Wichtigsten aus den beiden vorangehenden Jahrespensen ins Auge gefaßt. Hinzu tritt das Kapitel von den Fremdwörtern. Der Stoff wird dem Regelbuch entnommen und von dem Lehrer nach Bedürfnis vermehrt. Im Anschluß an die Diktate, besonders an diejenigen zusammen- hängenden Inhalts, werden die Schüler mit den wichtigsten Regeln der Interpunktion bekannt gemacht und im Gebrauch der hauptsächlichsten Interpunktionszeichen(besonders Komma und Punkt) geübt. Die Aufsätze werden teils zu Hause, teils in der Klasse angefertigt. Die Themata hierzu werden dem im deutschen und ge- schichtlichen Unterrichte behandelten Stoffe entnommen.

3. Dem Unterricht in der Grammatik liegt auch in dieser Klasse ein dem Lesebuch beigegebener kurzer grammatischer Abriß zu Grunde. Sein Ziel ist Befestigung und Vervollständigung der früheren Pensa. Nach einer gründlichen Wiederholung der Wortarten, der Deklination und Konjugation(besonders Modus und Genus des Verbs) und der Verhältnisse des einfachen Satzes geht er, an die Lektüre anschließend, zur Behandlung des zusammengesetzten Satzes über, wobei die bei den Diktatsübungen schon berücksichtigte und vorbereitete Lehre von der Interpunktion auch theoretisch zur Geltung kommt. Der Unterricht beschränkt sich in Bezug auf die Lehre vom zusammengesetzten Satz auf das Einfachste und Unentbehrlichste, um darin die Schüler zu wirklicher Sicherheit zu bringen.

Tertia, wöchentl. 3 Stunden. 1. Aus dem für den Unterricht in III und II zu Grunde liegenden 5. Teil des Lesebuchs von Paldamus werden von den prosaischen Stücken Erzählungen, geographische und einige leich- tere geschichtliche und kulturgeschichtliche Abschnitte, von den poetischen vorzugsweise epische Dichtungen teils zu mehr kursorischer Lektüre, teils zu mehr eingehender Besprechung ausgewählt. Es schließen sich daran Ubungen im Disponieren der gelesenen Stücke, im mündlichen Wiedergeben des Inhalts derselben, im Memorieren und Vortragen leichterer Uhland'scher und Schiller'scher Balladen u. a. Die in IV und die vorzüglichsten der in den früheren Klassen memorierten klassischen Gedichte werden wiederholt, um sie dem Schüler zu unverlier- barem Besitz allmählich anzueignen. Neu gelernt werden Paldamus Lesebuch, 5. Teil, 2, 29, 50, 75, 141, 155.

2. In der Orthographie wird das Pensum der vorhergehenden Klassen wiederholt und ergänzt, besonders wird die Schreibung der Fremdwörter nach dem Regelbuch und im Anschluß an das grammatische Pensum be- rücksichtigt und die Interpunktionslehre mit größtmöglicher Sorgfalt eingeübt.

3. Es werden im Jahre 12 nach Inhalt und Form vorbereitete Aufzätze, darunter in jedem Semester 2 als Klassenarbeit geschrieben. Die Themata derselben werden zum Teil noch dem in der deutschen Lektüre, sowie in dem geschichtlichen Unterricht behandelten Stoff entnommen; doch treten jetzt auch einfache Beschrei- bungen, Schilderung eigener Erlebnisse(in Briefform), sowie Übersetzungen aus dem Französischen hinzu; für die letzteren wird als Grundsatz festgehalten, daß die Wiedergabe des Grundtextes eine wörtliche nur insoweit sein soll, als dies in völlig deutschen Ausdrücken und Redewendungen möglich ist.

4. Zur Wiederholung der früheren Pensa in Formenlehre und Syntax tritt als neue Aufgabe die Ein- teilung der Nebensätze hinzu. Es wird bei der Behaudlung derselben besonders Gewicht darauf gelegt, daß der Schüůler völlige Klarheit über die verschiedenen Einteilungsgründe der Nebensätze(nach dem Worte, durch welches sie mit dem Hauptsatze verbunden sind, nach ihrer Stellung zum Hauptsatze, nach dem Grade der Ab- hängigkeit vom Hauptsatze, nach den Satzbestimmungen, statt deren sie eintreten) erlange. Dem Unterricht liegt auch hier der dem 4. Teil des Paldamus'schen Lesebuchs vorgedruckte kurze grammatische Abriß zu Grunde.

Secunda, wochentl. 3 Stunden. 1. Aus dem 5. Teil des Lesebuchs von Paldamus werden vorzugsweise die kultur- und litteraturgeschichtlichen prosaischen Abschnitte zur Lektüre und eingehenden Erklärung heran- gezogen. Im 2. Semester werden vorzüglich poetische Abschnitte(Erlkönig von Goethe, Erlkönigs Tochter von IHerder, der 70. Geburtstag von Voß, der Kampf mit dem Drachen von Schiller, die Glocke von Schiller, der Zauberlehrling von Goethe, der Eislauf von Klopstock, die drei Ringe von Lessing u. a.) gelesen, sowie ein leichteres Drama(Herzog Ernst von Schwaben von Uhland, oder Schillers Tell), in mehr kursorischer Weise, jedoch selbstverständlich mit den nötigen Erläuterungen und zusammenfassenden Reproduktionen der einzelnen Abschnitte. Früher gelernte klassische Gedichte werden wie in III repetiert und eine Stelle aus dem gelesenen Drama, sowie folgende Gedichte hinzugelernt: Paldamus Lesebuch, 5. Teil, 12, 42, 68, 83, 91, 115.