Jahrgang 
1885
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Naturbeschreibung. 2 St. Dr. Schauf.

Im Sommer Botanik: Vertreter der Familie der Liliaceen, Papilionaceen, Rosaceen, Pomaceen, Ranunculaceen, Primulaceen, Labiaten. Kletternde Pflanzen.

Im Winter Zoologie: Skelett des Hundes. Übungen im Bestimmen einzelner Säugetier- knochen. Säugetiere.

Sexta. Ordinarius: Dr. Schauf.

Religion. 3 St. Dr. Kretzer. 1. Biblische Geschichte: Die wichtigsten biblischen Geschichten des Alten Testamentes wurden gelesen, erklärt und besprochen, von den Schülern nacherzählt und durch Wiederholungen dem Gedächtuis eingeprägt, die Kerustellen derselben memoriert. Vor den Hauptfesten die betreffenden Geschichten des Neuen Testamentes. Das Wichtigste von der Geographie Palästinas. 2. Lieder: Im Auschluß an das Kirchenjahr wurden memoriert, resp. wiederholt: 14(1. Str.), 15(1. Str.), 19b, 16, 5, 24, 18, 46. 3. Katechismus: Das 1. Hauptstück mit den Erklärungen.

Deutsch. 4 St. Winneberger.

1. Lesen: Namentlich die Erzühlungen aus Sage und Geschichte des Altertums von Paldamus, Lesebuch, 2. Teil, wurden gelesen, besprochen und in Frage und Antwort oder auch in zusammenhängender Erzählung von den Schülern wiederholt. Besondere Aufmerksamkeit wurde den Deklamationsübungen gewidmet, um die Schüler in richtiger Satzbetonung und ange- messeuer Vortragsweise zu üben. 17 Gedichte wurden memoriert..

2. Schriftliche Übungen: Es wurden 36 Diktate geschrieben, teils zusammen- bängenden Inhalts, teils in Sätzen über die§§8 3 20 des Regelbuchs und Wörterverzeichnisses für die Rechtschreibung, d. i. die Lehre von den Vokalen und Diphthongen, von den Konso- nanten d, t, dt, b, p, g, ch; die Endsilben ig, lich, isch; ferner kt, cks, gs, x, chs; e, f, ph, s, h, ht; die Verdoppelung der Konsonanten, ck und tz; die Zeichen der Länge; Wörter, in denen h nicht Zeichen der Länge ist. Die vorkommenden Wörter wurden vorher durchgenommen, erklärt, in Sätzen und durch Abschreiben geübt. Im Winter wurden 5 Aufsätze nach Form und Inhalt wohl vorbereitet und ins Reinheft geschrieben.

3. Grammatik: Das Wesentlichste aus Wort- und Satzlehre wurde an zahlreichen Beispielen geübt: Starke, schwache und gemischte Konjugation, Unterscheidung der drei Zeit- stufen; starke, schwache und gemischte Deklination; Wortarten, Substantiv(auch Infinitiv des Verbs), Adjektiv(auch Particip des Verbs), Pronomina und Präpositionen(namentlich mit Rücksicht auf das Französische); Satzglieder, besonders Subjekt, Prädikat und Objekt(dabei Unterschied transitiver und intransitiver Verba).

Französisch. 8 St. Winneberger. In eiuem methodischen, sehr langsam fort- schreitenden Vorbereitungskurs wurde die Aussprache der französischen Laute geübt(Kurze Vo- kale, verlängerte Vokale, Nasallaute, Diphthonge, Doppelkonsonanten, dic schwereren Laute j, g. ch und e und schließzlich die sog. mouillierten Laute) Der Laut wurde gegeben, dazu zugleich eine Anzahl Wörter mit demselben, und aus diesen wurden sofort Sätze gebildet. Diese wurden dann ins Deutsche übersetzt, sie selbst oder ähnliche wieder ins Französische zurück, bessere Schüler wurden angehalten, eigene Sätze zu bilden, andere sprachen sie nach, übersetzten oder