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B. V. D. A.(Schulgruppe des Vereins für das Deutschtum im Auslande):
Auch in diesem Jahre gehörten fast alle Schüler der Schulgruppe an. Das Leben in unserer Gruppe zeigte drei Höhepunkte: Die Pfingsttagung in Kiel, der„Kärtner-— abend“ im Herbst und der„Deutsche Abend“. An der Kieler Tagung nahmen wieder nur wenige teil, sie kehrten begeistert von dem dort Erlebten zurück. Der„Kärtner- abend“ war ein Werbeabend für den Gedanken des V. D. A. Tags zuvor hatte uns Pastor Lienert(Siebenbürgen) seine Heimat vor Augen geführt, und zwar vormittags in einem Vortrag in unserer Aula, nachmittags in Lichtbildern, die er uns und der Schulgruppe der Knabenbürgerschule zeigte. Der Ortsgruppe halfen wir weiter bei der Durchführung der Werbewoche, einmal, indem wir zumeist die Sammler für die Straßensammlung stellten und ferner, indem wir am Abend die Kärtnergruppe betreuten. Wieder gelang es uns, der Ortsgruppe viele neue Mitglieder zu gewinnen, wobei sich von den Klassen UIIr und von den Schülern Steinecke— OIII— am meisten aus- zeichneten. Am 8. Februar 1930 feierten wir den„Deutschen Abend“. Zum dritten Mal hat sich nun unser Versuch, durch eigene Arbeit für das Deutschtum im Auslande Geld aufzubringen, bewährt: Wieder sind über RM 300.— an die Landesleitung weiter- geführt worden. Die Darbietungen zeigten deutsches Wesen(Musik, Turnen,) aber auch deutsche Not(die lebenden Bilder, von uns selbst erdacht) im Kampf um deutsches Volkstum. Ein Primaner gab einen vberblick über die Arbeit, die der V. D. A. in den 50 Jahren seines Bestehens geleistet hat. Erwähnt sei, daß unsere Schulgruppe in diesem Jahre zum ersten Mal die Karten für den„Deutschen Abend“ allein verkaufte; besonders zeichnete sich die Obertertia aus, die über ein Drittel aller Karten absetzte: Ein Vorbild namentlich für die oberen Klassen. Wie man für seine deutschen Brüder im Auslande arbeiten kann, indem man ihnen die Mittel gibt, in ihrem Kampf um ihr Deutschtum auszuhalten, zeigten zwei Obertertianer: Stück— OIII— verkaufte über 20, Jungbluth— OIII— sogar über 30 Karten für den Abend. Viel Arbeit hat im Laufe des Jahres der Vertrauensmann unserer Gruppe, der Primaner Stolzenberg, geleistet. Zum Dank und als Anerkennung lud ihn der Landesverband ein, in den Herbstferien an der Schulungswoche in Bensheim teilzunehmen.
III. Aufgabenfreie Nachmittage, Wanderungen und Schulsport:
Die Skigemeinde unserer Schüler und Schülerinnen ist auch in diesem Jahr in stetiger Zunahme begriffen. Wir zählen jetzt 135 Skiläufer, Iungen und Mädchen, und haben im Verband Mitteldeutscher Skivereine(dem Gau des Deutschen Skiverbandes, dem die Schüler angeschlossen sind) die stärkste Jugendabteilung. Das sehr abwechse- lungsreiche Berggelände unserer Heimatlandschaft eignet sich bei genügender Schnee- lage normaler Winter vorzüglich zur Ausübung dieses schönen und gesunden Sports, sodaß unmittelbar am Rande der Stadt ebenso wie in der näheren und ferneren Umgebung reichlich Möglichkeiten zum Üben und vor allem zu schönen Skiwanderungen von jeder Ausdehnung sich ergeben. In jedem Fall ist der Meißner(750 m Meereshöhe) unser eigentlicher Skiberg. Der überaus milde Winter dieses Jahres nun enttäuschte unsere Jugend aufs tiefste durch seine absolute Schneelosigkeit. Nur gerade am Heiligen Abend fiel prachtvoller Schnee, den unsere Schüler mit Begeisterung aus- nützten, den uns aber sogleich das Tauwetter wieder nahm. So konnten wir hier den ganzen Winter nicht Ski laufen; das war noch nie da. Besonders bedauerlich war dieser Zustand deshalb, weil wir mit Genehmigung des Provinzialschulkollegiums zu Kassel(Vfg. v. 24. 10. 1920 Nr. 13640) den jährlich stattfindenden„Skitag der Friedrich-Wilhelm-Schule“ erstmalig zu einem größeren„Schüler-Skitag auf dem Meißner“ für die höheren Knaben- und Mädchenschulen der Meißnerlandschaft erweitern wollten. Der auf den 19. Januar 1930(Sonntag) festgesetzte Termin sollte Wettläufe


