3) Kunstbetrachtung: Heranziehen von Bildern, Zeichnungen primitiv illustrierender
und ornamentaler Kunst, einfachen heimischen Bauformen und Handwerks- erzeugnissen. Mittelstufe OIHI-OII: 1) Freies Zeichnen: Freies Gestalten von Eindrücken und Erlebnissen aus dem erweiterten Gesichtskreis des Schülers, jedoch ohne Nötigung zu phantasiemäßigem Schaffen, wenn dazu keine Neigung mehr vorhanden ist.— Stärkeres Betonen der Beobachtung und der unmittelbaren wie der gedächtnis- mäßigen Wiedergabe der Natur in Schwarz-weiß und Farbe.(Schmetterlinge, Vögel usw.). Fortsetzung der Ubungen im Linolschnitt(z. B. Einladungskarten, Ex Libris, Buchzeichen usw.).
2) Gebundenes Zeichnen: Ubungen auf dem Reibßbrett in Form von geometrischen Ornamenten, projektives Darstellen von einfachen Körpern und einfachen Bau-
formen. Schattenkonstruktionen.
3) Kunstbetrachtung: In Verbindung mit den Ubungen im räumlichen Darstellen:
Betrachten von Bauwerken als Beispiele zweckbedingter Raumgestaltung(Wohn- häuser, Kirchen, Schulbauten usw.) ferner Betrachten von Werken der Kunst und des Handwerks bei jeder sich bietenden Gelegenheit. Erklärung der ein- fachen Drucktechniken. Oberstufe Oll-Ol: ¹) Freies Zeichnen: Freies Gestalten und Lösen von Bildaufgaben, die sich die Schüler in zunehmendem Mabe selbst zu stellen haben. In Verbindung damit eingehende Naturstudien(Tier, Mensch, Architektur, Straßenbilder, Land- schaft usw.) und gedächtnismäßige Wiedergabe von Bildern, Plastiken, Bauten und Landschaftsausschnitten unter verschiedenen Gesichtspunkten(Aufbau, Linien- führung, Massenverteilung, Farben-Wahl und Nerteilung usw.). Bei diesen Arbeiten Ubungen in allen Techniken(Ol-Aquarell-Pastellmalerei, Radierung, Helioradierung, ein- und mehrfarbiger Holz- und Linolschnitt, Federzeichnung usw.). Dekorative Arbeiten für bestimmte Zwecke(Plakate aller Art, Diplome, Schriftsätze usw.). Ubungen im Modellieren.
2) Gebundenes Zeichnen: Steigerung der Aufgaben im projektiven Darstellen von Geräten, Werkzeug, Innenräumen, Bauteilen und ganzen Bauwerken. Bei der Darstellung von Bauwerken Einführung in die Zentral- und malerische Per- spektive. Schwierige Schattenkonstruktionen. Übungen im Feldmessen durch Aufnahme des Schulgrundstückes, dabei Erlernen der Handhabung der hierzu nötigen Instrumente.
3) Kunstbetrachtung: Verschiedene Gebiete der Kunstgeschichte. Bekannt- machung mit den wichtigsten graphischen und Reproduktionstechniken. UÜber- blick über die Entwicklung der Kunstformen der Völker, in deren Kultur die Schule einführt.—
Der Musikunterricht:
In 16 Wochenstunden wurden alle Schüler der Anstalt in den einzelnen Dis- ziplinen der Musik unterrichtet.
In den Musikstunden der einzelnen Klassen wurde der lehrplanmäßige Stoff durchgearbeitet, wobei größter Wert auf die sich von selbst ergebenden Quer- verbindungen der Unterrichtsfächer gelegt wurde.
Im Chorgesang waren, wie in früheren Jahren, zwei Chöre gebildet, ein großer und ein kleiner; daneben wurden vorübergehend auch Versuche mit einem Männerchor gemacht, wozu die verhältnismäßig starke Oberstufe der Anstalt Veranlassung gab. In diesem Zusammenhang sei auch noch erwähnt, daß die starke Durchsetzung der Schüler der Anstalt mit ländlichen Schülern(etwa 45%),


