Jahrgang 
1912
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der sich den Körper baue, und zwar hier der Geist des tätigen, tüchtigen, vor keiner An- strengung zurückscheuenden Bürgertums, der Geist der Liebe zur Jugend, der diese Bürger- schaft und ihre Obrigkeit erfülle. Diesem Geist, der sich hier selbst ein herrliches Denk- mal gesetzt habe, zu huldigen, sei diese Versammlung berufen. Ein Geist aber werde auch hineingetragen in das neue Gebäude vom alten her; es möge sein der Geist der Zucht und des Gehorsams, der Pflichttreue, der Ordnung und Reinheit, der diese Räume auch so makellos, wie sie übergeben seien, erhalten möge. Zum Schluß verkündete der Herr Provinzial-Schulrat die Ordensauszeichnungen, die Seine Majestät der König bei dieser Gelegenheit zu verleihen die Gnade gehabt hatte, und zwar den Königlichen Kronenorden III. Klasse dem Herrn Landrat v. Keudell und dem Herrn Bürgermeister Vocke; den Roten Adlerorden IV. Kl. dembisherigen Beigeordneten fierrn E. A. Döhle und dem Direktor,

den Königlichen Kronenorden IV. Klasse dem Zeichenlehrer der Anstalt Troll; das Allgemeine Ehrenzeichen dem Schuldiener Böhning und dem Maurerpolier Herrn Franz Adam. Der Direktor gab dann, hinweisend auf die von den hohen Bogen-

fenstern der Aula niederschauenden Bilder des Landgrafen Moritz von Hessen und des Kaisers Friedrich III,, des hohen Namengebers und Patrons der Anstalt, einen kurzen Abriß der Geschichte des höheren Schulwesens der Stadt Eschwege in alter und neuer Zeit, um aus der Vergangenheit Richtlinien für die Gegenwart und Zukunft zu gewinnen; im be- sonderen begründete er historisch die Berechtigung der Doppelanstalt und betonte die Notwendigkeit der Realschule für die Stadt, der dahner auch immer die besondere Fürsorge der Leiter der Friedrich-Wilhelms-Schule zugewandt bleiben müsse. Mit dem treuen Fest- halten an gutem Alten lasse sich aber, wie die Entw icklung der Anstalt im letzten Jahr- zehnt beweise, die Freude am Neuen sehr wohl vereinigen. Mit dem Gelöbnis, alle seine Kräfte auch ferner in den Dienst seiner lieben Friedrich-Wilhelms-Schule zu stellen, mit der er nunmehr 32 Jahre verbunden sei, verband der Direktor Segenswünsche für das fernere Wachsen und Blühen der Anstalt und schloß mit dem Worte, das in Eschweges alter und neuer Schule in ernsten Feierstunden oft erklungen sei: ‚Quod deus bene vertat! Die Reihe der Glückwünschenden eröffnete der Vorsitzende des Kuratoriums, Herr Landrat und Kammerherr v. Keudell, der zugleich im Namen des Kreises Eschwege der Anstalt die 6 bunten Aulafenster übergab, die in der Mitte die Bilder des Landgrafen Moritz und des Kaisers Friedrich III., zu beiden Seiten die Wappen von Eschwege, Hessen, Preußen und dem deutschen Reiche aufweisen. Es folgte Herr Bürgermeister Vocke, der die Glückwünsche der städtischen Körperschaften übermittelte. Er wies auf den 20. April 1637 hin, jenen Unheilstag, an dem das unglückliche Eschwege in Flammen seinen Untergang fand, um im Gegensatz dazu die Gegenwart in ein helleres Licht zu setzen. An die Schüler richtete er die beherzigenswerte Mahnung, sie möchten auch den werktätigen Ständen ihre Achtung nicht versagen. Herr Fabrikant Georg Brill überreichte unter Glückwünschen im Namen der alten Schüler eine Einzugsspende in Höhe von 8500 M. Im Namen des geistlichen Ministeriums der Stadt beglückwünschte Herr Superintendent Hocke die Anstalt und ihr Lehrerkollegium und gab dem Wunsche Ausdruck, daß das freundschaftliche Verhältnis zwischen der Kirche und der höheren Schule wie bisher weiter bestehen möge. Herr Direktor Dr. Schmitz endlich überbrachte die Glück-