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wünsche des Lehrerkollegiums der höheren Mädchenschule.— Tief bewegt dankte der Direktor für die vielen Beweise des Wohlwollens und der Anerkennung, die der Anstalt und dem Lehrerkollegium zu Teil geworden, insbesondere der hohen Staatsregierung und ihrem Vertreter, Herrn Provinzial-Schulrat Kanzow, dem Herrn Landrat v. Keudell für die hochsinnige Stiftung der Schulorgel, und dem Kreistage, den städtischen Körperschaften für ihre hochherzige Opferwilligkeit, mit der sie über den Rahmen des Notwendigen hinaus so viel des Schönen hätten herstellen lassen, daß das Auge sich nicht satt sehen könne; der Geistlichkeit und den Lehrerkollegien der Stadt; Herrn Kammerherrn von Scharfenberg auf Kalkhof, dem langjährigen Gönner der Anstalt, für das herrliche Wart- burgwerk, das er zum Einzug gestiftet; Herrn Zeichenlehrer Troll für das seiner Anstalt für ihr neues Heim gemalte und gestiftete überlebensgroße Bild Kaiser Friedrichs III.; dem Schöpfer des herrlichen Baues, Herrn Professor H. Eberhardt in Offenbach, und allen, die unter ihm an dem Bau mitgearbeitet haben; und endlich— last not least— den ehe- maligen Schülern und ihrem Sprecher, Herrn Georg Brill, für ihre Spende und ihre Wünsche, worin er die schönste Anerkennnng erblicke, die der Anstalt gezollt werden konnte. Er schloß mit den Worten:„Wo so viel Liebe und Wohlwollen zusammenströmt, da kann es ja der Anstalt nicht fehlen; da muß diese Liebe Gegenliebe erwecken, die alle, die ihr jetzt und künftig angehören, Lehrer und Schüler, immer wieder antreibt, ihr Bestes zu tun, daß diese Anstalt immer mehr an innerem Wert zunehme, daß sie Ehre mache der Stadt, die sie gegründet und so reich ausgestattet hat, und dem teuren Namen, den sie führen darf. So gehe denn, du liebe Friedrich-Wilhelms-Schule, von so viel Liebe und Vertrauen getragen, weiter deinen Weg mit Ehren! Der treue Gott, der bis hierher ge- holfen hat, wird auch weiter helfen; er walte über dir für und für! Amen!“— Ein Chor- gesang schloß die eindrucksvolle Feier in der Aula.— Ein Rundgang durch das Gebäude zeigte den daran Teilnehmenden viel Schönes und Neues und entlockte ihnen manches Wort der Anerkennung.— Am Nachmittage vereinigte ein Festessen im großen Casino- saal etwa 70 Herren.— Mit einem von den Primanern am Sonntag den 22. April auf dem Bergschlößchen bei Niederhone in letzter Stunde veranstalteten Tanzkränzchen fanden die Einzugsfeierlichkeiten ihr Ende.
Am Montag den 24. April— am Freitag den 21. April hatten die Aufnahme- prüfungen stattgefunden, am Tage darauf waren die Schüler mit den dringlichsten Maß- regeln, die sie unter den neuen Verhältnissen zu beobachten hatten, und mit dem neuen Stundenplan bekannt gemacht worden— eröffnete der Direktor das neue Schuljahr mit dem Wunsche„Zur neuen Arbeit im neuen Schuljahre im neuen Fleim den alten Gott, den alten Geist, das alte Glück!e und führte die neu aufgenommenen Schüler ein und verpflichtete sie. In den Lehrkörper traten ein die Herren Oskar Engelhardt, früher Oberlehrer an der Oberrealschule in Flensburg, mit der Versehung der durch das Ausscheiden des Herrn Professors Dr. Pontani freigewordenen Oberlehrerstelle beauftragt, und Heinrich Nierenköther, der zur Verwendung als wissenschaftlicher Hülfslehrer


