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Maßregeln die Lücken ihres Wissens in einzelnen Fächern auszufüllen, das Sommer- halbjahr verstreichen lassen, ohne diese Aufgabe ernstlich in Angriff genommen zu haben. Es liegt aber auf der Hand, daß unter diesen Umständen die Lücken größer werden und daß es dann diesen Schülern ganz unmöglich ist, mit den übrigen gleichen Schritt zu halten. Setzen Privatstunden erst im dritten oder gar vierten Vierteljahr ein, so ist es oft schon zu spät, das Klassenziel noch zu erreichen. Die Eltern solcher Schüler werden da- her im Interesse ihrer Söhne gebeten, bei Zeiten die geeigneten Schritte zu tun, die ent- standenen Lücken zu beseitigen; oft läßt sich dann in der Hälfte der Zeit und mit Sicherheit das erreichen, was später nur unzulänglich und mit größerem Aufwand an Zeit und Geld erzielt werden kann.
Mit der Bedeutung, die sowohl in ärztlichen, wie in Laienkreisen, selbstverständlich auch bei den Schulmännern, dem Turnen beigemessen wird, will es nicht recht stimmen, daß die Zahl der Turnbefreiungen noch immer eine Höhe aufweist, die der Unter- richtsverwaltung ein Gegenstand unablässiger Sorge ist. Die Häufigkeit der Turnbefreiungen auch an der hiesigen Anstalt, besonders in den oberen Klassen, und die Leichtigkeit, mit der Schüler unter der Zustimmung ihrer Eltern ärztliche Zeugnisse erlangen, geben dem Unterzeichneten Veranlassung, sich hier zunächst an die Eltern zu wenden, damit diesem Unwesen gesteuert werde; sind doch Fälle nicht so gar selten, daß Schüler, die auf Grund ärztlicher Zeugnisse jahrelang befreit waren, sich plötzlich wieder am Turnen beteiligten, weil sie sich entschlossen hatten, sich einem Berufe zuzuwenden, für den körperliche Ge- wandtheit erwünscht ist. Das Turnen ist, darin stimmen alle Urteilsfähigen überein, gerade für die höheren Schulen ein notwendiges Gegengewicht den großen Ansprüchen gegenüber, die an die geistige Tätigkeit der Schüler gestellt werden. Da die Turnlehrer aber auf individuelle körperliche Eigentümlichkeiten der Schüler(Kurzatmigkeit, Neigung zu Schwindelanfällen usw.) stets Rücksicht nehmen, so ist es ganz unbedenklich, auch bei solchen Anlagen am Turnen teilzunehmen; in solchen Fällen werden die Schüler von Ubungen, die nachteilig auf ihre Körpergesundheit einwirken können, befreit; die vorge- schriebenen Formulare enthalten auch für den untersuchenden Arzt bestimmte Hinweise für solche Teilbefreiungen.— Das Pflichtgefühl des deutschen Jünglings sollte aber in der eifrigen Teilnahme an den turnerischen UÜbungen und der dadurch erzielten Kräftigung seines Körpers auch die Erfüllung einer patriotischen Pflicht sehen. Nur wenn alle, oder wenigstens die meisten Schüler der höheren Schulen sich dieser Pflicht bewußt sind, werden endlich die vagen Behauptungen verstummen müssen, daß die höheren Schulen Deutschlands überwiegend Elemente züchten und ins Leben hinausschicken, die unbrauchbar sind, dem Vaterland im Krieg und Frieden mit der Waffe zu dienen.
Auch der Wert der wahlfreien Unterrichtsfächer, des Englischen und des Zeichnens in den oberen Gymnasialklassen, des Linearzeichnens für die Real-
schüler, wird noch viel zu niedrig eingeschätzt. Was das Englische anbetrifft, so gehört 4*


