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sich als Mittelpunkt einer Feier zu wissen, so konnten wir Ihnen doch um der Schule willen, um unsert- und Ihrerselbstwillen diese Feierstunde nicht ersparen. Es ist nicht nur eine äussere Pflicht, die wir erfüllen, es ist ein innerer Drang, der uns treibt, heute, am Ziele Ihrer amtlichen Wirksamkeit, öffentlich zu bekennen, was Sie der Anstalt als Lehrer und den Mitarbeitern daran als Kollege gewesen sind.
Im Jahre 1868, vor nun bald 27 ½ Jahren, sind Sie in die damalige Realschule II. Ordnung mit Gymnasialklassen berufen worden, nachdem Sie bereits 18 Jahre hindurch mit ausgezeichnetem Erfolge im Lehramt thätig gewesen und— wie Sie es bis in die Gegenwart erfahren haben— sich die Liebe Ihrer Zöglinge erworben. In diese Anstalt sind Sie eingetreten in voller Manneskraft und mit reicher pädagogischer Erfahrung; hier haben Sie freudig das Beste hingegeben, was Gott Ihnen an Gaben verliehen. Sie haben schweren Dienst gehabt und Ihre Kräfte sind manches Jahr aufs äusserste angespannt worden. Aber bei aller Arbeitslast haben Sie nie die Arbeitslust verloren. Es macht mir Freude, heute hier es auszusprechen, was schon vor mir oft und gern anerkannt wor- den ist: Sie haben jederzeit mit ernstester Gewissenhaftigkeit Ihre Pflicht gethan. Die Strenge, mit der Sie von den Schülern die Erfüllung ihrer Arbeiten verlangt, haben Sie zuerst und zuletzt gegen sich selber geübt; Ihr Eifer, Ihre Sorgfalt in der Ausführung übernommener Pflichten haben nimmer gefehlt; in der Pünktlichkeit sind Sie Lehrern und Schülern ein Vorbild gewesen. Daher haben auch die von Ihnen unterrichteten Schüler sich stets gut vorbereitet gezeigt, dem weiteren Unterrichte zu folgen.
Aber nicht nur in wissenschaftlicher Beziehung haben Sie sich den Dank der Schule erworben, auch auf Gemüt und Herz der Knaben haben Sie durch den Keligions- unterricht guten Einfluss geübt und zur sittlichen Erziehung derselben beigetragen. Hier- durch und durch die ansprechende Art, mit der Jugend zu verkehren, haben Sie die Liebe Ihrer Z6glinge gewonnen, wie Sie dieselbe in Ihrem Wirken in und ausserhalb der Schule erfahren haben und wie Ihnen heute bei Ihrem Scheiden die Gaben der Klassen zeigen.
Die heutige Feier gilt aber nicht allein dem Lehrer und Erzieher, sondern auch dem Kollegen.
Ein Stück Schulgeschichte, ein ehrwürdiger Zeuge einer wechselvollen Vergangen- heit der Friedrich-Wilhelms-Schule ist in Ihnen, hochgeehrter Herr Kollege, verkörpert. Mehr als Sie Jahre zählen, haben Sie in den 27 ½ Jahren Kollegen neben sich wandeln, kommen und gehen sehen. Seit fünf Jahren Senior des Lehrerkollegiums, wollen Sie jetzt aus dem altgewohnten Kreise treten, mit dem Sie in Freud und Leid, in Arbeit und Erholung ver- bunden gewesen. Mehrere Ihrer Amtsgenossen verehren in Ihnen den väterlichen Freund, vielen der jüngeren Kollegen sind Sie bei ihrem Eintritt in diesen Kreis ein gastlicher Wegweiser, ein dienstwilliger Berater gewesen; allen sind Sie als Kollege ein Muster gewesen in den Tugenden der Pünktlichkeit, Gewissenhaftigkeit, Gerechtigkeit, in der Bereitwilligkeit, jede Aufgabe zu übernehmen, in der Strenge gepaart mit Milde. Alle haben Sie hochgeschätzt, und die Bürger der Stadt teilen diese Hochachtung wegen der Biederkeit Ihres Wesens, wegen der Lauterkeit Ihrer Gesinnung.
Nie ist durch Sie ein Misston in das Kollegium gekommen, im Gegenteil haben


