Jahrgang 
1896
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Sie durch eine freundlich vermittelnde Stellung stets ausgleichend gewirkt und sich dadurch die freundschaftliche Gesinnung aller Kollegen während Ihrer ganzen Amtszeit gewonnen und bis heute bewahrt. Als Zeichen solcher aufrichtigen Freundschaft und Ver- ehrung überreicht Ihnen das gegenwärtige Kollegium ein Album. Sie finden darin die Stätten Ihrer Jugend, Ihrer Bildung, Ihrer früheren und letzten Lehrthätigkeit, die An- sichten der Häuser, wo Sie in Eschwege gewohnt haben, vertrauter Ortlichkeiten unserer Stadt und des Werrathals, wo Sie gewandelt sind; und Sie schauen in manches bekannte Gesicht, bei dessen Anblick Sie sinnend der Gegenwart und vergangener Zeiten gedenken werden. Alle Ihre Kollegen, soweit sie für unseren Ruf erreichbar waren, haben ihr Bildnis zu den unsrigen hinzugefügt, meist mit Worten freundlichen Gedenkens und herzlicher Verehrung.

Hochgeehrter Herr Kollege! Alles, was ich zu Ihnen gesagt habe, habe ich zu Ihnen sagen müssen als Ausdruck der Anerkennung über eine 4sjähr. Lehrthätigkeit; hnabe ich Ihnen sagen dürfen in dieser Feierstunde der Trennung, wo das innerste Urteil und Gefühl mit Recht offen hervorbricht. So nehmen Sie von dieser Stelle aus den Dank der Anstalt, den Dank der Lehrer und Schüler, der gegenwärtigen und früheren, für alle Arbeiten und Mühen, für alle Freundlichkeit und Förderung, welche Sie den ein- zelnen haben zuteil werden lassen! Seien Sie überzeugt, dass Ihre Thätigkeit an der Schule in dauerndem und gutem Andenken bleiben wird. Wenn auch ferne, bleiben Sie doch immer der unsere. Gott mit Ihnen und Sie und Ihr Haus mit Gott! Der Herr segne die Tage Ihrer Ruhe, segne Ihren Ausgang aus diesen Räumen, wie er Ihren Eingang gesegnet hat!

Danach ergriff der Vorsitzende des Kuratoriums, Herr Landrat von Keudell, das Wort, um dem scheidenden Lehrer im Namen des Kuratoriums und des Provinzial- Schulkollegiums für seine langjährige treue Wirksamkeit im öffentlichen höheren Schul- dienst mit herzlichen Worten Dank und Anerkennung auszusprechen. LZugleich überreichte er demselben im Auftrage des Königlichen Provinzial-Schulkollegiums den Kronen-Orden IV. Kl, welchen Se. Majestät der Kaiser und Köônig dem verdienten Lehrer allergnädigst verliehen. Zum Schluss der erhebenden Feier sang der Schülerchor Nun tént die Abschiedsweise von treuer Schülerschar von Isenmann. Darauf überreichten der Direktor dem Gefeierten das von dem Lehrerkollegium zusammengestellte Album und die Schüler, vertreten durch den Ersten jeder Klasse, die photographischen Aufnahmen der Klassen, die eine Klasse, Real-Untertertia, einen schönen Spazierstock mit silbernem Griff. Die Real-Quintaner, deren Ordinarius Herr Tassius war, hatten auch das Katheder und den Stuhl des scheidenden Lehrers schön bekränzt und einen Rosenstrauss überreicht. Die früheren Schüler, Kollegen und Bürger der Stadt feierten Herrn Tassius am Abend des- selben Tages noch durch ein Abschiedsessen im Koch'schen Gasthof.

Eine dritte ausserordentliche Schulfeier wurde am 18. Januar, dem 25jährigen Gedenktage der Gründung des Deutschen Reiches, veranstaltet. Dieselbe wurde verbunden mit der Vorführung altniederländischer Volkslieder, welche ursprünglich für eine gesangliche Abendunterhaltung geplant war. Die Aula war mit Grün und Fahnen geschmückt, insbesondere war auch die schon zur Sedanfeier eichenumlaubte Marmortafel