3 20— gewesen, durch die er seine grossen Ideen in Thaten umgesetzt habe. In ihm habe das deutsche Volk einen Mann gesehen, in dem alles das, was seinem eigenen Wesen ent- spreche und was es jemals gross gemacht habe, in wunderbarer Stärke und Vollkommen- heit entwickelt sei. Der Redner schloss seine gedankenreiche und markige Rede mit einem jubelnd aufgenommenen Hoch auf Bismarck, worauf die ganze Festversammlung„Deutsch- land, Deutschland über alles“ sang.
Das neue Schuljahr 1895/96 begann am 23. April mit einer Andacht und Verlesung und Erläuterung der Schulgesetze, nachdem am Tage vorher die Prüfung und Aufnahme der angemeldeten neuen Schüler stattgefunden hatte.
Am 13. Juni fand ein Tagesausflug der ganzen Schule in fünf Abteilungen unter Führung der Klassenlehrer statt. Die Sekunden und Obertertien fuhren mit dem Frühzuge bis Lengenfeld und wanderten von dort über Kloster Zella nach Mühl- hausen i. Th., wo unter kundiger Führung Stadt und nächste Umgebung besichtigt wurden. Ein etwas veränderter Rückmarsch brachte die Schaar gegen Abend wieder zum Bahnhof Lengenfeld, von wo sie der Abendzug der Heimat zuführte. Die Untertertien und Quarten hatten als Ziel den Meissner ersehen. Sie fuhren mit dem Morgen- zuge nach Albungen und wanderten von dort ihrem Ziele entgegen, besuchten die Haupt- punkte und kehrten am Abend mit dem Zuge von Hasselbach aus heim. Die Quintaner besuchten das Berghaus, vergnügten sich dort mit Spiel und Sang und wanderten dann durch den Schlierbach-Wald zum Forsthause, wo sie mit der Vorschule zusammen- trafen, um nach munteren Jugendspielen gemeinsam den Rückmarsch zu machen. Die beiden Sexten wanderten über das Höhenholz nach Allendorf-Sooden und kehrten von dort nach fröhlichen Spielen mit dem Spätnachmittagszuge zurück.
Vom 6.— 8. Juli nahmen die Schüler der Friedrich-Wilhelms-Schule in gewohnter Weise an dem Johannisfeste teil, am Maiengang am Sonnabend, am Umzug und Tanz auf dem grossen Werdchen am Sonntag und Montag.
Das Sedanfest gestaltete sich in diesem Jahre zu einem allgemeinen Volksfeste, an dem sich auch die Schule beteiligte. Am Sonnabend den 31. August machten alle Schüler von Quarta bis Sekunda den von den Vereinen und Bürgern der Stadt veranstalteten Fackelzug mit. An der kirchlichen Feier am Sonntag den 1. September nahmen das Lehrerkollegium und die beiden obersten Klassen der Anstalt teil. An dem Festzuge der Behörden und Vereine nach dem Kriegerdenkmale und an der dort stattfindenden erhe- benden Feier beteiligte sich die ganze Schule. Am 2. September fand der gewohnte Auszug sämtlicher Schüler nach dem Schlierbach statt. Um 1 Uhr mittags begann der Ausmarsch mit fliegenden Fahnen und mit Trommeln und Pfeifen: Lehrer und Eltern der Schüler schlossen sich an. In einer Stunde war der grüne Wald erreicht. Nach einer längeren Erholungspause traten die Schüler zur Festfeier der fünfundzwanzigsten Wieder- kehr des Sedantages zusammen. Der Schülerchor sang vierstimmig das Lied„Stimmt an mit hellem, hohen Klang“ komp. von Methfessel. Darauf fanden Vorträge der Schüler statt, welche den Verlauf der gewaltigen Ereignisse vor fünfundzwanzig Jahren andeuten sollten. Es trugen vor: Gustav Orth aus Gymnasial-Obertertia„Hurrah Germania“ von Freiligrath; Rudolf Reitz aus Gymnasial-Quinta„König Wilhelm sass ganz heiter“, Karl


