19 6. Februar. P.-S.-K. Die Schreiblehrer insbesondere sind in der Lage, in geeig- neter Weise bei ihren Schülern auf die Verwendung von deutschen Schreibfedern ninzuwirken.
III. Geschichte der Anstalt.
Das alte Schuljahr 1894/95 schloss am 6. April. Es hatte in den letzten beiden Wochen noch zwei Schulfeiern gebracht, über welche hier zu berichten ist.—
Am 22. März fand in Verbindung mit der Gedächtnisfeier für Kaiser Wilhelm I. die feierliche Entlassung der 13 Abiturienten statt, zu der sich einige Freunde der Anstalt und Angehôrige der Schüler eingefunden hatten. Der Schülerchor sang vierstimmig die beiden ersten Strophen des Liedes:„Bis hierher hat mich Gott ge- bracht“, komp. von Volckmar. Darauf trugen die Schüler vor: Edmund Flemming aus der 2. Vorschulklasse„Versuchung“ von Robert Reinick; Stephan Dörnberg, Karl Keulmann und Ludwig Stern aus Real-Sexta„La petite souris“ von Kräuter-Krull; Gustav Humpf aus Gymnasial-Untertertia„Des Königs Heimkehr“ von Ernst Curtius; Julius Bartholomäus aus Realgymnasial-Obertertia„The first voyage“. Die nun fol- gende Ansprache des Direktors knüpfte an die grosse Persönlichkeit des ersten deutschen Kaisers an und stellte die hehren Tugenden des Gottvertrauens und der Pflicht- treue, welche ihn schmückten, den scheidenden Abiturienten als leuchtende Vorbilder in der Arbeit ihres Lebens hin. Die Feier schloss der Schülerchor mit dem Gesange des Liedes„Lebet wohl“ von P. A. Schultz.
Bedeutender war die Feier am 1. April. Es galt den achtzigjährigen Ge- burtstag des Fürsten Bismarck zu feiern, des Baumeisters und ersten Kanzlers des neu erstandenen deutschen Reiches. Die Aula war schön geschmückt, auch vergegen- wärtigte den Gewaltigen seine vor der Rednerbühne aufgestellte Büste. Die Mitglieder der Behörden, insbesondere des Kuratoriums und des Stadtrats, Bürger der Stadt und An- gehörige der Schüler waren zahlreich erschienen. Nach dem Gesange des Chorals„Lobe den Herren“ und einem vom Direktor ausgebrachten Hoch auf Se. Majestät den Kaiser trug der Schülerchor das Bismarcklied vor:„Wem soll das Lied erklingen? dem Mann“ von K. Kühn. Dann folgten die Vorträge der Schüler Rudolf Reitz und Ernst Levy aus Gymnasial-Sexta:„Gespräch im Himmel zwischen dem alten Fritz und Marschall Vorwärts“; Otto Lieberknecht aus Gymnasial-Quarta:„Bismarck Heil, dem Einzigeinen!“ von Eugen Schwetschke; Heinrich Kästner aus Gymnasial-Obertertia„Nun steige der Begeistrung Flamme“ von Paul Warncke; Emil Holzapfel aus Realgymnasial- Obertertia:„Fürst Bismarck Heil!“ von v. Gaudy. Darauf hielt Herr Oberlehrer Stendell die Festrede, worin derselbe die unvergleichliche Volkstümlichkeit des Altreichskanzlers zu erklären suchte, die den achtzigsten Geburtstag dieses Mannes zu einem Nationalfeste gestaltet habe, an dem sich die Liebe und Verehrung des ganzen deutschen Volkes in überwältigender Fülle zeige. Nicht weniger als die grossen Thaten selbst, durch die Bis- marck die Einheit und Grösse des Vaterlandes geschaffen, seien es die Eigenschaften


