Jahrgang 
1885
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III. Chronik der Schule.

Montag den 21. April 1884 wurde nach gemeinschaftlicher Andacht und der Aufnahme der zuvor auf die Schulgesetze verpflichteten Schůͤler das neue Schuljahr feierlich eröffnet.

Durch hohe Verfugung Königl. Provinzial-Schulkollegiums für Hessen-Nassau vom 9. Mai wurde der ordentliche Lehrer Orth mit der Erteilung des Turn-Unterrichts an der PFriedrich- Wilhelms-Realschule beauftragt.

Am 14. Mai wurde der bisherige wissenschaftliche Hülfslehrer Edmund Flemming als ordentlicher Lehrer an die Friedrich-Wilhelms-Realschule berufen und am 6. Juni als solcher vom Königl. Provinzial-Schulkollegium bestätigt.

Wilhelm Albert Edmund Plemming, geb. in Dessau am 19. August 1855, evan- gelischer Konfession, besuchte von Michaelis 1865 pis Ostern 1877 das Königl. Dom- Gymnasium zu Magdeburg und studierte dann in Greifswald, Leipzig und Marburg klassische Philologie und Geschichte. Nachdem er am 5. Mai 1882 vor der Königl. wissenschaftlichen Prüfungs-Kommission zu Marburg das Examen pro fac. doc. abgelegt, wurde er zu Michaelis desselben Jahres zur Ableistung des pädagogischen Probejahres dem Königl. Realgymnasium zu Wiesbaden überwiesen. Nach Vollendung desselben wurde er an die hiesige Friedrich-Wilhelms-Realschule berufen, an der er von Michaelis 1883 bis Ostern 1884 als wissenschaftlicher Hülfslehrer und nun seit dieser Zeit als ordentlicher Lehrer thätig ist.

Am 21. Mai besuchten der Direktor und der ordentliche Lehrer Flemming die Jahres- Versammlung der Lehrer der höheren Schulen der Provinz Hessen-Nassau und des Fürstentums Waldeck in Diez.

Vom 31. Mai bis 4. Juni währten die Pfingstferien.

Am 31. Mai überweist Königl. Provinzial-Schulkollegium den Kandidaten des hoöheren Schulamts W. Henkel zu Bad Nauheim der Friedrich-Wilhelms-Realschule dahier zur Ableistung seines pädagogischen Probejahres.

Sommerferien waren vom 5. Juli bis zum 3. August.

An der gröoösseren diesjährigen Turnfahrt, die am 9., 10. und 11. August unternommen wurde, beteiligten sich aus den Klassen Prima bis Quarta im Ganzen 85 Schüler unter Leitung des Direktors und der Kollegen Dr. Pontani, Orth, Stendell, Tassius und Henkel. Ausserdem hatten sich die Herren Pfarrer Liese und Apotheker Adams angeschlossen. Letzterem Herrn ist die Schule zu besonderem Dank verpflichtet für die von ihm bei der Gelegenheit geschenkte Reiseapotheke, die schon auf der diesjährigen Turnfahrt sich in mehreren Fällen nützlich, ja unentbehrlich erwies. Die Fahrt ging durch einen der interessantesten Teile unseres Hessenlandes. Der Frühzug brachte die Teilnehmer von Eschwege nach Spangenberg. Nach Besteigung des Spangenberges und Besich- tigung der Festung hielt Herr Stendell einen Vortrag úber die Geschichte und die frühere und jetzige Bedeutung der Burg. Hierauf wurde über Mörshausen nach Melsungen marschiert, wo Mittag gehalten wurde; von da über den Heiligenberg nach Gensungen. Ein Teil benutzte von hier aus die Bahn, der andere grössere Teil wanderte über Felsberg nach Fritzlar, wo Nachtquartier bestellt

war. Der folgende Morgen wurde den Sehenswürdigkeiten von Fritzlar, namentlich dem berühmten 3