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Dome gewidmet, die Strecke von Fritzlar bis Wildungen wurde mit der Bahn zurückgelegt und nach Besichtigung des Bades und seiner Anlagen der Marsch angetreten. Die erste Rast an schattigem Waldesrand benutzte der Direktor, um zunächst in launiger Weise die früheren Beziehungen des Waldecker Ländchens zu dem damaligen Kurfürstentum Hessen, speziell zu Kassel darzulegen, dann, auf unser nunmehr geeinigtes und vergrössertes Vaterland übergehend, wies er darauf hin, dass die im denkwürdigen Jahre 1870 gelegte Saat herrlich aufgegangen und als köstliche Frucht die Grösse Deutschlands gezeitigt, das nicht nur in Europa wieder die ihm gebührende Stellung ge- wonnen, sondern jetzt auch stolz seine Segel wallen liess auf fernen Meeren und seine Macht in Gegenden trüge, wo früher der Name„Deutschland' unbekannt gewesen. Die dadurch in den jungen Herzen entzündete Begeisterung fand ihren Ausdruck in einem kräftigen Hoch auf unseren allgeliebten Kaiser.— Die Weiterwanderung ging über Löhlbach nach Kloster Haina. Der dortige Vorsteher, Herr Quentin, war nicht nur so freundlich, den Schülern den Eintritt in die Anstalt zu erlauben, sondern machte auch selbst auf das bereitwilligste den Führer und Erklärer. Diese Besichtigung und ein Vortrag des Herrn Stendell über die Geschichte des Klosters machte auf alle Teilnehmer unverkennbar einen tiefen Eindruck.— Spät wurde das Nachtquartier Gemünden erreicht, wo ein besonders freundlicher Empfang der müden Schaar harrte.— Der dritte Tag führte die Teilnehmer von Gemünden über Gilserberg nach Treysa. Bis hierhin war das Wetter zwar ausserordentlich heiss gewesen, aber glücklicherweise waren die oft drohenden Gewitter nicht zum Ausbruche gekommen. Erst als alle Teilnehmer auf dem Bahnhofe in Sicherheit waren, brach ein ungemein heftiges Unwetter aus, das auch den Zug auf der Fahrt von Treysa noch lange begleitete. In Niederhone traf die grössere Turnabteilung mit den Schülern der unteren Klassen zusammen., welche an diesem Tage eine kleinere Tour unter Führung der Lehrer Flemming, Troll und Schmeisser so- wie unter Begleitung mehrerer Väter der Schüͤler über Oberrieden das Hilgershäuser Thal entlang nach der Holsteinhöhle, dem Bielstein und durch das Höllenthal gemacht hatten, während die Kleinsten unter Führung des Lehrers Salzmann von Eschwege nach dem Fürstenstein und von da nach Albungen gegangen waren.— Vom Bahnhof Eschwege, wo eine unabsehbare Menge von An- gehörigen die Wanderer erwartete, ging es im Zuge zur Stadt nach dem Schlossplatze. Dort hielt der Herr Direktor eine Rede, die die Erlebnisse und Eindrücke des„friedlichen Eroberungszuges, der heisse Kämpfe, aber auch Siegestrophäen gebracht“, kurz zusammenfasste und mit einem Hoch auf unser liebes Eschwege schloss.
Der 2. September wurde von der Schule dadurch gefeiert, dass Lehrer und Schüler in feier- lichem Zuge sich nach dem Kriegerdenkmal begaben, daselbst patriotische Lieder sangen und der Direktor eine warme Ansprache an die Schüler hielt, worin er namentlich auf die freudige Uber- raschung und auf den unendlichen Jubel hinwies, welchen vor 14 Jahren die Nachricht von den Ereignissen vor Sedan im ganzen deutschen Reiche und speziell in Kassel, von denen er Augen- und Ohrenzeuge gewesen, hervor gerufen habe, und daran die Ermahnung schloss, die Bedeutung dieses Tages für Deutschland nicht zu unterschätzen und ihn nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Darauf wurde auf den Turnplatz gezogen und daselbst die Turnprüfung abgehalten. Die Turn- ubungen und Turnspiele wurden unterbrochen von Gesängen und Deklamationen der Schüler, und der Lehrer Orth wies in einer Ansprache auf die Anfänge des Turnunterrichts hin.


