Jahrgang 
1884
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bezeichnet die Versehung desselben durch einen dem Kollegium angehörenden qualifizierten wissen- schaftlichen Lehrer, Einschränkung der nur auf ein ärztliches Attest und in der Regel nur je für ein Semester zu gewährenden Dispensationen, die Beschaffung der das Turnen im Winter wie im Sommer sichernden Lokalitäten, als einer möglichst in der Nähe des Schulhauses gelegenen Turnhalle mit grösserem freien Platze, die Erteilung von wenigstens zwei wöchentlichen Turnstunden an jeden Schüler.

8. Oktober. Aus Anlass der grossen Verschiedenheit in den bei den höheren Lehranstalten der Provinz bestehenden Ferien wird über eine einzuführende gleichmässige Ferienordnung Bericht erfordert.

C. Zur Chronik der Schule.

Das Schuljahr 1883/84 wurde Montag den 2. April nach gemeinschaftlicher Andacht und der Aufnahme der zuvor auf die Schulgesetze verpflichteten Schüler feierlich eröffnet.

Am 2. Mai fiel auf Grund höherer Ermächtigung der Unterricht aus, weil eine grössere Anzahl von Lehrern der Anstalt die in Hersfeld tagende Versammlung von Lehrern der höheren Schulen der Provinz besuchten.

Am 1. Juni hatte die Anstalt die Ehre des Besuches Sr. Excellenz des Oberpräsidenten der Provinz, Staatsministers Grafen von Eulenburg, welcher sich das Lehrerkollegium vorstellen liess, das Schullokal in Augenschein nahm und dem Unterricht in einer Klasse beiwohnte.

Am 11. Juni unternahm der Königliche Provinzialschulrat Herr Dr. Lahmeyer eine eintägige Inspektion der Schule.

Am 20. Juni starb der Metropolitan Gonnermann, dessen Hingang in dankbarer Erinnerung an die von dem Verewigten als langjähriges Mitglied des Curatoriums der Anstalt bethätigte Fürsorge als ein herber Verlust auch für die Schule empfunden wird.

Sommerferien waren vom 1.28. Juli.

Mit dem zweiten Quartal des Sommersemesters wurde durch das dankenswerte Entgegen- kommen der städtischen Behörde, welche der Schule einen der Stadt gehörigen grösseren freien Platz, das sogen. kleine Werdchen, zum Gebrauche überwies, die Einführung gemeinsamer regelmässiger Turnspiele ermöglicht. Jeder Donnerstag Nachmittag, nach Schluss des Unterrichts, zuweilen auf besonderen Wunsch auch der Sonnabend Nachmittag, vereinigte eine zahlreiche Schar von Schülern aus allen Klassen, welche von der ihnen gebotenen Gelegenheit, auf dem in bequemer Nähe von der Stadt gelegenen und zum Spiel in grösseren Gemeinschaften wohl geeigneten Platze sich rüstig zu tummeln, gern Gebrauch machten. Das so befriedigende Inslebentreten einer wie zu hoffen ist dauernden Einrichtung war hauptsächlich der umsichtigen und hingebenden, das erhebliche Opfer von Zeit und Mühe nicht scheuenden Teilnahme des Turnlehrers Dr. Anschütz zu danken.

Der jährliche grössere Ausflug wurde von den Klassen Prima bis Quarta incl. unter Führung des Direktors und der Lehrer Dr. Pontani, Dr. Anschütz und Orth am 18. August mit einer Fahrt nach Eisenach angetreten, wo die Wartburg besucht wurde; nach einer weiteren Fahrt bis Friedrich- roda wurde Reinhardsbrunn mit seinen Anlagen besichtigt und nach einem dreistündigen Marsch auf dem Inselsberg bis zum Sonnenaufgang genächtigt. Am folgenden Tage ging die Wanderung