Jahrgang 
1910
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Der Sedantag wurde in der gebräuchlichen Weiſe gefeiert. Die Anſprache in der Aula hielt der Oberprimaner Ahrens. Am Nachmittage fand unter zahlreicher Beteiligung der Angehörigen der Schüler eine geſellige Zuſammenkunft in der Gartenwirtſchaft auf dem Schloßberge ſtatt; hier hielt Profeſſor Noll eine Rede, in der er in warmen und eindrucksvollen Worten die nationale Bedeutung der Feier hervorhob.

Die Herbſtferien dauerten vom 25. September bis 11. Oktober.

Für den neuſprachlichen Unterricht wurde ein Grammophon angeſchafft. Die Mittel dazu waren zum größten Teile durch freiwillige Beiträge, die Oberlehrer Bahmer bei früheren Schülern geſammelt hatte, zuſammengekommen; 100 Mark wurden vom Königl Prov. Schulkolleg. aus der Anſtaltskaſſe bewilligt. Das Inſtrument hat ſich zu praktiſchen Unterrichtszwecken gut bewährt.

Die naturwiſſenſchaftliche Sammlung, die zum großen Teile durch den Brand am 16. November 1908 unbrauchbar geworden war, wurde aus der Entſchädigungsſumme, welche in liberaler Weiſe die Aachen⸗Münchener Feuerverſicherung gewährte, neu ergänzt.

Am 16. November fand in feierlicher Weiſe die Einweihung der von Lehrern und Schülern ſowie von vielen Freunden der Anſtalt in Dillenburg und Umgegend geſtifteten Fahne in der Aula ſtatt, eine patriotiſche Feier, die auf alle Schüler einen tiefen Eindruck machte. Drei Primaner über⸗ reichten im Namen der Stifter die Fahne dem Direktor, der ſie dankend entgegennahm und ſeine An⸗ ſprache an die zahlreiche Feſtverſammlung mit einem begeiſtert aufgenommenen Hoch auf Se. Majeſtät den Kaiſer und König ſchloß. Die Weiherede, welche die Fahne als Symbol der Einheit, der Freiheit, der Ehre und der Vaterlandsliebe behandelte, hielt Herr Pfarrer Fremdt.

Am 22. Dezember ward eine feierliche Weihnachtsandacht in der Aula des Gymnaſiums abgehalten, an der auch viele Angehörige unſerer Schüler teilnahmen.

Die Weihnachtsferien dauerten vom 23. Dezember bis zum 7. Januar.

Dem Oberlehrer Lorch wurde laut Verfügung Königl. Prov. Schulkoll. S. 16137 vom 28. Dezember von Seiner Exzellenz dem Herrn Miniſter der Charakter als Profeſſor und laut Verfügung S. 2117 vom 14. Februar der Rang der Räte 4. Klaſſe verliehen.

Die Feſtrede am Geburtstage Seiner Majeſtät des Kaiſers und Königs am 27. Januar hielt Profeſſor Lorch. Das Spieß⸗Stipendium wurde bei dieſer Gelegenheit dem primus omnium Walter Schultheis zuerteilt; dem Unterprimaner Reinhard Schmitt wurde die von Seiner Majeſtät der Anſtalt zugewitſent Prämie, ein Exemplar von WislicenusDeutſchlands Seemacht, durch Konferenzbeſchluß zuerkannt.

Einen ſehr erheblichen Uebelſtand für den Unterrichtsbetrieb bildete ſeither die verſchiedene Ankunfts⸗ zeit der morgens aus den einzelnen Richtungen hier einlaufenden Züge. In dankenswerteſter Weiſe hat das Königliche Provinzial⸗Schulkollegium, damit ein möglichſt gleichmäßiger Beginn des Unterrichts für alle Klaſſen und alle Schüler herbeigeführt werde, geſtattet, den Unterricht für das ganze Winterhalbjahr morgens um 8 ¼ Uhr zu beginnen. Es wird hierdurch einerſeits die Störung vermieden, die bei dem früheren Schulbeginne um 8 Uhr am Anfang und Ende des Winterſemeſters durch das Spätereintreffen der Herborner Schüler herbeigeführt wurde, die überdies ſtets ein Viertel der erſten Unterrichtsſtunde verlieren mußten; anderſeitswird dadurch der Uebelſtand beſeitigt, der mit dem Schul⸗ beginn um 8 ½ Uhr(ſeither von Mitte November bis Anfang Februar) inſofern verbunden war, als die ſehr große Anzahl der bereits vor 8 Uhr hier ankommenden Schüler ohne Beſchäftigung und Aufſicht in ihren Klaſſen ſich aufhalten mußte. Auf die angegebene Weiſe iſt für alle, auch die aus den vier Richtungen mit den Zügen kommenden Schüler, ein gleichmäßiger Unterrichtsanfang und Unterrichts⸗ betrieb ermöglicht.

Da nicht weniger als 100 unſerer Schüler mit den Zügen vormittags hierher und nachmittags wieder zurückfahren, ſo geht das Beſtreben des Direktors dahin, möglichſt viele Nachmittage für möglichſt viele Schüler frei zu machen, damit ſie tunlichſt wenig dem Elternhauſe entzogen werden und auch nicht durch etwa zweimaliges Hin⸗ und Herfahren zu viel Zeit verlieren. Da aus dieſem Grunde im Winter die Stunde von 12 bis 1 Uhr mehrfach herangezogen wurde, hat das Königl. Provinzial⸗ Schulkollegium, damit im Hinblick auf die Geſundheit der Schüler die zwiſchen Vor⸗ und Nachmittags⸗