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6. Das neue Schuljahr beginnt Montag, den 19. April, vormittags 8 Uhr, mit der Auf⸗ nahmeprüfung, zu welcher der Direktor ſchriftliche oder mündliche Anmeldungen bis zum Samstag, den 17. April entgegennimmt. Der Meldung ſind beizufügen 1. ein Geburtsſchein, 2. ein Impfſchein (eventl. bezüglich der Wiederimpfung), 3. ein Abgangszeugnis von der zuletzt beſuchten Lehranſtalt. — Zur Aufnahme in Sexta iſt es erforderlich, daß der Knabe ſein neuntes Lebensjahr vollendet hat; insbeſondere wird darauf aufmerkſam gemacht, daß der aufzunehmende Knabe auch die lateiniſche Schrift muß leſen und ſchreiben können; im Rechnen iſt die Kenntnis der 4 Spezies in unbenannten
Zahlen notwendig. **
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Auf folgende Punkte möchte der Unterzeichnete die Eltern und Penſionshalter noch beſonders aufmerkſam machen.
1. Eine überaus große Anzahl unſerer Schüler, etwa 100, fahren täglich mit den Eiſenbahn⸗ zügen von und nach der Richtung Herborn, Haiger, Oberſcheld, Straßebersbach. Mehrfach ſind uns Klagen zu Ohren gekommen, daß manche dieſer Schüler beim Warten in den Bahnhofsräumen ſich in unangemeſſener Weiſe betragen und dadurch ihren eigenen Ruf wie den des Gymnaſiums ſchädigen. Da zudem der längere Aufenthalt auf den Bahnhöfen für die Schüler ſelbſt ſchädlich iſt, namentlich deshalb, weil ſie dort mancherlei ſehen und hören können, was ihnen im Sinne einer Erziehung zu Sittlichkeit und Sittſamkeit unzuträglich iſt, ſo hat der unterzeichnete Direktor beſtimmt, daß die Schüler erſt zehn Minuten vor Abgang ihrer Züge auf dem Bahnhof ſich einfinden ſollen.
In der Zeit zwiſchen Schulſchluß und Abfahrzeit der Züge nach 12 und nach 4 Uhr können ſich manche Schüler bei befreundeten Familien, namentlich auch bei denen, bei welchen ſie den Mittags⸗ tiſch haben, aufhalten. Für diejenigen, denen dieſe Möglichkeit ſich nicht bietet, ſind Klaſſenzimmer im Gymnaſium, wo ſie ſich aufhalten und arbeiten können, zur Verfügung geſtellt. Bei ſchönem Wetter, namentlich in der guten Jahreszeit, wird ihnen auch ein Spaziergang nur nützlich ſein.
Die Rückſicht auf das Wohl der Schüler macht dieſe Maßregeln notwendig. Sollten ſich indes irgend welche nicht vorauszuſehende Schwierigkeiten im einzelnen herausſtellen, ſo iſt der Direktor jeder begründeten Bitte zugänglich.
2. Es hat ſich herausgeſtellt, daß viele Schüler, wenn ſie verſetzt ſind, ihre Schulbücher ent⸗ weder unmittelbar an jüngere Schüler oder auch durch Vermittelung anderer Perſonen verkaufen. Ein ſolcher Bücherhandel hat nach mehrfacher Hinſicht leicht üble Folgen. Oft bekommen die Schüler auf dieſem Wege unſaubere und überſchriebene, auch veraltete Exemplare, welche die Schule nicht dulden kann. Es ſind ſtets die neueſten Auflagen, wenn nicht ſpeziell andere Beſtimmung gegeben wird, in Gebrauch und daher von den Schülern in der Regel auch anzuſchaffen. Unbemittelten Schülern ſteht die bibliotheca pauperum zur Verfügung. Ferner haften an alten Büchern oft allerlei und unter Umſtänden recht gefährliche Krankheitskeime. Weiterhin gibt ein ſolcher Bücherſchacher nur zu leicht Anlaß zu unſauberen Händeln oder gar zu Unterſchlagungen. Endlich iſt es wünſchenswert, daß die Schüler die Bücher aus früheren Klaſſen, weil ſie oft zu Repetitionszwecken herangezogen werden, ſtets zur Hand haben; manche, wie die Leſebücher und Klaſſikerausgaben, ſind ein Schatz für das ſpätere Leben.
3. Dringend werden die Eltern gebeten, die Lektüre ihrer Söhne möglichſt ſorgfältig zu be aufſichtigen. Welche böſen Folgen die ſchamloſe Schund- und Schmutzliteratur, die ſich in Deutſch⸗ land immer mehr breit macht, ſchon gezeitigt hat, wie viele Seelen ſie für immer vergiftet und in den Sumpf gezogen hat, iſt jedem Einſichtigen bekannt. Insbeſondere ſind alle diejenigen Schriften verwerflich, welche die Phantaſie der Jugend in ungeſunder Weiſe reizen, wie Verbrecher⸗ und Detektivromane und ähnliche Erzählungen, welche die Jugend ſittlich verwirren, mitunter auf gefährliche Bahnen, ja zu Verbrechen oder zu Selbſtmord führen; iſt doch der Gedanke der Vater der Tat. Neben den eigentlich unſittlichen Schriften, die durch ſchlüpfrige Erzählungen den reinen Sinn der Jugend verderben, möchte ich auch die Aufmerkſamkeit auf ſolche lenken, welche in religiöſen Dingen auf falſche Bahnen führen. Manche einer ſogenannten Aufklärung dienenden populären


