Jahrgang 
1908
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Kaiſer und König den Oberlehrer Prof. Dr. GuſtavVomberg) an dem Königlichen Gymnaſium zu Hanau zum Königlichen Gymnaſialdirektor zu ernennen, durch Miniſterialreſkript vom 17. Mai 1907 U II. Nr. 11358 wurde ihm vom 1. Juli 1907 ab die Direktion des Gymnaſiums zu Dillenburg übertragen.

Am 2. Juli wurde in einer gemeinſamen Andacht aller Lehrer und Schüler der neu ernannte Direktor durch Herrn Provinzial⸗Schulrat Prof. Dr. Baier feierlich in ſein Amt eingeführt und ihm die Allerhöchſte Beſtallungsurkunde eingehändigt. Der Unterzeichnete übernahm an dieſem Termine die Leitung der Anſtalt und entließ am 5. Juli Lehrer und Schüler in die Sommerferien, die bis zum 6. Auguſt dauerten.

Prof. Zülch mußte im Anſchluß an die Sommerferien krankheitshalber auf 14 Tage beurlaubt

werden. Seinen Unterricht übernahmen während dieſer Zeit die übrigen Mitglieder des Lehrerkollegiums.

Durch Allerhöchſten Erlaß vom 8. Auguſt 1907 wurde dem Oberlehrer Prof. Kegel der Rote Adlerorden W. Klaſſe verliehen. Der Direktor machte dieſen Gnadenbeweis Sr. Majeſtät am Sedantage am Schluſſe der Schulfeier bekannt und überreichte mit einer Anſprache die Inſignien des Ordens. Bei derſelben feſtlichen Gelegenheit händigte er dem Unterprimaner Willy Dapper ein Exemplar von Treitſchkes Ausgewählten Schriften als Prämie für Fleiß und gutes Betragen ein.

Der Sedantag wurde durch eine Schulfeier mit Geſängen, Deklamationen und einer Rede des Oberprimaners Wachs feſtlich begangen. Am Nachmittag wurde ein gemeinſchaftlicher Ausflug nach der Kaiſerlinde unternommen, der jedoch unter der Ungunſt der Witterung zu leiden hatte.

Vom 22. September bis 27. September nahm Oberlehrer Dr. Unbehaun an dem Philologentag zu Baſel teil. Soweit es möglich war, wurde ſein Unterricht von den übrigen Herren des Kollegiums übernommen.

Die Herbſtferien dauerten vom 28. September bis 15. Oktober.

Der Oberlehrer Bahmer wurde durch Verfügung des Herrn Miniſters für die Dauer des Winterhalbjahres unter Verleihung eines Reiſeſtipendiums von 1000 Mk. zu ſeiner weiteren Ausbildung nach Frankreich beurlaubt. Zu ſeiner Vertretung wurde der Kand. des höheren Schulamts Dr. Kling (zugleich zur Ableiſtung ſeines Probejahrs) dem Gymnaſium überwieſen.

Durch eine Schulandacht wurde am 15. Oktober das Winterhalbjahr eröffnet.

Am 27. September überbrachte der Direktor dem Königl. Gymnaſium zu Hanau die Glück⸗ wünſche des Gymnaſiums zur Feier ſeines 300 jährigen Beſtehens.

Am 26. Oktober nahmen der Direktor und Prof. Hofmann mit einer Abordnung der Schüler der oberen Klaſſen an der Feier des 150 jährigen Geburtstages des Reichsfreiherrn vom und zum Stein in Naſſau teil, es wurde ein Lorbeerkranz an ſeinem Denkmal niedergelegt.

Sonntag den 3. November begingen die evangel. Lehrer und Schüler der Anſtalt, wie üblich, die gemeinſame Feier des heiligen Abendmahles.

Vom 18. November 1907 ab begann der Vormittagsunterricht um 8 ½ Uhr.

Freitag den 20. Dezember wurde eine gemeinſame Weihnachtsandacht abgehalten, zu der auch die Angehörigen der Schüler eingeladen waren. Die Weihnachtsferien dauerten vom Sonnabend den 21. Dezember 1907 bis zum 7. Januar 1908.

*) Guſtav Vomberg, Dr. phil., geb. zu Caſſel am 16. Dezember 1850, Sohn des verſtorbenen Oberpoſt⸗ ſekretärs Vomberg, evangeliſcher Konfeſſion, erhielt ſeine Vorbildung auf dem Gymnaſium zu Fulda und ſtudierte dann auf den Univerſitäten zu München, Leipzig und Marburg deutſche und klaſſiſche Philologie Während ſeiner Studien⸗ zeit nahm er als Kriegsfreiwilliger an dem Feldzuge 1870/71 teil. Im November 1875 erwarb er ſich zu Marburg den philoſophiſchen Doktorgrad und beſtand daſelbſt am 12. Mai 1876 die Lehramtsprüſung. Im Herbſt desſelben Jahres trat er am Königl. Gymnaſium zu Neiße das Probejahr an, von wo er Oſtern 1877 zur Beendigung desſelben und zugleich zur Verſehung einer Hülfslehrerſtelle zu dem ſtädtiſchen Realprogymnaſium in Geiſenheim überging. Hier wirkte er vom März 1878 an als ordentlicher Lehrer. Unter dem 18. Juni 1888 wurde er zum ordentlichen Lehrer am Königl Gymnaſium zu Hadamar ernannt, wo er vom 16. September 1888 bis 1. April 1899 als Oberlehrer und zwar vom 27 März 1893 ab als Profeſſor tätig war. Nachdem ihm durch Erlaß vom 28 April 1898 der Rang der Räte vierter Klaſſe verliehen war, wurde er durch Verfügung des Königl. Provinzial⸗Schulkollegiums vom 4 Februar 1899 in gleicher Eigenſchaft vom 1. April 1899 ab an das Königl. Gymnaſium zu Hanau verſetzt.