Jahrgang 
1902
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Am Schluſſe des Sommerſemeſters ſchieden aus dem Lehrerkollegium: der Wiſſenſchaftliche Hilfs⸗ lehrer Debes, der an das Gymnaſium zu Weilburg überging, und der Lehrer a. G. Weber, der an das Realgymnaſium zu Wiesbaden verſetzt wurde. Beide Herren wurden von dem Direktor unter Anerkennung der guten Dienſte, die ſie der Anſtalt geleiſtet haben, feierlich entlaſſen. An ihre Stellen traten die Herren: Oberlehrer Dr. Altenburg*) und Lehrer a. G. Maurer**).

Die Herbſtferien dauerten vom 29. September bis 14. Oktober.

Vom 15. Oktober ab begann der Vormittagsunterricht um 8 Uhr.

Sonntag, den 3. November, begingen die evangeliſchen Lehrer und Schüler des Gymnaſiums das Reformationsfeſt durch eine gemeinſame Feier des heiligen Abendmahles.

Am 8. November 1901 ſtarb nach kurzem Krankenlager der Quartaner Edmund Steinbrenner; der Tod des wohlbeanlagten und beliebten Knaben erregte bei ſeinen Mitſchülern und Lehrern auf⸗ richtige Trauer.

In der Zeit vom 11. November 1901 bis zum 8. Februar 1902 begann der Vormittags⸗ unterricht um 8 ½ Uhr.

Sonnabend, den 21. Dezember, wurde eine gemeinſame Weihnachtsandacht abgehalten.

Die Weihnachtsferien dauerten vom 24. Dezember 1901 bis zum 6. Januar 1902.

Der Geburtstag Sr. Majeſtät des Kaiſers wurde am 27. Januar 1902, vormittags 11 Uhr, durch eine Schulfeier mit Geſängen und Deklamationen begangen; die Feſtrede hielt der Direktor, er ſchloß mit einem Hoch auf Se. Majeſtät, in das die Verſammlung begeiſtert einſtimmte.

Die ſchriftliche Reifeprüfung für den Oſtertermin fand vom 25. Januar bis zum 1. Februar ſtatt. Die mündliche Reifeprüfung wurde am 15. Februar unter dem Vorſitze des Königl. Kommiſſars Herrn Geheimrats und Provinzialſchulrats Dr. Pähler abgehalten.

Die Abiturienten wurden am 17. Februar vom Direktor feierlich entlaſſen.

Der Unterricht wurde am 22. März geſchloſſen und die Schüler nach dem Empfang der Zeugniſſe in die Oſterferien entlaſſen, die bis zum 7. April dauern.

Der Geſundheitszuſtand der Schüler war, von dem erwähnten Todesfall abgeſehen, zufrieden⸗ ſtellend. Von den Lehrern haben mehrere ihre Lehrthätigkeit wegen Krankheit oder anderer Verhinderungen unterbrechen müſſen: der Direktor 2 Tage, Prof. Kegel 3 Tage, Profeſſor Wagner 2 Tage, Profeſſor Hartwig 7 Tage, Oberlehrer Cornelius 102 Tage, Oberlehrer Noll 10 Tage, Oberlehrer Zülch 15 Tage, Lehrer a. G. Maurer 3 Tage, Pfarrer Fremdt 2 Tage, Dekan Bölke 2 Tage.

*) Eduard Altenburg, geboren am 13. Mai 1867, ev. Konfeſſion, abſolvierte 1885 das Gymnaſium zu Hersfeld und ſtudierte klaſſiſche Philologie in Leipzig, Marburg und Berlin. In Marburg promovierte er am 1. 10. 1890 und beſtand die Staatsprüfung am 27. 2. 1891. Nachdem er das Seminarjahr in Wiesbaden, das Probejahr in Hanau abgeleiſtet hatte, war er als Hilfslehrer beſchäftigt an den Gymnaſien zu Hersfeld, Caſſel und Corbach, an den Real⸗ progymnaſien zu Biedenkopf und ſeit 1. 12. 1896 zu Arolſen.

**) Adolf Maurer, geboren 3. Dezember 1874, ev. Konfeſſion, abſolvierte das hieſige Lehrerſeminar 1894 und war ſeitdem als Lehrer thätig an der Volksſchule zu Bad Schwalbach und Dillenburg.