Jahrgang 
1902
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III. Auszüge aus den Verfügungen der vorgeſetzten Behörden.

9. Auguſt 1901. S. 6021.(Min.⸗Erlaß vom 27. Juli UII No. 2012 G. II): Schüler, die die Aufnahmeprüfung für diejenige Klaſſe, für die ſie ſich meldeten, nicht beſtehen, ſind nicht ohne weiteres in die nächſttiefere Klaſſe aufzunehmen, ſondern auch auf ihre Reife für die tiefere Klaſſe ſorgfältig zu prüfen.

9. November 1901. S. 8611(Min.⸗Erl. vom 26. Oktober 1901 UII No. 3389): Neue Beſtimmungen über die Verſetzung der Schüler an höheren Lehranſtalten, abgedruckt unter VIII. 4 dieſes Jahresberichts.

10. November 1901. S. 8332. An den ſtaatlichen Anſtalten ſollen zur Feſtſtellung der Temperatur in Zukunft nur 100-teilige Thermometer(Celſius) zur Verwendung kommen.

26. November 1901. S. 8781.(Min.⸗Erl. vom 1. November 1901 UII No. 3225): Die neue Ordnung der Reifeprüfung an den neunſtufigen höheren Schulen(Gymnaſien, Realgymnaſien und Oberreal ſchulen) wird zuerſt in Kraft treten am Oſtertermin des Jahres 1903.

4. Dezember 1901. S. 8223.(Min.⸗Erl. vom 19. Oktober 1901 UI Nr. 12177 UII): Zur Ver⸗ breitung eines beſſeren Verſtändniſſes der Wettererſcheinungen kann an den neunſtufigen Anſtalten nach der zweiten Durchnahme der Mechanik eine zuſammenfaſſende Ueberſicht über die meteorologiſchen Erſcheinungen gegeben werden. Dabei iſt das Buys⸗Ballotſche Geſetz zu erörtern, das Verſtändnis der Wetterkarten zu eröffnen und die Bedeutung darzulegen, die der ſynoptiſchen Betrachtung für die ausübende Witterungskunde zukommt.

IV. Chranik des Gymnaſiums.

Das Schuljahr begann Montag, den 15. April mit der Aufnahmeprüfung. Der Unterricht nahm am Dienstag, den 16. April, ſeinen Anfang.

In das Lehrerkollegium trat bei Beginn des Schuljahres ein: der Wiſſenſch. Hilfslehrer Lorch*).

Am 11. Juni unternahmen die einzelnen Klaſſen Ausflüge nach Siegen, Marburg, Lahnhof, Laasphe, Saalburg, Schaumburg und Braunfels.

Die Pfingſtferien danerten vom 26. bis 29. Mai.

Die patriotiſchen Gedenktage an die beiden erſten Kaiſer Wilhelm I. und Friedrich III.(15. Juni, 18. Oktober, 9. März und 22. März) wurden in den einzelnen Klaſſen begangen.

Am 24. Juni ſtarb zu Fulda der Oberlehrer Stanger; ſein Andenken wurde am 25. Juni durch eine gemeinſame Trauerandacht der Lehrer und Schüler der Anſtalt geehrt. Die letzte Ehre bei dem Begräbnis erwieſen ihm der Direktor, Prof. Wagner und der Wiſſenſch. Hilfslehrer Debes.

Die Sommerferien dauerten vom 7. Juli bis 5. Auguſt.

Der Sedantag wurde durch eine aus Deklamationen, Geſängen und der Rede eines Schülers beſtehende Schulfeier begangen.

Die ſchriftliche Reifeprüfung für den Herbſttermin fand vom 12. bis 17. Auguſt ſtatt. Die mündliche Prüfung wurde am 5. September unter dem Vorſitze des Königlichen Kommiſſars, Herrn Provinzialſchulrat Dr Paehler abgehalten.

») Karl Lorch, geboren 5. Januar 1865, abſolvierte das hieſige Gymnaſium Oſtern 1885, ſtudierte klaſſiſche Philologie in Berlin und Marburg und leiſtete das Seminarjahr in Wiesbaden, das Probejahr hier ab. Seit Herbſt 1896 war er als Hilfslehrer am Gymnaſium zu Marburg und am Realprogymnaſium zu Biedenkopf thätig.