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Herr Vorschullehrer Wenig, der seit Dezember 1873 unserer Anstalt angehört hatte, wurde zum 1. April 1912 pensioniert, versah aber, da sein Nachfolger, Herr Zeichenlehrer Skaliks, erst am 1. Juli 1912 seinen Dienst antreten konnte, bis zu diesem Zeitpunkt sein Amt weiter. Wir be- dauern aufrichtig, ihn von unserer Schule scheiden zu sehen, hat er doch allezeit mit grosser Pflicht- treue, grossem Erfolge und warmem Herzen der ihm anvertrauten Jugend sein Bestes gegeben. Darum gebührt ihm unser herzlichster Dank! Die vorgesetzte Behörde gab ihrer Anerkennung seiner Tätigkeit durch Verleihung des Kronenordens 4. Klasse Ausdruck.
Herr Oberregierungsrat Dr. Paehler besuchte die Anstalt am 11. Mai, Herr Prov.-Schulrat Kanzow am 22. Mai 1912.
An einer Reihe von Tagen musste der Unterricht wegen der grossen Hitze nachmittags aus- fallen. Im Winter konnte den Schülern an einzelnen Nachmittagen eisfrei gegeben werden.
Die Sommerausflüge der einzelnen Klassen wurden am 21. Juni unternommen. Die Prima besuchte Boppard, Ehrenburg, Burg Elz und Moselkern, die Sekunda den Feldberg im Taunus, die Tertia das Kannenbecker Land, die Quarta Hohenstein, Schläferskopf, Schlangenbad, die Quinta Braun- fels-Weilburg, die Sexta Hohenstein und die Vorschule machte einen Spaziergang nach Schaumburg.
Die Pfingstferien dauerten vom 24. Mai bis 4. Juni, die Sommerferien vom 19. Juli bis 20. August, die Herbstferien vom 5. Oktober bis 17. Oktober, die Weihnachtsferien vom 20. Dezember bis 3. Januar 1913.
Herr Oberlehrer Kämpfer leistete vom 2. August bis 26. September eine achtwöchentliche militärische Übung ab, Herr Direktor Rauschenberger eine 14 tägige. Die Vertretung für ersteren übernahm der Kandidat des höheren Schulamts, Herr Mazurkiewicz, letzteren vertrat das Kollegium.
Am Sedantage versammelten sich die Schüler zu einer Feier in der Turnhalle. Herr Ober- lehrer Dr. Buck hielt die Ansprache. Von einem anzuschliessenden Spaziergang musste infolge des schlechten Wetters abgesehen werden.
Die 5 Herbst-Abiturienten wurden schriftlich am 23., mündlich am 29. September geprüft. Sie bestanden alle die Schlussprüfung.
Mit Beginn des Winterhalbjahres traten grössere Veränderungen im Kollegium ein. Herr Kandidat Mazurkiewicz wurde nach Frankfurt an die Realschule der israelitischeu Gemeinde über- wiesen und Herr wissenschaftlicher Hilfslehrer Ruez an das Gymnasium nach Hadamar, nachdem er 2 ½ Jahre unserer Anstalt angehört hatte. Für ihn trat Herr wissenschaftl. Hilfslehrer Kneip an die Anstalt über.. Jakob Kneip, geboren in Morshausen(Rheinland) am 24. 4. 81, absolvierte das Gymnasium
zu Coblenz und studierte Germanistik und neuere Sprachen in Bonn, Paris und London. Das Staatsexamen machte er in Bonn; das Seminarjahr leistete er in Fulda ab, das Probejahr in Lim- burg und Ems. Darauf war er wissenschaftlicher Hilfslehrer in Wiesbaden(Kgl. Realgymnasium), Hadamar(Kgl. Gymnasium) und Herbst 1912 in Diez a. L.(Realschule).
Auch in der Leitung der Schule ging ein Wechsel vor sich. Herr Direktor Rauschenberger verliess Diez, um in Lippstadt i. W. die Leitung einer Vollanstalt(Realgymnasium und Realschule) zu übernehmen. Seit Ostern 1907 hat er der Schule vorgestanden und für sie treu und gewissenhaft gearbeitet. Unter ihm war die Umwandlung des Realprogymnasiums in eine Realschule durchgeführt worden, deren Schülerzahl erfreulicherweise, dank seiner Arbeit, gegen früher bedeutend zunahm. Er wird der Schule unvergessen bleiben.
Für Herrn Direktor Rauschenberger trat der bisherige Oberlehrer Dr. Liesau von der Ober- realsch ule in Frankfurt a. M.(Sachsenhausen) als Direktor ein.


