Jahrgang 
1913
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Franz Liesau, geboren am 1. Dezember 1877 in Bremen, besuchte die Realschule in der Altstadt zu Bremen bis Ostern 1894, dann 2 Jahre das dortige Realgymnasium(Handelsschule). Studierte neuere Sprachen und Germanistik an den Universitäten Marburg, München, Berlin, Greifswald, war zwischendurch ½ Jahr in Frankreich. Bestand das Turnlehrerexamen in Halle a. S. am 10. März 1899, das Staatsexamen am 10. November 1900 in Greifswald, nachdem er bereits am 24. April 1900 ebendaselbst promoviert hatte. Bis Ostern 1901 Hilfslehrer an der Realschule i. d. Altstadt zu Bremen. Ostern 1901 bis Ostern 1902 Seminarjahr in Frankfurt a. M.(Klinger- Oberrealschule), Ostern 1902 bis Oktober 1902 Probejahr an der Sachsenhäuser Oberrealschule, Oktober 1902 bis 1903 Einjährig-Freiwilliger in Eisenach, Oktober 1903 bis Ostern 1904 wissen- schaftlicher Hilfslehrer und Vertreter eines Oberlehrers am Kgl. Realgymnasium in Wiesbaden. Von Ostern 1904 Oberlehrer an der Oberrealschule in Frankfurt a. M.(Sachsenhausen). Im Sommer 1910 auf ein Vierteljahr nach England beurlaubt.

Die feierliche Einführung des neuen Direktors fand am 18. Oktober in der festlich ge- schmückten Turnhalle durch den Dezernenten, Herrn Prov.-Schulrat Kanzow statt. Für die städtischen Behörden sprach Herr Bürgermeister Scheuern und für das Kollegium Herr Prof. Schmidt. In seiner Erwiderung gab der Unterzeichnete seinem Danke für die freundlichen Worte des Herrn Dezernenten Ausdruck mit der Hoffnung, dass das Vertrauen der vorgesetzten Be- hörde allezeit der Schule und ihm erhalten bleiben möge. Er dankte auch für die warmen Be- grüssungsworte des Herrn Bürgermeisters und den Willkommengruss des Vertreters des Kollegiums. Er entwickelte seine Anschauungen über das Verhältnis von Schule zu Haus und versprach sein Möglichstes zu tun, um die Schule weiter zu heben und zu fördern.

Der Gesundheitszustand der Schüler liess im grossen und ganzen nichts zu wünschen übrig. Im Kollegium waren die gesundheitlichen Verhältnisse im Sommer recht gute, im Winter weniger. Herr Jung fehlte längere Zeit und vor allem Herr Prof. Schmidt, der infolge von Krank- heit seit dem 2. Dezember 1912 seinen Dienst nicht mehr versehen konnte und der sich bis zum 1. April 1913 beurlauben musste. Ihn vertrat der Probekandidat Herr Dr. Waga. Leider hat Herr Prof. Schmidt sich aus gesundheitlichen Rücksichten entschliessen müssen, zum 1. April 1913 sein ihm liebgewordenes Amt niederzulegen. Die Schule verliert in ihm einen eifrigen Förderer der jugend, die Schuljugend einen treuen Freund und das Kollegium einen hilfsbereiten Mitarbeiter, der seit dem 1. Oktober 1879 der Anstalt angehört hat. Auch an dieser Stelle sei ihm herzlich der Dank der Schule ausgesprochen!

Eine kleine Weihnachtsfeier bei brennendem Lichterbaum versammelte die Schüler und ihre Angehörigen am 20. Dezember in der Turnhalle. Der Geburtstag unseres Kaisers wurde in grösserem Masse im Saale des Hotels Viktoria gefeiert, wobei Herr wissenschaftl. Hilfslehrer Kneip die Festrede hieltUber die Entwicklung der deutschen Industrie. Nach dem Kaiser- hoch überreichte der Direktor dem Schüler Karl Schön(I!) eine Prämie.

Die schriftliche Prüfung der 21 Abiturienten ging am 14.18. Februar vor sich, die mündliche, zu welcher der Direktor zum Kgl. Kommissar ernannt worden war, am 4. März 1913. Von den Prüflingen bestanden 19 die Schlussprüfung.

Die Erinnerung an den Geburtstag der Königin Luise und das Jahr der Befreiungskriege feierten wir am 10. März 1913. Herr Oberlehrer Kämpfer entwarf ein Bild der Zeit vor hundert Jahren, und besonders schilderte er die Bedeutung von Ernst Moritz Arndt.

Das Kuratorium hat sich in seiner Zusammensetzung nicht geändert. Ständige Mit- glieder sind die Herren Geh. Regierungsrat Landrat Duderstadt als Vertreter des Kgl. Kom- patronats, Bürgermeister Scheuern als Vorsitzender und der Direktor, gewählte die Herren Fabrikant W. Fuchs, Kaufmann H. Heymann, Kaufmann C. Mies und Medizinalrat Dr. Petschull.