Jahrgang 
1913
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als Volontär ein. Dr. Odo Becker verließ uns am Ende des Schuljahres, um eine Ober⸗ lehrerſtelle an der höheren Mädchenſchule in Sorau zu übernehmen. Die Handarbeitslehrerin Luiſe Herrmann wurde am 16. November endgültig angeſtellt.

Beſichtigungen und Prüfungen. Herr Geh. Oberſchulrat Block beehrte am 27. Mai 1911 und am 19. Januar 1912 die Anſtalt mit ſeinem Beſuche. An dem letzgenannten Tage wohnte er dem mathematiſchen und naturwiſſenſchaftlichen Unterricht der Klaſſen IIa und IIb bei, die für die Errichtung einer Studienanſtalt(von Oſtern 1913 ab) in Frage kamen. Er gewann hierbei den Eindruck, daß dieſe Klaſſen im folgenden Schuljahre das durch den Reformlehrplan geſteckte Ziel auch in Mathematik und Naturwiſſenſchaft zu erreichen befähigt ſeien. Am 25. Oktober unterzog der Herr Biſchof von Mainz Dr. Kirſtein die katholiſchen Religionsklaſſen des Domkapitulars Dr. Elz und des Kaplans Moſer einer Prüfung. Herr Prälat D. Dr. Flöring prüfte am 6., 7. und 9. Dezember den evangeliſchen Religionsunterricht ſämtlicher Se⸗ minar⸗ und Schulklaſſen. Der neuen Seminarprüfungsordnung gemäß fand gegen Ende des Schuljahres unter dem Vorſitze des Herrn Geh. Oberſchulrats Block die wiſſen⸗ ſchaftliche Abſchlußprüfung der Seminarklaſſen 2a und 2b ſtatt. Sämtliche 39 Schü⸗ lerinnen wurden zugelaſſen. Die ſchriftliche Prüfung erfolgte am 13. bis 16. Februar, die münd⸗ liche am 11. und 12. März. Von der mündlichen Prüfung(mit Ausnahme von der in Religion) befreit waren 26 Seminariſtinnen. Sämtliche Prüflinge beſtanden, 13 mit der Note III(im ganzen gut), 24 mit der Note II(gut) und 2 mit der Note I(ſehr gut). Preiſe erhielten Marie Hoffmann(2a) und Lili Waitz(2 b). Von den Schülerinnen, die am Ende des Schuljahres aus der Schulklaſſe Ientlaſſen wurden, erhielten Preiſe: Annemarie Bernhard, Anna Cäſar, Emma Kircher, Ida Monick und Ruth Schäfer. Für die mit der Eleonorenſchule zu verbindende Frauenſchule meldeten ſich 11 Schülerinnen der genannten Klaſſe.

Die Geſundheitsverhältniſſe der Schülerinnen waren befriedigend.

Das Schuljahr 1912/13.

Schulräumlichkeiten und ihre Ausſtattung. Da mit der Eröffnung der Eleo⸗ norenſchule unſere Anſtalt außer den 4 Klaſſen des ehemaligen Inſtituts Reineck 6 Klaſſen abge⸗ geben hatte, waren die Räume des Schulhauſes in der Zimmerſtraße für immer, die des Hauſes in der Heinrichsſtraße(Nr. 101) für das Winterhalbjahr 1911/12 entbehrlich geworden. In⸗ deſſen erforderte die Neugeſtaltung des naturwiſſenſchaftlichen Unterrichts dringend die Bereitſtellung eines Lehrzimmers für Chemie und Viologie, eines Vorbereitungs⸗ zimmers für Chemie, eines Raumes für chemiſche und biologiſche und eines weiteren für phyſika⸗ liſche Schülerübungen. Deshalb wurde uns am Anfang des neuen Schuljahres das Haus in der Heinrichsſtraße auf unſer Anſuchen von der Stadt wieder zur Verfügung geſtellt. Im Frühjahr und Sommer erfolgte dann die Einrichtung der genannten Räume im Hauptgebäude, durch die wir in den Stand geſetzt worden ſind, den Anforderungen des neuen Lehrplans für Naturwiſſenſchaft einigermaßen zu entſprechen. In dem für Handarbeit urſprünglich vorgeſehenen, aber ſeiner Beſtimmung lange Zeit entzogenen Raume hatten die fünf Nähmaſchinen Platz gefunden, die im Dezember 1911 eingetroffen und ſofort für den Unterricht nutzbar gemacht worden waren. Der an das Zimmer anſtoßende kleine Nebenraum wurde als Sammlungszimmer für geographiſche Lehrmittel eingerichtet. Der Ordnung dieſes Materials hat ſich Lehramtsaſſeſſor Schuchmann mit dankenswerter Bereit⸗ willigkeit angenommen. Im Verlauf des Sommerſemeſters traf das von der ſtädtiſchen Verwal⸗ tung gütigſt bewilligte Epidiaſkop ein. Es fand Aufſtellung im Phyſikſaal, der mit einer Schalttafel und anderen notwendig gewordenen Vorrichtungen verſehen worden war. Das ſchon vorhandene Skioptikon wurde in das neueingerichtete Lehrzimmer für Biologie und Chemie verbracht. Für die Beſchaffung, Einrichtung und Ausſtattung der genannten Schulräume ſowie für den bewilligten Telephonanſchluß ſind wir unſerm Kuratorium und der Stadtbe⸗ hörde zu wärmſtem Danke verpflichtet. In dem Singſaale wurde das neue Harmonium untergebracht, das der Direktor aus dem Ertrage von Vorträgen ſtiftete.*)

*) Dieſe Vorträge fanden im Herbſt 1911 und 1912 ſtatt(Themata:Weibliche Charakterköpfe im Ralhhen der deutſchen Kulturgeſchichte undAus der Geſchichte des Theaters und der dramati⸗ en Dichtung).