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nach Ableiſtung ſeiner UÜbung am Gymnaſium zu Worms verwendet.— Den katholiſchen Re⸗ ligionsunterricht des als Pfarrverwalter nach Oberhilbersheim verſetzten Kaplans Kaſtell über⸗ nahm mit Beginn des Schuljahres Kaplan Hermann Moſer.— Einen ſchweren Verluſt
erlitt die Schule durch den Weggang des Profeſſors Karl Henſing, der mit Wirkung vom 1. Auguſt 1911 zum Direktor der Realſchule in Oppenheim ernannt wurde. An ſeine Stelle trat am 10. Auguſt der bis dahin am Gymnaſium zu Worms angeſtellte Profeſſor Karl Vogt.**) — Am 11. September verließ uns zu unſerm ſchmerzlichen Bedauern auch Profeſſor D. Herr⸗ mann, da er mit dem Amtstitel„Archivrat“ zum Beamten des Großherzoglichen Haus⸗ und Staatsarchivs ernannt worden war. Einen Teil ſeines Religionsunterrichts übernahm Lehr⸗ amtsreferendar Dr. Tavernier, der zwar dem Lehrkörper der Eleonorenſchule zugeteilt war, nunmehr aber an unſerer Schule belaſſen wurde.— In die Eleonorenſchule traten beim Beginn des Winterhalbjahres über: Oberlehrer Zimmer, Lehramtsaſſeſſor Viel, die Reallehrer Schäfer, May und Haſter, die Lehrerin Marie Kayſer, die Schulverwal⸗ terinnen Hulda Waldner und Elſe Morell, außerdem die bis dahin am ehemaligen Inſtitut Reineck tätigen Lehrerinnen Bertha Fertſch und Emma Bauſch, ſowie die Schulverwalterinnen Elſe Dittmar und Lina Nau. Die Handarbeitslehrerin Sophie Diehl, die ebenfalls an die Schule verſetzt war, wurde während der Herbſtferien auf ihr Nachſuchen in den Ruheſtand verſetzt.— Im Verlaufe des Schuljahres wurden infolge von Beurlaubungen und Krankheitsfällen mehrere Vertretungen nötig. Für die von Oſtern bis zu den Sommerferien beurlaubte Hand⸗ arbeitslehrerin Fräulein Diehl übernahm Fräulein Johanna Adami den Handarbeitsun⸗ terricht der Oberklaſſen und einiger Mittelklaſſen. Für die Zeit vom 10.—13. Juli waren die Oberlehrer Profeſſor Bock und Sandmann zur Teilnahme an dem im hieſigen Realgym⸗ naſium ſtattfindenden naturwiſſenſchaftlichen Fortbildungskurſus beurlaubt und wurden von den Kollegen vertreten. Den Unterricht der für die Zeit vom 10. Auguſt bis 6. September nach Paris beurlaubten Lehrerin Dornbuſch übernahm in dankenswerter Weiſe die Lehramtsaſpiran⸗ tin Fräulein Sophie Goldſchmidt. Dieſelbe hatte die Freundlichkeit, auch die Lehrerin Krüger zu vertreten, welcher im Anſchluß an die Herbſtferien vom 12.—22. Oktober ein Ur⸗ laub nach Frankreich bewilligt worden war. Profeſſor Thylmann ſah ſich durch ein Augen⸗ übel genötigt, vom 9. Dezember an ſeinen Unterricht einzuſtellen, und erhielt Urlaub bis zum Ende des Schuljahres. Da mehrere Volontäre vorhanden waren, welche für Prof. Thylmann ein⸗ ſprangen, konnten wir davon abſehen, um die Zuweiſung eines Vertreters zu bitten. Auch Pro⸗ feſſor Bock, der ſich einer Operation unterziehen mußte und deshalb vom 28. Auguſt bis zu den Herbſtferien(27. September) Urlaub erbeten hatte, wurde von Kollegen vertreten. Dasſelbe ge⸗ ſchah, als der Genannte ſich durch Krankheit genötigt ſah, vom 21. November bis 6. Dezember ſeinen Unterricht abermals auszuſetzen. Am 18. Dezember erlitt Fräulein von Ploennies einen Knöchelbruch und wurde bis zum Ende des Schuljahres beurlaubt. Vom 8. Januar 1912 ab wurde ſie von der Schulverwalterin Ida Schüler vertreten. Fräulein Kraft fehlte vom 21. bis 27. September, Reallehrer Ramge vom 20.—30. Oktober.— Daß die zahlreichen Beur⸗ laubungen ohne empfindliche Störung des Lehrbetriebs ſtattfinden konnten, verdanken wir großen⸗ teils der Bereitwilligkeit, womit die Mitglieder des Kollegiums, namentlich auch die als Volon⸗ täre an unſerer Schule beſchäftigten Lehramtsreferendare und ⸗aſſeſſoren Vertretungsſtunden übernahmen. Als Volontäre war am Anfang des Schuljahres Lehramtsreferendar Dr. Odo Becker eingetreten, ihm folgte am 15. Mai der Lehramtsaſſeſſor Dr. Auguſt Kleinſchmidt. Der Letztere ſchied am Schluſſe des Sommerhalbjahres aus dem Verbande der Anſtalt und aus dem heſſiſchen Schuldienſt aus. Nach den Herbſtferien trat der Lehramtsreferendar Heinrich Hahn, am 12. Dezember der Lehramtsreferendar Dr. Adolf Handke in unſer Kollegium
Staatsprüfung. Vom Oktober 1906 bis Oktober 1907 war er Mitglied des mit dem hieſigen Real⸗ gymnaſium verbundenen pädagogiſchen Seminars. Er verblieb an der genannten Anſtalt bis Oktober 1908 und war während des Sommerhalbjahres 1908 zweimal mit Vertretungen daſebſt betraut. Von Herbſt 1908 bis Oſtern 1911 gehörte er als Volontär dem Lehrkörper der hieſigen Oberrealſchule an. An dieſer Anſtalt war er im Sommer 1910 vorübergehend verwendet.
**) Karl Vogt(evangeliſch) wurde am 24. September 1861 zu Battenberg geboren, beſuchte die Realſchule zu Alsfeld, dann das Realgymnaſium in Darmſtadt, ſtudierte in Darmſtadt und Gießen Mathematik, Phyſik und Zoologie. Nach beſtandener Staatsprüfung war er vom Herbſt 1891 bis Oſtern Mitglied des räͤdagvgiſchen Seminars am hieſigen Neuen Gymnaſium. Vom Sommer 1893 bis Herbſt 1896 war er an der Realſchule zu Gernsheim, von da bis Herbſt 1907(ſeit 11. Mai 1898 als Oberlehrer) an dem Realgymnaſium zu Darmſtadt, vom Herbſt 1907 bis zu ſeiner Verſetzung in die jetzige Stellung am Gymnaſium zu Worms tätig..


