Jahrgang 
1927
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Komb. la: 1. Neuzeitliche Freiübungen. 2. Stillauf. 3. Sprünge über Quer⸗ und Längspferd.

Alle Ubungen, die für einen großen Teil der Zuſchauer völlig neu waren, fanden den ungeteilten Beifall der Anweſenden.

Außer den lehrplanmäßigen Pflichtſtunden fand noch folgender wahlfreier Unterricht ſtatt: Philoſophiſche Propädeutik für ſämtliche Ober- und Unterprimen, eine Wochenſtunde, je nach der Beteiligung kombiniert. Geometriſches Zeichnen war für la und lb angeſetzt(3 Gruppen zu je 2 Stunden). Wahlfreie Übungen fanden ſtatt in:

la für Biologie(2 Gruppen zu je 2 Stunden), Ib Phyſik(1 Gruppe zu 2 Stunden), lla Chemie(2 Gruppen zu je 2 Stunden).

Phyſik in IIb 4 IIb3, IIla1 Illa?, Chemie in IIb4 IIb 2, Biologie in Illa Illa? erhielten je 1 Zuſatzſtunde zwecks Zerlegung der betreffenden Klaſſen in Arbeitsgruppen zur Durchführung des Unterrichts als Arbeitsunterricht.

Wahlfreier Unterricht überhaupt konnte nicht in dem von den Lehrplänen vorgeſehenen Umfang gegeben werden. Das gleiche war bei dem Sportturnen der Fall. Auch hier war der Mangel an Lehrkräften hinderlich. Zudem machte die häufig ſchlechte Witterung ein Turnen oder Spielen im Freien unmöglich. Der Mangel einer zweiten Turnhalle wurde oft empfunden, für deren Errichtung wir am 18. Februar 1927 bei dem Herrn Oberbürgermeiſter vorſtellig geworden ſind.

Wie in den Vorjahren nahm auch im verfloſſenen Jahre die Hälfte der Quartaner an dem wahl freien Schwimmunterricht teil, der in zwei Wochenſtunden im Städt. Hallenſchwimmbad erteilt wurde. Ungefähr 75% der Schüler, die regelmäßig und ohne Unterbrechung dem Unterricht beiwohnten, haben es zu einer gewiſſen Schwimmfertigkeit gebracht. Wie früher unterzogen ſich eine größere Anzahl von ihnen auch der Freiſchwimmprobe. Angeſichts der Wichtigkeit des Schwimmens wäre es ſehr zu wünſchen, daß die Eltern der neuen Quartaner gerade dieſem Sportzweig erhöhte Anteilnahme entgegenbrächten.

Von den Schwimmern aus dem Schuljahr 1925/26 erhielten am 26. März 1926 39 Quartaner die Freiſchwimmerkarte.

Wahlfreier Unterricht in der Kurzſchrift wurde in den Klaſſen IIIa 14 von Studienrat Dr. Götz, während ſeines Urlaubs von Aſſeſſor Wermbter erteilt. Es fanden 2 Lehrgänge nebeneinander ſtatt; wöchentlich in einer Stunde wurde nach dem Lehrbuch der Einheitskurzſchrift von Winkler unterrichtet.

Teilnehmerzahl zu Beginn des Unterrichts: IIIa 1: 21, IIIa2: 20, IIIa3: 18, IIIa4: 19 zuſammen 78. Es waren 71,5% der Geſamtſchülerzahl der in Betracht kommenden Klaſſen. Erfahrungsgemäß mußte mit einer Abnahme der Teilnehmerzahl im Verlauf des Unterrichts gerechnet werden.

Zu Unterrichtszwecken wurden beſucht: Das Landesmuſeum, das Schloßmuſeum, das Gewerbemuſeum, das Senckenbergiſche Muſeum zu Frankfurt a. M. und die Fernſprech-Anlage der Stadt Darmſtadt. Die AusſtellungMutter und Kind beſichtigten am 16. und 17. März 1926 die 4 Unterprimen unter Führung des Studienrates Dr. Maſer. Den LehrfilmOſtafrika ſahen am 15. Mai 1926 etwa 500 Schüler aus VIllIla, den FilmWunder des blauen Golfes am 2. Februar 1927 die Klaſſen IIb 1 IIIb5.

Für die Klaſſen Ib IIb ſprach am 13. März 1926 Studienrat Dr. Diemer über ſeine Reiſe in der Dobrudſcha, Prof. Hüthwohl über die Tagung in Hirſchberg am 9. Juli 1926. Bei beiden Vor⸗ trägen wurden viele Lichtbilder vorgeführt.

Die Kunſt eines Glasbläſers ſahen die Klaſſen von IIIb VI am 26. Auguſt 1926.

Wir leiden an einer Überfülle von Angeboten: Theatervorſtellungen, Konzerte, Kinoaufführungen, Vorträge, Handfertigkeitskünſtler nur eine ſehr kleine Zahl konnte mit Rückſicht auf den Unterricht und den Geldbeutel der Eltern von den Schülern beſucht werden.

Für die Schüler der 5 Unterprimen fand, gemeinſchaftlich mit den Schülern der anderen höheren Lehranſtalten, vom 10. Januar 1927 an ein 6-⸗wöchigerLehrgang zur Ausbildung in der erſten Hilfe leiſtung bei Unglücksfällen, ein ſogenannter Sanitätskurſus, in unſerer Turnhalle ſtatt. Wir ſind Herrn Hauptmann Lotheißen, der wie in den vorhergehenden Jahren in uneigennütziger Weiſe die Leitung übernommen hatte, zu beſonderem Dank verpflichtet. Desgleichen danken wir ſeinen 9 Helfern, den Herren von der freiwilligen Sanitätskolonne. Der Lehrgang wurde durch den Vorſitzenden desHeſſiſchen Landes⸗ vereins vom Roten Kreuz, Herrn Geh. Regierungsrat von Hahn, mit einer Anſprache eröffnet und in der gleichen Weiſe am 24. Februar 1927 geſchloſſen. Es nahmen 35 Schüler teil, denen ein Gedenkblatt überreicht wurde..