3. Beamte.
Amtsobergehilfe Rückert erhielt am 16. März 1927 die dienſtliche Bezeichnung„Hausmeiſter“. Amtsobergehilfe Philipp Speier(Realſchule, Wimpfen) wurde am 10. Februar 1927 mit Wirkung vom Tage ſeines Dienſtantritts zum Hausmeiſter am Realgymnaſium als Nachfolger Beckers ernannt(ſiehe Jahresbericht 1926, Seite 9.). 4. Pädagogiſches Seminar.
Oſtern 1926 traten keine neuen Referendare in das Seminar ein, im Herbſt kamen: Georg Bräunig, Wilhelm Holzapfel und Heinrich Ihl. Dieſe 3 Referendare waren im Januar und Februar 1927 zur Aushilfe an der Liebigsoberrealſchule tätig. Am 6. Januar 1927 traten ein: Karl Flath und Franz Haas. Alle 5 Herren ſind Mathematiker. Die beiden letztgenannten Referendare ſind die erſten unſeres päda— gogiſchen Seminars, die die abſchließende Prüfung an der Techniſchen Hochſchule abgelegt haben.
Zur Ableiſtung des Probejahres kam an Oſtern 1926 Ref. Langelott; er war vom 19. Mai wegen Erkrankung außer Dienſt, trat nach den Herbſtferien wieder ein und wurde vom 16. November 1926 zu einer Vertretung nach Mainz G. bis Oſtern 1927 beurlaubt.
Nur kurze Zeit nach Oſtern 1926 waren bei uns als Volontäre die Aſſeſſoren Schott und Röder.
Am 27. Auguſt 1926 beſtanden unter dem Vorſitz des Herrn Staatsrats Block die Referendare Schneider und Seip die Staatsprüfung und wurden zu Studienaſſeſſoren ernannt. Beide ſind jetzt in Budapeſt.
5. Unterricht.
Die Schüler, die nicht im Chor oder im Orcheſter mitwirken oder— wie in VI, V und IV— planmäßig Singſtunde haben, beſuchten wie in den früheren Jahren das ſogenannte Gruppenſingen.(Die Schüler der Illa und IIb ſind nach dem„Entwurf“ der Lehrpläne von 1925 vom Singunterricht befreit.) Im Gruppenſingen wurde neben der Einübung von Volks-, Rhein- und Wanderliedern auf allen Stufen, in der Mittelklaſſe die Zuſammenſetzung eines Orcheſters nebſt Muſikinſtrumentenlehre, ſowie das wichtigſte aus dem Leben C. Maria v. Webers(100. Todesjahr, † 1826) und L. van Beethovens(100. Todesjahr, † 1827) und aus der muſtkaliſchen Formenlehre die 1⸗, 2⸗ und 3-teilige Liedform im geſungenen Lied und in der Inſtrumentalmuſik behandelt.
Auf der Oberſtufe kamen unter entſprechender Verteilung auf die einzelnen Klaſſen zur Behandlung: Die Suite, die Entſtehung des Oratoriums und ſeine Entwicklung bis zu den Romantikern, die Rondoform in Sonaten und als ſelbſtändiges Rondo, das Leben und Schaffen C. Maria von Webers und L. van Beethovens. Aus dem Gebiete des Muſikdramas„Ring des Nibelungen“ von R. Wagner wurde in den letzten Wochen „Rheingold“ und„Walküre“ am Klavier und durch Grammophonvorführungen beſprochen. Auf die gleiche Weiſe ſind die Schüler, die an der Schülermiete des Heſſiſchen Landestheaters beteiligt waren, in das Verſtändnis der jeweils aufgeführten Oper eingeführt worden.
Das Schülerorcheſter konnte ſich bei verſchiedenen Gelegenheiten(ſiehe Schulfeierlichkeiten) betätigen. Ihm gehören folgende 61 Schüler an: 1. Violine: Rodemer, Neumann la3, Front, Lancelle Ib 1, Backhaus, Wieſenthal, Sepp lb3, Heuſel Ib2, Schaub Ib5, Pfeifer llat Knodt, Schaub, v. Selzam Ila3, Schmitt, Zimmermann lla4, Heß, Oelsner llb2, Kleinlogel, Wagner IIb3, Zinkann Ib4.— 2. Violine: Bach, Geppert lb2, Fiſcher, Momm lla, Geißler, Hild lla2, Kühn IIb 1, Ehmig, Stumpf, Urſchel IIb2, Göbel, Wenz IIb 3, Bender, Geppert, Ploch IIb 5, Buch IIla 1, Rettberg IIIb 1, Jöckel, Stähle IVV2.— Viola: Roth lb4, Loring Ib 5, Moldenhauer lla 1.— Violoncello: Andrä, Glaſer Ib 3, Staedel IIb 5.— Kontrabaß: Bauer lla3. — Flöte: Frech IIb 1, Schwarz llla41.— Waldhorn: Kreiter lb 1, von Bellersheim lb5.— Trompete: Forch lal.— Klavier: Roth la4, Jung lb 3, Dietz Iö4.— Schlagzeug: Staudigl lb 1, von Renthe lla3.— Gitarre: Beſt Ib 1, Dietz Ib4, Walter Ib 4, Arnold lla2, Knippel IV2.
Bei der Tagung der V. D. A. in Hirſchberg beteiligte ſich eine kleinere Gruppe von 12 Schülern am Wett— ſingen. Es wurde ein oberheſſiſches Volkslied 2⸗ſtimmig mit Begleitung von Violine und Gitarre vorgetragen.
Das Schülerorcheſter gab auswärts 2 Konzerte: am 14. März 1926 in Jugenheim zum Beſten der Kinderhilfe des Kreiſes Bensheim und am 13. März 1927 in Gernsheim zum Beſten der Schulgruppe des V. D. A. an der dortigen Realſchule.
Um den Amtsgenoſſen, den Eltern unſerer Schüler und den Freunden der Anſtalt Gelegenheit zu geben, neuzeitliches Turnen kennen zu lernen, hatten wir zu einer„Turneriſchen Darbietung“ in unſere Turn— halle eingeladen, die am 15. Januar 1927 unter Leitung von Oberreallehrer Luley ſtattfand. Es wurden gezeigt:
Illa4: 1. Neuzeitliche Freiübungen, verbunden mit Stoffwechſelläufen. 2. Geſellſchaftsübungen.
Ila¼: 1. Medizinballgymnaſtik. 2. Natürliches Turnen. 3. Übungen an der Sproſſenwand.


