Der bracht' das Letzte ſeiner kargen Habe,
Daß er nicht unnütz ſei dem Vaterland.
Des Hauſes Zierrat, glitzerndes Geſchmeide,
Die Schätze, die die Truhe ſtill geborgen, Erglänzen auf dem Tiſch der Sammelſtätte.
Ja ſelbſt der güldne Reif, einſt am Altar
Geweiht durch Prieſterhand zum Pfand der Treue, Löſt von dem Finger ſich, ein ſtrahlend Opfer
Zu werden am Altar des Vaterlands.
Kein Rang, kein Stand, kein Alter, kein Geſchlecht Will ſeitwärts ſtehen, wo es ernſthaft gilt,
Die Antwort geben auf die große Frage,
Ob Freiheit herrſche oder Sklaverei.
Volksweiſe:„O du Deutſchland, ich muß marſchieren“ (E. M. Arndt.— Zweiſtimmiger Schülerchor.)
Deklamation(Elmira von Petery, IIb 1): Soll ich von jenen wackren Mädchen künden, In Treuen Ferdinande Schmettau gleich, Die arm am Glanze irdiſchen Beſitzes Des blonden Schmucks der Flechten ſich beraubt, Ein Scherflein zu dem Kriegsſchatz beizuſteuern? Nicht ſank ins Grab mit dem, was irdiſch war, Der Ruhm, der wackre Heldentaten krönte, Die deutſche Mädchen deutſchen Männern gleich Vollbracht im Donnerhalle wilder Schlachten. Wer preiſt Johanna Stegen nicht, die Heldin Im bittern Feuergruß zu Lüneburg? Des grimmen Feindes Mordwehr warf die Kugel Der Tapfern um die Schläfe, durch die Bänder Der Schürze, die die Munition ihr trug, Inndes ſie durch die Reihen mutig ſchritt, Den Kampfgefährten die Patronen reichend. Das Ehrenkreuz ſchmückt' Friederike Krüger, Die eine Zierde in dem Yorkſchen Korps, Als Sieg'rin kehrte heim aus Frankreichs Gauen. Wird Liebe nicht und dankbares Gedenken Zum Grabeshügel wallen der Prohaska? Den Jägern zugeſellt als Auguſt Renz Schlug ſie die Trommel in dem Sturm der Schlachten, Ein Mann an Wuchs, an Heldenkraft und Mut, Bis an der Göhrde von den bleichen Lippen Sich das Geſtändnis ſtahl:„Ich bin ein Mädchen“. Jeanne d'Arc, vor dir wird Deutſchland ſich nicht neigen, Wenn ſolcher Sinn noch deutſchen Mädchen eigen.
Volksweiſe:„Heerbann“(Hch. Hoffmann von Fallers⸗ leben.— Zweiſtimmiger Schülerchor.)
Deklamation(Alfred Kaufmann, la 1): In Waffenklang, in Abſchied und Gebet Miſcht' ſich des Sanges donnernde Poſaune.
30
Das Herz erhob zu mannesmutgem Wagen
Der Heroldsruf des gottgeweihten Sängers. Die Wucht des Wortes wirkte Wunderwerke, Das Wort, das aus dem tiefſten Herzen kam, Geheiligt und geadelt durch den hohen Gedanken, dem es Bild und Zeichen lieh.
Es ruht' der Kiel des grübelnden Poeten,
Der fern der Tat als nüchterner Beſchauer Des Treibens, das die Weltenbühne füllt,
Die Perlenſchnur der Reime mühſam knüpft. Hier ſchien die Tat verſchwiſtert mit dem Wort, Es quoll der Lieder Born aus tiefſten Tiefen. Das Schwert in Dichterhänden unterſtrich
Die Silben, die die Lippen freiheitsdürſtend Gejubelt in den Frühling männlicher
Erhebung, und ein brechend Heldenherz Beſtätigt' in den letzten bangen Schlägen,
Daß Wort und Tat, daß Dichter, Sänger, Held In einer Lichtgeſtalt vereint geweſen.
Du, deutſches Volk, willſt du die Freiheit preiſen, Dem Mannesmut ein ſtolzes Denkmal baun, Dann halte heilig und in hohen Ehren
Das Wort, das deine großen Freiheitsſänger, Ein Arndt, ein Rückert, Schenkendorf und Körner, Den Waffenbrüdern in das Herz gegeben,
Der ſchweren Stunden Dunkel zu erhellen,
Das Haupt zu heben dem gebeugten Volke. Das Lied, das unſere Ahnen einſt geleitet
In Sieg und Kampf, in Sturm und Todesnacht, Es lebe ewig fort in unſren Herzen
Und ſäe Heimatlieb' und Männerſtolz! Vernehmt ihr Wort, den Edlen zum Gedächtnis, Jungdeutſchland dir, ein heiliges Vermächtnis.
Friedrich Himmel:„Gebet während der Schlacht“ (Th. Körner.)— Karl Maria von Weber:„Lützows wilde Jagd“(Th. Körner.— Gemiſchter Chor.)
Deklamation(Hans Dietert, IIb 1): Noch einmal reckt' der Rieſe ſich empor, Der trotz des Wetterſchlags in Rußlands Gauen Nicht laſſen wollte von dem frevlen Spiel, Die Könige und Stämme zu verſchieben Wie eines Schachbretts zierliche Figuren. Schier aus dem Boden ſtampft' er neue Heere, Und hinter ſeiner finſtren Stirn erſtand Ein neues Werk verwegener Vernichtung. So ſchlugen übermacht und Feldherrnkunſt Des Korſen auf dem Plane von Groß⸗Görſchen Der Freiheitshoffnung Deutſchlands friſche Wunden. Jedoch des Siegers bleiches Antlitz ließ Erraten, daß er Feinde hier beſiegt, Die nur den Namen derer trugen, die


