Jahrgang 
1893
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Der Mathematikunterricht iſt in den einzelnen mittleren und oberen Klaſſen in die Hand desſelben Lehrers zu legen. Es kann dann je nach Bedürfnis für gewiſſe Zeit die Geometrie oder die Algebra vorwiegen, indem einem dieſer Fächer der größte Teil der für beide angeſetzten Stunden gewidmet wird.

9. Uaturwiſſenſchaften. a. Naturgeſchichte. Lehrziel: Kenntnis der hauptſächlichſten Tier⸗ und Pflanzenformen, namentlich der einheimiſchen und für uns beſonders wichtigen. Bekanntſchaft mit den unterſcheidenden Merkmalen und den hierauf begründeten Syſtemen. Kenntnis der Hauptorgane des menſchlichen, tieriſchen und Pflanzenkörpers und ihrer Verrichtungen.

Bekanntſchaft mit den wichtigſten Kryſtallformen, den phyſikaliſchen Eigenſchaften und der chemiſchen Zuſammenſetzung der bekannteren Mineralien und Felsarten.

VI. Durch Betrachtung einer verhältnismäßig kleinen Anzahl von Tieren und Pflanzen wird das Beobachtungs- und Unterſcheidungsvermögen geübt. In der Zoologie wird dabei mit den Wirbeltieren begonnen. G

V- Ober-III. Die Schüler werden auf Grund der Anſchauung in das Tier- und Pflanzenreich eingeführt. Das 2. Halbjahr der Ober-III iſt den zum Verſtändnis nötigen Beobachtungen aus der Ana⸗ tomie und Phyſiologie und einer Betrachtung der Hauptorgane des menſchlichen Körpers und ihrer Ver⸗ richtungen gewidmet.

Unter⸗II. Die Elemente der Mineralogie und Geognoſie.

b. Chemie. Lehrziel: Kenntnis der Elemente und ihrer anorganiſchen Verbindungen, ſowie der ſtöchiometriſchen Geſetze.

Ober⸗II I. Anorganiſche Chemie. Stöchiometriſche Übungen.

c. Phyſik. Lehrziel: Kenntnis der wichtigſten phyſikaliſchen Erſcheinungen und ihrer Geſetze auf Grund des Experimentes. Mathematiſche Begründung der Hauptſätze der Mechanik und deren An⸗ wendung auf die mathematiſche Geographie, die Geſetze der Spiegelung und Brechung der Lichtſtrahlen.

Unter⸗II. Die allgemeinen Eigenſchaften der Körper. Einiges aus der Mechanik, der Wärme⸗ und Elektrizitätslehre auf Grund des Experiments, als Einleitung für den Unterricht in den Oberklaſſen.

Ober⸗II. Wärmelehre. Reibungselektrizität.

Unter⸗I. Magnetismus und Abſchluß der Elektrizitätslehre. Katoptrik. Dioptrik. Das Auge und die optiſchen Inſtrumente. Die übrigen Teile der Optik nur im Überblick.

Ober⸗I. Mechanik. Das Notwendigſte aus der Akuſtik.

Der Unterricht in den Natnrwiſſenſchaften ſoll dem Schüler einen gewiſſen Schatz von Kenntniſſen überliefern, ihm Freude an der Natur beibringen, ihn beobachten und das Beobachtete geiſtig verwerten lehren. Aus der großen Fülle von Stoff iſt nur relativ weniges herauszunehmen, dies aber eingehend zu behandeln und ſtets die Verbindung zum Ganzen herzuſtellen. Es trifft dieſe Beſchränkung ganz be⸗ ſonders die beſchreibenden Naturwiſſenſchaften; aber auch bei der Phyſik und der Chemie iſt ſie notwendig. Bei der Phyſik beruht in Unter⸗II der Unterricht ausſchließlich auf der Anſchauung. Spüäter tritt die de⸗ duktive Behandlung mehr hervor, die namentlich bei der Mechanik, mathematiſchen Geographie und Optik in I zur Anwendung kommt. Doch darf auch hier das Experiment und die Anſchauung überhaupt nicht vernachläſſigt werden. Um das Intereſſe zu wecken und die Schüler mit den naturwiſſenſchaftlichen Me⸗ thoden und dem induktiven Schlußverfahren beſſer vertraut zu machen, kann auch von ſogenannten Schüler⸗ übungen Gebrauch gemacht werden. Der Unterricht in den Naturwiſſenſchaften findet eine weſentliche Unterſtützung in der planmäßigen Anlage von Sammlungen und, wo das möglich iſt, von Schulgärten.

10. Zeichnen. Der Unterricht im Freihandzeichnen iſt für alle Klaſſen verbindlich.

Aufgabe des Zeichenunterrichts, der möglichſt als Maſſenunterricht zu behandeln iſt, iſt die Übung und Bildung des leiblichen und des geiſtigen Auges und der Hand, die Entwickelung des Sinnes für Raumverhältniſſe und die Förderung des Verſtändniſſes für ſchöne Formen, verbunden mit Gewöhnung