Jahrgang 
1893
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4 niſſe die Sprache an gegebenem Stoffe anſchauen und in paſſenden Üübungen, mündlich und ſchriftlich, handhaben lernen. Für I bleibt der Hauptſache nach nur eine Wiederholung des durchgenommenen gram⸗ matiſchen Stoffs und die Behandlung der wichtigſten Synonyme übrig. Dem zuſammenhängenden Kurs der mittleren und oberen Klaſſen geht ein elementarer in IV und Unter-III voraus.

Die Schreibübungen ſollen den Schüler inſtandſetzen, ſich ohne grobe grammatiſche Fehler und mit einiger ſtiliſtiſchen Gewandtheit auszudrücken; ſie ſind deshalb in unteren Klaſſen reichlich an der Wand⸗ tafel und in Form von Diktaten und Klaſſenarbeiten anzuſtellen, in den oberen Klaſſen in der Schule oder zu Hauſe zu betreiben. Die ſchriftlichen Arbeiten ſchließen ſich der Lektüre an. Von II an werden auch zuſammenhängende deutſche Stücke ins Franzöſiſche überſetzt. In I treten noch franzöſiſche Aufſätze über leichtere, vorwiegend hiſtoriſche Themata hinzu.

Eine beſondere Aufmerkſamkeit erfordert die Ausſprache. Die Anleitung hierzu erfolgt am beſten in einem kurzen Lautierkurſus, von dem aber alle theoretiſche Phonetik und die Anwendung einer beſon⸗ deren Lautſchrift fernzuhalten ſind. Der Schüler ſoll durch häufiges Vorſprechen und Vorleſen franzöſiſcher Sätze und Stücke frühzeitig daran gewöhnt werden, ſich des Verſtändniſſes durch das Ohr zu bemächtigen. Von Beginn des Unterrichts an iſt auf Erwerbung eines ausreichenden Wortvorrates Bedacht zu nehmen, und der Inhalt der Leſeſtücke durch zeitweiliges Auswendiglernen, durch Retrovertieren und Variieren, Ver⸗ ſuche der Schüler in mündlicher freier Wiedergabe, ſowie ganz beſonders durch Sprechübungen in Form von Fragen und Antworten zum Eigentum zu machen.

In IV und Unter⸗-III werden nur die im Übungsbuch enthaltenen Stücke benutzt. Von Ober-III an kommt eine Chreſtomathie zur Anwendung. In der für die Oberklaſſen beſtimmten müſſen die be⸗ deutendſten Repräſentanten der franzöſiſchen Litteratur der letzten 3 Jahrhunderte durch größere Stücke vertreten ſein. Von II an werden außerdem zuſammenhängende proſaiſche und poetiſche Werke geleſen. Ein beſonderer Unterricht in der franzöſiſchen Litteraturgeſchichte wird nicht gegeben, ſondern das zum Ver⸗ ſtändnis des betreffenden Schriftſtellers Notwendige bei der Lektüre mitgeteilt. Ebenſo ſchließen ſich die er⸗ forderlichen Erklärungen aus der Metrik der Lektüre an. Von Anfang an ſind zuweilen kleinere proſaiſche und poetiſche Stücke zu memorieren, die vorher zum Verſtändnis der Schüler gebracht worden ſind. An die Lektüre ſind auf allen Stufen Sprachübungen anzuknüpfen.

5. Engliſche Sprache. Die Schüler ſollen ſich die notwendigſten Regeln der engliſchen Gram⸗ matik aneignen und einen für das Verſtändnis der zur Schullektüre geeigneten proſaiſchen und poetiſchen Werke ausreichenden Wortſchatz erwerben. Sie ſollen ſich einige Gewandtheit im mündlichen Gebrauch der Sprache verſchaffen, ſowie die Fähigkeit erlangen, ein nicht zu ſchweres Stück grammatiſch richtig ins Eng liſche zu übertragen und über ein leichteres, eng begrenztes Thema einen von groben Inkorrektheiten freien Aufſatz zu ſchreiben. Sie ſollen endlich mit einer Anzahl hervorragender Werke der engliſchen Litteratur bekannt gemacht werden. Für den Betrieb des Unterrichts gelten im allgemeinen dieſelben Beſtimmungen wie für das Franzöſiſche.

In III iſt zunächſt die Ausſprache zu üben. Außerdem werden die Formenlehre und die wich⸗ tigſten Regeln der Syntax eingeprägt. In II wird der in den vorhergehenden Klaſſen durchgenommene Stoff repetiert, und der Unterricht in der Grammatik der Hauptſache nach zum Abſchluß gebracht. Für I, wo die Lektüre in den Vordergrund tritt, bleibt dann im weſentlichen nur eine Repetition der Grammatik und die Behandlung der wichtigſten Synonyme übrig.

Für die ſchriftlichen Arbeiten gelten dieſelben Beſtimmungen wie beim Franzöſiſchen.

In III werden die im Übungsbuch enthaltenen Stücke geleſen. Von Unter⸗II an wird eine Chreſto⸗ mathie benutzt, in welcher die bedeutendſten Repräſentanten der engliſchen Litteratur durch größere Stücke vertreten ſein müſſen. Von Ober⸗II an werden außerdem zuſammenhängende Werke geleſen. Von An⸗ fang an werden zuweilen kleinere Gedichte und Proſaſtücke memoriert, welche vorher zum Verſtändnis der Schüler gebracht worden ſind. An die Lektüre ſind auf allen Stufen Sprechübungen anzuknüpfen.