3 Die Lektüre erſtreckt ſich auf eine Auswahl der für die einzelnen Klaſſen geeigneten Werke der klaſſiſchen lateiniſchen Litteratur.
a. Grammatik. In VI und V wird die regelmäßige Formenlehre durchgenommen. Die un⸗ regelmäßige Formenlehre wird in V begonnen und in IV zum Abſchluß gebracht. Außerdem werden ſchon in V die einfachſten ſyntaktiſchen Regeln eingeübt. In IV ſind noch die leichteren Regeln der Kaſuslehre durchzunehmen und zu befeſtigen, ſowie die wichtigſten Abſchnitte der Tempus⸗ und Moduslehre einzuüben. In III wird die Kaſuslehre zum Abſchluß gebracht und das in IV bereits Durchgenommene aus der Tempus⸗ und Moduslehre beendigt. In I muß die Lektüre vorwiegen.
b. Die ſchriftlichen Übungen ſollen ſich in der Regel der Klaſſenlektüre anſchließen.
c. Für die Lektüre wird in VI und V nur das eingeführte Elementarbuch benutzt. In IV kann auch eine Chreſtomathie verwendet werden. In IIIb und IIIa iſt entweder eine Chreſtomathie zu gebrauchen, oder in erſterer Klaſſe Cornel, in letzterer Cornel oder Cäſar de bello gallico zu leſen. In II ſind Cäſar und Ovids Metamorphoſen zu verwenden. In I Salluſt, Livius, leichtere Reden von Cicero und Vergils Aeneide. Auch können in 1 leichtere Oden von Horaz geleſen werden.
Belehrungen über die Verslehre ſchließen ſich an die poetiſche Lektüre an. Sie haben ſich auf das zu deren Verſtändnis Nothwendige zu beſchränken.
Bei der Lektüre iſt dem richtigen Leſen die nöthige Sorgfalt zu widmen, auch auf die Beobachtung der Quantität Aufmerkſamkeit zu richten.
4. Franzöſiſche Sprache. Lehrziel: Die Schüler ſollen mit den Regeln der franzöſiſchen Formenlehre vertraut gemacht werden und ſich einen für das Verſtändnis der zur Schullektüre geeigneten proſaiſchen und poetiſchen Werke ausreichenden Wortſchatz aneignen. Sie ſollen einige Gewandtheit im mündlichen Gebrauch der franzöſiſchen Sprache erwerben, ſowie die Fähigkeit erlangen, ein nicht zu ſchweres deutſches Stück grammatiſch richtig ins Franzöſiſche zu übertragen und über ein leichteres hiſtoriſches Thema einen von groben Inkorrektheiten freien Aufſatz zu ſchreiben. Sie ſollen endlich mit einer Anzahl hervor⸗ ragender Werke der franzöſiſchen Litteratur durch die Lektüre bekannt gemacht werden.
a. Grammatik. In V und IV werden mit Benutzung eines Elementarbuchs durch fortgeſetzte mündliche und ſchriftliche Übung die Regeln der Ausſprache, die regelmäßige Formenlehre und einige wichtigeren Sätze der Syntax eingeprägt. Von IIIb an wird eine hinreichenden Übungsſtoff enthaltende Grammatik eingeführt. An der Hand derſelben wird in IIIb und IIIa die Formenlehre durchgearbeitet und befeſtigt. In IIb und IIa wird die Syntax gelehrt und im Weſentlichen zum Abſchluß gebracht. Für I bleibt dann der Hauptſache nach nur eine Wiederholung des durchgenommenen grammatiſchen Stoffs und die Behandlung der wichtigſten Synonymen übrig.
b. Die ſchriftlichen Arbeiten werden in den unteren und mittleren Klaſſen dem Übungsbuch entnommen oder ſchließen ſich der Lektüre an. Von II an werden auch zuſammenhängende deutſche Stücke ins Franzöſiſche überſetzt, die nicht dem Übungsbuch entnommen ſind. In I treten noch franzöſiſche Auf⸗ ſätze über leichtere, vorwiegend hiſtoriſche Themata hinzu. Durch alle Klaſſen hindurch bis zur II, ein⸗ ſchließlich, werden zur Übung des Ohres und Befeſtigung der Orthographie zuweilen auch franzöſiſche Stücke diktiert.
c. Lektüre. In V und IV werden nur die im Übungsbuch enthaltenen Stücke benutzt. Von IIIb an kommt eine Chreſtomathie zur Anwendung. In der für die Oberklaſſen beſtimmten müſſen die bedeu⸗ tendſten Repräſentanten der franzöſiſchen Litteratur durch größere Stücke vertreten ſein. Von II an werden außerdem zuſammenhängende proſaiſche und poetiſche Werke geleſen. Ein beſonderer Unterricht in der franzöſiſchen Litteraturgeſchichte wird nicht gegeben, ſondern das zum Verſtändnis des betreffenden Schrift⸗ ſtellers Notwendige bei der Lektüre mitgeteilt. Ebenſo ſchließen ſich die erforderlichen Erklärungen aus der Metrik der Lektüre an. Von Anfang an ſind zuweilen kleinere proſaiſche und poetiſche Stücke zu memorieren,
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