Jahrgang 
1876
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anstalt Silberau, die Silberschmelze(Verhüttung) und zum Schlusse Pfingstwiese(Berg- bau) besucht.

Die Frequenz unserer Hochschule hat auch dieses Mal eine erfreuliche Stei- gerung erfahren. Die Gesammtzahl der Studirenden und Hospitanten im Studienjahre 1875 76 betrug 238(gegen 212 im Vorjahre). Davon gehören 155 dem Grossherzogthum Hessen, 42 dem Königreich Preussen, 15 anderen deutschen Staaten und 26 dem Aus- lande an. Die Zahl der Nichthessen beträgt hiernach fast 35 Procent der Gesammt- frequenz.

Auch in diesem Studienjahre kam die Berechtigung unserer Hochschule, wonach das Studium an der hiesigen polytechnischen Schule die Zulassung zur Preussischen Bauführer-Prüfung ermöxglicht, zur Wirkung.

Die Grossherzogliche Staatsregierung förderte, ausser in der oben angegebenen Weise, die Zwecke unserer Hochschule auch noch durch Bewilligung extraordinärer Mittel zur Ausstattung unserer Unterrichtsräume und zu wissenschaftlichen Reisen einiger Professoren. Der Grossherzoglichen Staatsregierung sowohl, als auch der Vertretung der Stadt Darm- stadt an dieser Stelle den wärmsten Dank auszusprechen, rechnen wir uns zur ange- nehmen Pflicht.

Im verflossenen Studienjahre hat sich die Zahl unserer Stiftungen wieder vermehrt. Herr Samenhändler Heinrich Keller aus Darmstadt hat aus Anlass der Feier seiner fünfundzwanzigjährigen Geschäftsführung unterm 1. December v. J. der polytechnischen Schule seiner Vaterstadt Darmstadt die Summe von 10,000 Mark für Stipendien zuge- wendet(vergl. S. 62 des Programms). Dieselbe soll den NamenStipendien-Stiftung von Heinrich und Helene Keller zu Darmstadt führen. Im Uebrigen haben die Stifter die Ausarbeitung des Statuts und die Verwaltung des Stiftungskapitals in liberalster Weise dem Professoren-Collegium überlassen. Im Namen des Letztern erlauben wir uns an dieser Stelle den wärmsten Dank für diese hochherzige Schenkung zu wiederholen.

Durch Ableben des letzten Pensionärs der Fuhr'schen Stiftung wurde auch die Summe erhöht, welche aus dieser Stiftung unserer Hochschule zur Verfügung steht. Betreff der Verleihung von Stipendien und Preisen aus den übrigen Stiftungen dürfen wir wohl auf den letzten Abschnitt dieses Programms(S. 61 bis 64) verweisen.

Die Directionen der Main-Neckar-Bahn und der Hessischen Ludwigs-Bahn gewähr- ten auch heuer eine namhbafte Fahrpreis-Ermässigung den an den Excursionen theilneh- menden Studirenden. Die Königliche Eisenbahn-Direction zu Wiesbaden unterstützte in zuvorkommender Weise die Zwecke der von der Ingenieurschule veranstalteten Excursion.

Die unserer Hochschule von Behörden und Privaten zugewendeten Geschenke, welche uns zu grossem Danke verpfliichten, waren auch heuer zahlreich und werthvoll. Auf Seite 53 bis 61 ist hierüber das Nähere zu ersehen.

Darmstadt, 7. Juli 1876.

Die Direction der Grossherzoglichen polytechnischen Schule.

Der Director:

Dr. Eduard Schmitt.

Der Secretär: IWI. Koch.