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des Lehramtsassessors Dern(Begleiter Prof. Dr. Ihne) 1. Tag: Von Laufach über Fronhofen—
Rothenbuch nach Lichtenau. 2. Tag: Von Lichtenau über Heigenbrücken nach Laufach zurück. Die regelmässigen Spielnachmittage waren wie in den früheren Jahren eingerichtet und
gut besucht; sie wurden auch im Winter, so lange die Witterung es zuliess, fortgesetzt.
Leiter waren: Prof Dr. Glaser(im Sommer), Lehramtsassessor Dern, Zeichenlehramtsaspirant Lautz. An 7 Tagen fiel der Unterricht wegen der Hitze von 11 Uhr an aus.
4. Prüfungen.
Am 8. August 1914 unterzogen sich sämtliche Schüler der Oberprima(22) der Notreife- prüfung; 16 von ihnen sind als Kriegsfreiwillige oder Krankenpfleger im Dienst der Landes- verteidigung tätig; die übrigen kehrten während des Winterhalbjahres in die Schule zurück.
Die ordentliche Reifeprüfung zum Ostertermin 1915 fand am 15. Februar statt. Es unterzogen sich ihr 6 Schüler und 2 Schülerinnen der Oberprima. Sie bestanden alle, 6 waren von der mündlichen Prüfung befreit.(Die Namen s. S. XI).
Regierungsvertreter bei beiden Prüfungen war der Direktor..
Zahlreiche Notprüfungen zum Nachweis der Reife für Unter- und Oberprima fanden in der Zeit von Anfang August bis Mitte Februar statt. Es bestanden 8 Unterprimaner, 3 Ober- sekundaner.(Siehe auch unter F. Nr. 7).
5. Schulfeierlichkeiten usw.
Den Sedantag feierten wir in der üblichen Weise durch Ansprache an die Schüler und daran anschliessende Spaziergünge. Die Geburtstagsfeiern Sr. Kgl. Hoheit des Grossherzogs und Sr. Majestät des Kaisers mussten in den Klassen abgehalten werden, da unsere Turn- halle vom 23. November 1914 an mit Militär belegt war.
Am 24. Februar wurde zur Feier der grossen Winterschlacht in Masuren der Unterricht ausgesetzt, nachdem die Schüler auf die Bedeutung des Sieges hingewiesen worden waren.
Prof. Dr. Ihne besuchte öfters mit einzelnen Klassen das Landesmuseum.
Prof. Dr. Glaser begleitete mehrmals die Oberprimaner in die Antikensammlung des Landesmuseums, wo Herr Museumsdirektor Geh. Hofrat Dr. Back erläuternde Vorträge hielt. Wir sprechen dem Herrn Geheimrat dafür auch hier unseren verbindlichsten Dank aus.
6. Geschenke.
Bibliothek und Lehrmittelsammlung unserer Anstalt wurden durch zahlreiche Geschenke bereichert: vom Grossh. Ministerium des Innern, Abteilung für Schulangelegenheiten, von
mehreren Verlagsbuchhandlungen, von den Herren Prof. Mendelssohn, Staatsrat Wilbrand und Hofrat Schad.
Allen Gebern unseren verbindlichsten Dank.
7. Der Krieg.
Vom 1. August an stand natürlich auch unsere Schule unter dem Zeichen des Kriegs. Vier Lehrer: Prof. Dr. Fischer, Prof. Dr. Glaser, die Lehramtsassessoren Emrich und Jockel verliessen uns schon im August, um in das Heer einzutreten. Von ihnen ist unser lieber Amts- genosse Jockel als Leutnant d. R. und Kompagnieführer im Infanterie-Regiment 118 am 28. August bei Haraucourt gefallen, nachdem er seine Kompagnie im nächtlichen Sturm- angriff zum Siege geführt hatte. In einer Gedächtnisfeier teilten wir den in der Turn- halle versammelten Amtsgenossen und Schülern die Kunde von unserem schweren Verluste mit. Prof. Glaser ist als Oberleutnant und Kompagnieführer in den Karpathen leider verwundet worden und in russische Gefangenschaft geraten. Prof. Dr. Fischer und Referendar Glitsch sind durch das eiserne Kreuz, Emrich durch den bayr. Militärverdienstorden 4. Kl. mit Schwertern ausgezeichnet worden. Im Anfang des neuen Jahres wurde Dr. Peppler zu den Flieger- truppen eingezogen. Im hiesigen Sanitätsdienst sind tätig Prof. Kessler, Assessor Dr. Boller und Referendar Kaiser, als Führer in der Jugendwehr Assessor Dern.
Zahlreiche Schüler der 3 Oberklassen traten im Laufe des Jahres als Kriegsfreiwillige in die Armee ein. Aus der Oberprima die Schüler: 1. Eberhard Bellesheim, 2. Rudolf Gött-


