— XII—
f. Zur Geschichte der Anstalt.
Das Sommerhalbjahr begann Montag den 20. April und endigte Mittwoch den 30. September 1914. Das Winterhalbjahr begann am 15. Oktober 1914 und endigt am 27. März 1915.
I. Personalnachrichten.
Die durch den Austritt des Professors Hölscher aus dem Staatsdienst freigewordene Lebrer- stellewird von Zeichenlehramtsaspirant Lautz weiter verwaltet.
Lehramtsassessor Jockel war zu einer militärischen Uebung vom 12. März bis zum 6. Mai 1914 beurlaubt. Nach seiner Rückkehr fand er vorübergehend Verwendung am Neuen Gym- nasium zu Mainz bis Ende Juni; dann trat er seinen Dienst an unsrer Anstalt wieder an.
Bei Beginn des Krieges wurden zum Heere einberufen die Lehramtsassessoren Emrich und Jockel. Freiwillig stellte sich der Heeresverwaltung Prof. Dr. Glaser zur Verfügung, vom 23. August an auch Prof. Dr. Fischer.
Den Stundenplan konnten wir ohne wesentliche Beschränkungen aufrecht erhalten mit Hilfe des Oberlehrers Prof. Dr. Anthes, der sich bereitwillig für die Dauer des Krieges wieder zur Verfügung gestellt hatte, und der an der Anstalt bereits tätigen Lehramtsreferendare Schalk und Schmitt, sowie des Referendars Karl Gentil, der uns für Prof. Dr. Fischer überwiesen wurde.
Bei Beginn des Wintersemesters trat an Stellebdes Referendars Gentil Lehramtsassessor Dr. Albert Peppler, an Stelle des Oberlehrers Prof. Dr. Glaser Lehramtsassessor Dr. Friedrich Boller. Dr. Peppler wurde am 13. Januar zum Heere einberufen. Seinen Unterricht übernahm Lehramtsassessor Theodor Schaack.
2. Pädagogisches Seminar.
Von den Lehramtsreferendaren, die Ostern 1914 aus dem pädagogischen Seminar ent- lassen worden waren, setzte Dietz seinen Vorbereitungsdienst an dem Gymnasium zu Offen- bach, Hottes an der höheren Bürgerschule zu Gross-Bieberau, Stotz an der Viktoriaschule zu Darmstadt fort.
Von den im Herbste 1914 abgegangenen Referendaren stehen Otto Lein, Karl Müller und Hermann Schmitt im Felde, Dr. Adolf Schach setzt seinen Vorbereitungsdienst an der Höheren Mädchenschule in Offenbach fort.
Die Ostern 1914 eingetretenen Referendare: Glitsch, Hippler, Kappesser, Stiefenhofer gehören sämtlich dem Heere an.
Von den beiden im Herbst¹1914 dem pädagogischen Seminar zugeteilten Referendaren ist Wilhelm Götz schon Ende Oktober beim Heereeingetreten, Hermann Kaiser als einziges Mitglied im Seminar geblieben.
3. Gesundheitliches.
Der Gesundheitszustand der Schüler war gut. Von den Lehrern erkrankte Lehramtsassessor Dern bei Beginn des Schuljahres und musste der Schule 2 Wochen fern bleiben. Der Direktor war vom 16. Juni an bis zu den Sommerferien krankheitshalber beurlaubt. Auch im Winter- halbjahr konnte er seinen Dienst nur teilweise versehen. Er wurde durch Prof. Dr. Ihne bis Ende 1914, dann durch den Unterzeichneten vertreten.
Zeichenlehramtsaspirant Lautz war vom 15. August bis zu den Herbstferien wegen Krank- heit verhindert Dienst zu tun. Das Zeichnen musste während dieser Zeit durch anderen Unter- richt ersetzt werden. Als unser Amtsgenosse Lautz vom 7. Januar bis zum Schluss des Schul- jahres wiederum beurlaubt wurde, folgte Prof. Hölscher mit dankenswerter Bereitwilligkeit der Aufforderung, den Zeichenunterricht während dieser Zeit zu übernehmen. In den übrigen Unterrichtsstunden wird Lautz von mehreren Amtsgenossen vertreten.
Die monatlichen Klassenspaziergänge wurden, so weit dies in der unruhigen Zeit mög- lich war, ausgeführt, auch mehrere Schülerwanderungen: Am 25. Mai unter Führung des Prof. Dr. Ihne(Begleiter Lautz) Wanderung von Wiebelsbach-Heubach über Rondell— Walda- morbach— Dorndiel— Raibach nach Gross-Umstadt, am 29. und 30. Dezember unter Führung


