Jahrgang 
1911
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xXI

Am 6. März 1911 fand unter dem Vorsitz des Herrn Geheimen Oberschulrats Nodnagel die ordentliche Reifeprüfung statt. Sämtliche 25 Oberprimaner bestanden. 13 waren von der mündlichen Prüfung befreit.(Die Namen siehe Seite IX).

4. Schulfeierlichkeiten.

Der Sedantag wurde, wie üblich, durch eine Ansprache an die im Schulhof versammelten Schüler und darauf folgende Klassenspaziergünge festlich begangen.

Bei der öffentlichen Feier des Geburtstages Sr. Kgl. Hoheit des Grossherzogs am 25. November 1910 hielt Oberlehrer Prof. Kessler, bei der ebenfalls öffentlichen Vorfeier des Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers am 26. Januar 1911 der Direktor die Festrede.

Vom 29. November 1910 bis 3. Februar 1911 fand ein Lehrgang zur Ausbildung frei- williger Krankenträger statt, an dem 20 Schüler der Unterprima und Obersekunda teilnahmen. Aerztlicher Leiter war Herr Oberstabsarzt Dr. Langheld, dem wir auch hier nochmals den wärmsten Dank für seine Bemühungen aussprechen.

Am 4. März 1911 hielt Herr Medizinalrat Dr. Lehr vor den Abiturienten wie in früheren Jahren einen Vortrag über die gesundheitlichen und sittlichen Gefahren übermässigen Alkohol- genusses und anderer Ausschweifungen. Wir wiederholen hier den herzlichen Dank, den wir bereits bei Gelegenheit des Vortrags selbst dem Herrn Medizinalrat ausgesprochen haben.

Lehramtsreferendar Hörr hielt in den Sommermonaten einen Lehrgang in der Gabels- bergerschen Stenographie ab, an dem sich 22 Schüler der Mittelklassen beteiligten.

Seit Herbst 1910 hält Prof. Dr. Fischer in den beiden Primen und seit Februar 1911 Prof. Dr. Schlamp in Obersekunda physikalische Schülerübungen ab.

Prof. Dr. Ihne besuchte öfter mit den unteren und mittleren Klassen das hiesige Museum.

5. Pädagogisches Seminar.

Von den im Herbst 1909 aus dem Seminar entlassenen Lehramtsreferendaren haben 0O. Arnold und W. Hörr Beschäftigung an der Goetheschule in Offenbach a. Me gefunden und setzen zugleich an den dortigen Staatsanstalten ihren Vorbereitungsdienst fort. Ref. H. Krauss ist an dem Herbstgymnasium in Mainz und Ref. A. Ofenloch am Gymnasium zu Bensheim tätig. Von den Ostern 1910 in das Seminar eingetretenen Lehramtsreferendaren ist Ref. Fr. Schuckmann im Herbst 1910 mit Unterbrechung seines Seminarjahres als Einjährig-Frei- williger eingetreten.

6. Geschenke.

Bibliothek und Lehrmittelsammlung unserer Anstalt wurden durch wertvolle Geschenke bereichert von dem Grossh. Ministerium, mehreren Verlagsbuchhändlern, Herrn Rittmeister a. D. Freiherrn Wilhelm von Schenck zu Schweinsberg, Direktor Th. Ritsert, Prof. Dr. Ihne, Prof. Dr. Berger; ausserdem von den Schülern A. Picht Ia und Ludwig Isaak IIa.

Allen Gebern sprechen wir unseren verbindlichsten Dank aus.

H. Mitteilungen an die Eltern.

Der von Untersekunda an wahlfreie Zeichenunterricht wird nicht derart von den Schülern besucht, wie es der hohen ideellen und praktischen Bedeutung dieses Lehrgegen- standes entspricht. Für diejenigen Schüler, welche sich später einem technischen Studienfache widmen wollen, ist der Zeichenunterricht schon zur Uebung von Auge und Hand erforderlich, aber auch alle übrigen sollten sich, selbst wenn ein ausgesprochenes Zeichentalent nicht vor- handen ist, die von der Schule gebotene Gelegenheit nicht entgehen lassen, ihr künstlerisches Interesse und ihren künstlerischen Geschmack zu wecken und zu bilden. Wir ersuchen daher die Eltern unserer Schüler, nur wenn dringende Abhaltungsgründe vorliegen, ihre Söhne von dem Besuch des wahlfreien Zeichenunterrichts zurückzuhalten. Wiedereintritt nach zeit- weiliger Unterbrechung ist jederzeit gestattet.

Der ungünstige Einfluss, den minderwertige und von sittlichem Schmutz erfüllte Lektüre auf die Jugend ausübt, ist leider durch zahlreiche, recht schlimme Erfahrungen festgestellt